Als das Ich Erfunden und die Natur Vermessen Wurde

Andrea Wulf und Daniel Kehlmann
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Anlässlich der Neuerscheinung des Buches Fabelhafte Rebellen: Die Frühen Romantiker und die Erfindung des Ich, das es innerhalb kürzester Zeit unter die Top 3 der Spiegel-Bestsellerliste schaffte, lud das Institut für die Wissenschaften vom Menschen zu einem außergewöhnlichen literarischen Gesprächsabend mit der Autorin und Historikerin Andrea Wulf und dem Romancier und Dramatiker Daniel Kehlmann.

Beide Ausnahmeautor:innen traten in der Vergangenheit mit Arbeiten zum Naturforscher Alexander von Humboldt in Erscheinung. Im Jahr 2016 wurde die von Wulf verfasste, in 25 Sprachen übersetzte und mehrfach preisgekrönte Biografie Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur auf Deutsch publiziert. Darin zeigt die Autorin die Relevanz von Humboldts Denken für heute auf, insbesondere die von ihm betonte Wichtigkeit der Erschließung von Wissen über die Verwundbarkeit unseres Planeten. Auch Daniel Kehlmann setzte sich in seinem Roman Die Vermessung der Welt (2005) mit dem Naturwissenschaftler auseinander und verfasste damit eine vielgerühmte fiktionale Doppelbiografie Alexander von Humboldts und des Mathematikers Carl Friedrich Gauß.

Moderiert von Philipp Blom diskutieren die beiden Autor:innen Ansätze der literarischen Annäherung an das Leben und Wirken großer Persönlichkeiten zwischen Fiktion und historischer Aufarbeitung. 

Andrea Wulf ist eine mehrfach ausgezeichnete Autorin. Zu ihren Büchern gehören The Founding Gardeners. How the Revolutionary Generation Created an American Eden (Heinemann 2011) sowie Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur (C.Bertelsmann 2016), die beide auf der Bestsellerliste der New York Times vertreten waren. Ihr Buch Fabelhafte Rebellen: Die Frühen Romantiker und die Erfindung des Ich (C.Bertelsmann 2022), in dem sie anhand von Memoiren und Briefen die Geistes- und Gefühlsleben der Begründer:innen der deutschen Romantik im Jena der 1790er Jahre ergründet, wurde vielfach kritisch gewürdigt. Zudem werden ihre Texte regelmäßig in The Guardian, The Sunday Times, Wall Street Journal, Financial Times und LA Times veröffentlicht.  Andrea Wulf war 2019 und 2022 Miller Scholar am Santa Fe Institute, dreifache Fellow am International Center for Jefferson Studies in Monticello und 2013 Writer in Residence an der Eccles British Library. Sie ist Mitglied des PEN-American-Center und Fellow des Explorer's Club, der Royal Geographical Society sowie der Royal Society of Literature. 


Daniel Kehlmann ist einer der renommiertesten Autoren des deutschsprachigen Raumes und wurde für seine Werke unter anderem mit dem Candide-Preis, dem WELT-Literaturpreis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Zuletzt wurden ihm der Frank-Schirrmacher-Preis, der Schubart-Literaturpreis, der Anton-Wildgans-Preis und 2021 der Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis für sein Gesamtwerk verliehen. Sein erster Roman Beerholms Vorstellung erschien im Jahre 1997 (Deuticke Verlag), mit Ich und Kaminski (Suhrkamp 2003) gelang ihm ein internationaler Erfolg. Sein Roman Die Vermessung der Welt wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit und wurde in 40 Sprachen übersetzt. Auch sein Roman Tyll (Rowohlt 2017) stand monatelang auf der Bestsellerliste, schaffte es auf die Shortlist des International Booker Prize 2020, und begeistert Leser im In- und Ausland. 

Philipp Blom wuchs in Hamburg und in Detmold, Nordrhein-Westfalen auf. Nach Studien in Wien und Oxford, während denen er auch als Lehrer arbeitete, promovierte er in Geschichte. Während seiner Zeit in Oxford publizierte er den Roman ​„The Simmons Papers“​. Mehrere von Philipp Bloms Büchern sind Bestseller. Seine Werke wurden in 16 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Groene Waterman Prijs (Antwerpen) und dem Premis Terenci Moix (Barcelona). Sein Buch „Der taumelnde Kontinent“ wurde mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis für das beste Sachbuch des Jahres 2009 ausgezeichnet. „Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung“ wurde 2011 mit dem Gleim Preis ausgezeichnet sowie als Historisches Buch des Jahres 2011 gekürt. 2018 hielt Blom die weithin beachtete Eröffnungsrede bei den Salzburger Festspielen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buch Wien

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