Lakonische Verse in der Katastrophe

Tuesday, 5 July 2016, 7:00pm - 8:30pm, Alte Schmiede
Serhiy Zhadan Am 19. Abend des Wiener Lyrik-Festivals POLIVERSALE der Alten Schmiede findet in Zusammenarbeit mit dem IWM eine zweisprachige Lesung aus WARUM ICH NICHT IM NETZ BIN – GEDICHTE AUS DEM KRIEG von SERHIY ZHADAN (aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe, mit einem Nachwort des Autors; Suhrkamp Verlag, 2016) statt.

Seit Sommer 2014 notiert Serhij Zhadan, was ihm auf seinen Reisen ins ostukrainische Kriegsgebiet widerfährt. Es sind lyrische Momentaufnahmen, die das Essentielle jäh aufscheinen lassen, Kürzestgeschichten über Menschen, die plötzlich auf zwei verfeindeten Seiten stehen oder nicht mehr wissen, wo sie hingehören und was aus ihnen werden soll. In ihrer Lakonik mit Brecht korrespondierende Verse spiegeln das existentielle Elend von Millionen einzelner Menschen. »Schlimm ist es zu sehen, wie Geschichte entsteht.«

Serhiy Zhadan, 1974 in Starobilsk (Oblast Luhansk) geboren, studierte Literaturwissenschaft, Ukrainistik und Germanistik in Charkiw. Als Schriftsteller, Dichter und Übersetzer schrieb er zahlreiche Gedichtbände und Texte von Rocksongs. Zudem ist er der Organisator von Literatur- und Musik-Festivals. Im Juli 2016 ist Zhadan im Rahmen eines Solidarity Fellowships des IWM-Programms Ukraine in European Dialogue zu Gast am IWM. Zu seinen Publikationen zählen: Die Geschichte der Kultur zu Anfang des Jahrhunderts. Gedichte (2006); Depeche Mode. Roman (2007); Die Erfindung des Jazz im Donbass. Roman (2012); Mesopotamien. Roman (2016).

Einleitung und Gespräch mit dem Autor: Erich Klein
Nähere Details: www.alte-schmiede.at