Ketzerische Essays zur Philosophie der Geschichte

Jan Patocka: Ketzerische Essays

Neu übersetzt von Sandra Lehmann
Mit Texten von Paul Ricœur und Jacques Derrida sowie einem Nachwort von Hans Rainer Sepp
suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1854
ISBN 3-8260-3585-2

Jan Patočka (1907-1977) ist einer der wichtigsten Vertreter der tschechischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Als Schüler von Husserl und Heidegger verband Patočka das phänomenologische Denken in neuer Weise mit der Reflexion über Politik und Geschichte. Durch seine legendären Prager Untergrundseminare und sein Engagement in der Charta 77 wurde er zu einer intellektuellen und moralischen Autorität. In den Ketzerischen Essays – in den letzten Jahren seines Lebens geschrieben – hat Patočkas politisches und geschichtsphilosophisches Denken seinen prägnantesten Ausdruck gefunden. In der Zeit der »Normalisierung« nach der Niederschlagung des »Prager Frühlings« denkt Patočka über Europa als widersprüchliches, stets gefährdetes und niemals abschließbares Projekt nach – ein noch zu entdeckendes Denken, dessen Bedeutung für das Selbstverständnis Europas erst heute sichtbar wird.

Recent Publications

  • Visual Thought in Russian Religious Philosophy: Pavel Florensky’s Theory of the Icon

    This book considers a movement within Russian religious philosophy known as “full unity” (vseedinstvo), with a focus on one of its main representatives, Pavel Florensky (1882–1937). Often referred to as “the Russian Leonardo,” Florensky was an important figure of the Russian religious renaissance around the beginning of the twentieth century. This book shows that his …
    Read more

  • Urbaner Protest: Revolte in der neoliberalen Stadt

    Kämpfe für eine gerechte Gesellschaft werden heute von einem sehr heterogenen Spektrum von durch neoliberale Austeritätspolitiken betroffenen Akteurinnen und Akteuren getragen. Zu ihnen gehören MigrantInnen, undokumentierte ArbeiterInnen, Arbeitslose und Obdachlose sowie Teile der Mittelschicht, deren Lebens- und Arbeitsbedingungen prekär wurden. Das Konzept der Würde gewinnt im streit- politischen Diskurs zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund …
    Read more

  • Brexit: Farce und Tragödie

    Der Brexit stellt einen Versuch dar, eine Insellage in einer globalisierten Welt wiederherzustellen, einen Anspruch, sich die Globalisierung selektiv anzueignen. Ist dieses risikoreiche Unterfangen der Leichtfertigkeit der britischen Politik geschuldet, oder machen sich daran wiederkehrende Muster der britischen Geschichte bemerkbar? Und ist hier lediglich eine britische Inselmentalität am Werk oder auch Strukturprobleme der europäischen Governance? …
    Read more