Seyla Benhabib erhält Adorno-Preis 2024

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Selya Benhabib hält die IWM-Vorlesungen 2023 an der Universität Wien

Wir gratulieren Seyla Benhabib, die im Oktober 2023 als Albert-Hirschman-Fellow am IWM zu Gast war, herzlich zur Verleihung des diesjährigen Adorno-Preises. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main zum Gedenken an den Philosophen Theodor W. Adorno vergeben und dient der Förderung und Anerkennung hervorragender Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film.

In seiner Begründung hebt das für die Verleihung zuständige Kuratorium die Verdienste Benhabibs um die Kritische Theorie sowie den Kosmopolitismus hervor:

Im Sinne eines moralischen Universalismus im Anschluss an Kant untersucht Benhabib Fragen zum Spannungsverhältnis von staatlicher Souveränität und Globalisierung. Dabei hält sie in kritisch-emanzipatorischer Absicht am Konzept universaler Menschenrechte und an der Idee des Kosmopolitischen fest. In beiderlei Hinsicht sei es entscheidend, die Conditio humana im Plural zu fassen: Nur praktische Solidarität und gelebte Demokratie ermöglichten es, die Würde aller Menschen zu wahren und zugleich die Bedingungen menschlichen Lebens aufrechtzuerhalten.

Seyla Benhabib ist Philosophin und Politikwissenschaftlerin. Sie wurde 1950 in Istanbul geboren und promovierte 1977 in Yale mit einer Arbeit zu Hegels Rechtsphilosophie. Benhabib hatte Professuren und Lehraufträge an den Universitäten Yale, Columbia und Harvard inne, zusätzlich zu etlichen Gastprofessuren rund um den Globus. Zu ihren zahlreichen auch auf Deutsch erschienenen Werken zählen Kosmopolitismus ohne Illusionen: Menschenrechte in unruhigen Zeiten (Suhrkamp, 2016), Die Rechte der Anderen. Ausländer, Migranten, Bürger (Suhrkamp, 2008), Kosmopolitismus und Demokratie. Eine Debatte (Campus, 2008) sowie Hannah Arendt. Die melancholische Denkerin der Moderne (Suhrkamp, 1998). 

Im Oktober 2023 war Benhabib Albert-Hirschman-Fellow am IWM. In dieser Zeit hielt sie die IWM-Vorlesungen 2023 an der Universität Wien, die in deutscher Übersetzung unter dem Titel Kosmopolitismus im Wandel: Zwischen Demos, Kosmos und Globus im Mandelbaum Verlag (2024) erschienen sind.


Foto: (c) Wolfgang Voglhuber - VOGUS