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Religion in the Public Sphere

Transit

Ketzerisches
Er ist einer der bedeutendsten Vertreter der tschechischen Philosophie des 20. Jahrhunderts: Jan Patocka (1907-1977). Als Schüler von Husserl und Heidegger verband er das phänomenologische Denken in neuer Weise mit der Reflexion über Politik und Geschichte. Seine legendären Prager Untergrundseminare und sein Engagement in der „Charta 77“ machten ihn zu einer intellektuellen und moralischen Autorität. Das IWM widmet sich seit seiner Gründung der Erschließung und Publikation des Werks dieses vielschichtigen Philosophen in einem Forschungsschwerpunkt, in dessen Rahmen Sandra Lehmann eine Neuübersetzung seines letzten Werks erstellt hat: Die Ketzerischen Essays sind soeben im Suhrkamp Verlag erschienen. In ihnen hat Patockas politisches und geschichtsphilosophisches Denken seinen prägnantesten Ausdruck gefunden. In der Zeit der „Normalisierung“ nach der Niederschlagung des Prager Frühlings denkt er über Europa als widersprüchliches, stets gefährdetes und niemals abschließbares Projekt nach - ein noch zu entdeckendes Denken, dessen Bedeutung für das Selbstverständnis Europas erst heute sichtbar wird.
Kopftuch, Minarett und Kruzifix
Kopftuchdebatte, Streit um Kruzifixe in Schulen, Auseinandersetzungen um den Bau einer Moschee am Ground Zero. Die Religion ist zurück auf der Bühne der säkularen Gesellschaft und scheint vom Publikum vor allem in Form von Kontroversen wahrgenommen zu werden. Prozesse der kulturellen Globalisierung und transnationalen Migration haben in den letzten Jahren die religiöse Vielfalt im Westen rasant ansteigen lassen und damit offenbar auch das Konfliktpotential zwischen Gläubigen, Andersgläubigen und Nichtgläubigen. Religion scheint im 21. Jahrhundert zu einer Bedrohung für die soziale Solidarität geworden zu sein. Bei der IWM Sommerschule „Religion in Public Life“, die vom 4. bis 17. Juli im italienischen Cortona stattfand, diskutierten u.a. José Casanova, Dipesh Chakrabarty, Nilüfer Göle, Sudipta Kaviraj, Charles Taylor und Michael Sandel mit vierzig Doktorand/inn/en, welche Rolle Relgion heute im öffentlichen Leben spielt, warum religiöse Diversität zumeist als Gefahr und nicht als Chance gesehen wird, und wie andere, nichtwestliche Gesellschaften mit der Dreifaltigkeit von Säkularismus, Religiosität und Religionspluralismus umgehen. Mehr dazu können Sie nun in den Rückblicken der Sommerschüler auf theorieblog.de und in den Beiträgen „Discussing Mosques, Minarets, and Crosses“ und „Skyping Secularism“ auf The Immanent Frame nachlesen.
History for the Future
“It’s about not forgetting the past, about having the courage to look at the present and see its faults without walking away in disgust or skepticism,” said Tony Judt of his final book Ill Fares the Land in an interview a few months ago. A phrase which seems to hold true for his entire life as a historian, a public intellectual and brilliant commentator on contemporary international politics. His scholarly masterpieces such as Postwar: A History of Europe Since 1945 or Reappraisals: Reflections on the Forgotten Twentieth Century not only deal with the past, their central theme is always the question what history reveals to us about the present and the perspectives for the societies we are living in. One can say, Judt wrote history for the future. On August 6, 2010 this outstanding historian of the modern world died in New York, untimely, at the age of 62. Tony Judt was affiliated with the IWM for a long time, as a lecturer, a frequent contributor to its journal Transit and as non-resident Permanent Fellow. He will be missed – not only as a formidable contributor to today’s intellectual landscape but also as a personal friend. Missed, but not forgotten.
The New Politics of Climate Change
The Copenhagen meeting ended with few tangible achievements nor any clear plan for future diplomacy on global warming. These troubles are fundamental to the strategy of broad UN-based talks that aim, as in Copenhagen, for universal agreement on binding treaties. A new approach is needed. In his recent lecture, held in the IWM series on climate politics, David G. Victor (University of California) shows that other approaches focused on smaller groups of countries and more flexible legal instruments would be much more effective. He also shows that even in the best scenario the world is likely to experience substantial changes in climate, requiring nations to make massive investments to adapt to new climate conditions.
Vergessen, Verdrängen, Verdrehen
Ohne Erinnerung keine Identität. Soziale Bewegungen, Organisationen, Nationen oder suprastaatliche Einheiten wie die Europäische Union – sie alle greifen auf historische Narrative, Gründungsmythen und zentrale Ereignisse der Vergangenheit zurück, um zu charakterisieren, wer sie sind und wie sie sich selbst sehen. Doch auch umgekehrt gilt: Identitäten färben die Erinnerung. Gemeinschaften sind stets „erfundene“ Gemeinschaften, die in ihren Identitätskonstruktionen selektiv und pragmatisch auf die Geschichte zugreifen. Vergangene Geschehnisse werden vergessen, verdrängt, verdreht. Der soeben in der Reihe Junior Visiting Fellows' Conferences erschienene Band „Perspectives on Memory and Identity“ geht diesem Wechselspiel von Identitätsbildung und Erinnerungspolitik anhand bekannter wie auch wenig bekannter Fallbeispiele nach. Die Verdrängung der kommunistischen Vergangenheit in Rumänien, das Schweigen über die Opfer der maoistischen Politik im heutigen China, und das Einrichten in einer Vergangenheitsbewältigung, die niemandem weh tut, im österreichischen „Gedankenjahr“ 2005 sind ebenso Thema, wie das Selbstbild der EU als rationale, wie langweilige Bürokratie. Der neue Band der Juniors Reihe stellt die Forschungsarbeiten von Katrin Hammerstein, Asim Jusic, Andreea Maierean, Paulina Napierala, Avraham Rot und Ewa Rzanna vor, die im vergangenen Winter am IWM zu Gast waren. Alle Beiträge, sowie die vorangehenden Bände, finden sich hier zum Nachlesen.
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Upcoming Events
September 21st / 6:00pm
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***Absage***
Peter A. Berger
Rückkehr der Klassengesellschaft?
September 22nd / 2:00pm
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Stefan Auer
Why Boundaries Matter in a Borderless Europe
September 28th / 6:00pm
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Yu Jie
The Incentives, Barriers and Perspectives of China’s National Climate Policy
September 29th / 4:30pm
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ÖAW DOC-Team
Criticizing Science by Politicizing Epistemology and the Body.
October 5th / 6:00pm
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Juliane Rebentisch
Realismus heute.
Kunst, Politik und die Kritik der Repräsentation

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