Böhmen, Ende des 17. Jahrhunderts: Ein macht- und besitzgieriger Inquisitor wird gerufen, um angebliche Hexerei zu beenden. Einmal eingesetzt, weitet er sein sadistisches Wirken immer weiter aus.
Die Filmerzählung basiert auf authentischen Schicksalen der Hexenjagd in Böhmen. Historisches Vorbild des Fanatikers ist der Laieninquisitor Jindřich František Boblig z Edelstadtu (1612 – 1698), der für die Verbrennung von über 100 Menschen verantwortlich war. Sein Gegenspieler (historisch wie erzählerisch) ist der Humanist Christoph Alois Lautner, der 1685 öffentlich als Hexer verbrannt wurde. Im Film erscheint Lautner als Prototyp des modernen Intellektuellen, der trotz (oder besser: wegen) seiner moralischen Überzeugungen unvermeidlich zum Opfer absurder Gewalt wird.
Ein Thriller, der nicht nur historische Begebenheiten aufgreift, sondern zugleich zum intensiven Gleichnis für jüngere politische Entwicklungen in der Tschechoslowakei wird: Assoziationen zu den Schauprozessen der 1950er Jahre gegen Milada Horáková und Rudolf Slánský drängen sich auf.
Einer der besten Filme des großen und ungemein produktiven Regisseurs Otakar Vávra, dem die politische Liberalisierung der 60er Jahre dieses brisante Filmdrama erlaubte.
Im Anschluss an den Film Gespräch mit David Havas (NFA und Leiter des Kino Ponrepo in Prag).
Tschechoslowakei 1969, 103 min., s/w
Originalversion mit engl. Untertiteln // Original with English subtitles
Regie: Otakar Vávra