Der Staat und die Krise

Diskussion mit: Alfred Gusenbauer, Christopher Lauer, Katherine S. Newman und Lilia Shevtsova.
Moderation: Ivan Krastev

Series: Debating Europe / Europa im Diskurs

Die gegenwärtige wirtschaftliche und politische Krise Europas ist von beunruhigenden Paradoxien gekennzeichnet: Die demokratischen Institutionen sind transparenter als je zuvor, aber noch nie war das Vertrauen in sie auf einem solchen Tiefpunkt. Noch nie war die demokratische Elite so leistungsbestimmt und zugleich unbeliebt wie heute. Unsere Gesellschaften sind offener und demokratischer denn je, aber immer weniger in der Lage, soziale und ökonomische Probleme zu lösen.

Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren verloren die Menschen ihr Vertrauen in den Markt und setzten es in den Staat. In den 1970er Jahren war es umgekehrt – sie wandten sich vom Staat ab und verließen sich lieber auf den Markt. Heute scheinen beide, Markt und Staat, das Vertrauen der Bürger zu verlieren – mit dem Versagen des Marktes ist das Ansehen der Politik gesunken. Wird der Staat die gegenwärtige Krise in den Griff bekommen, oder wird sie einen neuen politischen Konsens hervorbringen, wonach die Rechte gegen den Sozialstaat opponiert und die Linke gegen den Sicherheitsstaat, am Ende aber niemand mehr auf den Staat setzen will?

Über diese Fragen diskutierten am 11. März im Wiener Burgtheater:

Alfred Gusenbauer
Ehemaliger österreichischer Bundeskanzler, Wien
Christopher Lauer
Mitglied der PIRATEN im Abgeordnetenhaus Berlin
Katherine S. Newman
Professorin für Soziologie und Dekanin der School of Arts and Sciences, Johns Hopkins Universität, Baltimore
Lilia Shevtsova
Vorsitzende des Programms “Russian Domestic Politics and Political Institutions”, Carnegie Endowment for International Peace, Moskau und Washington D.C.
Moderation:
Ivan Krastev
Permanent Fellow, IWM Vienna; Leiter des Zentrums für liberale Strategie, Sofia

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