Blindheit und Hellsichtigkeit. Künstlerkritik an Politik und Gesellschaft der Gegenwart

Wiener Reihe. Themen der Philosophie, hg. von Herta Nagl-Docekal, Cornelia Klinger, Ludwig Nagl und Alexander Somek, Bd. 16.

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Was ist der Ort der Künste in der Gesellschaft der Gegenwart? Auf der Suche nach Antworten richtet sich der Blick ins 20. Jh. zurück: Eine sich zu einem autonomen gesellschaftlichen Teilbereich ausdifferenzierende ästhetische Sphäre konnte sich einerseits zu einem selbstreferentiellen, nur eigenen Gesetzen verpflichteten System entwickeln, andererseits konnte sie ihre unter dem Vorzeichen von Autonomie gewonnene Distanz von der Gesellschaft zur Kritik an den bestehenden Verhältnissen, zum Engagement für eine andere Ordnung einsetzen. Die divergierenden Wege von Modernismus und Avantgarde sind im Verlauf des 20. Jahrhunderts von Politik und Ökonomie durchkreuzt worden. Während die Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts durch Verstrickung in totalitäre Politik in Misskredit geraten sind, ist nach der Jahrhundertmitte die abstrakte und hermetische Formensprache des Modernismus zum herrschenden Jargon des Marktes geworden.
Gegenwärtig findet, nicht zuletzt unter dem Eindruck neuer kommunikationstechnologischer Revolutionen, eine umfassende Ästhetisierung statt, gleichzeitig erlebt gesellschaftskritische, engagierte Kunst einen Boom. Den Fragen, was Kunst jenseits der Illusion ihrer Autonomie von der Gesellschaft in Zukunft sein, welche Stellung sie in der Gesellschaft einnehmen und wie sie diese verändern kann, ist dieses Buch gewidmet.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien

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