Ein Niederländer auf den Spuren seines ungarischen Vaters – Sandor Kosdi in Hajdúdorog

„Mensch, meine Paprikas frieren jetzt.“ Frühlingsstürme über der Puszta haben Sandor Kosdis Gewächshäuser in eine Trauerlandschaft verwandelt. Vereinzelte Metallskelette stehen am letzten Maitag noch krumm und schief da. Die Reste der losgerissenen Folienüberdachung flattern um die Gewächshäuser. Es ist unwirtlich. Der Boden ist durchweicht. Seine frühen Paprikasämlinge standen gerade auf eigenen Beinchen, als das Unwetter kam. Kosdi hat sie mit Tunneln aus Vliestuch vor dem sicheren Tod bewahrt, sie wirken wie die Raupenbahn auf einer altmodischen Kirmes. Der Kohl, der sich unversehens im Freien wiederfand, muss selbst zusehen, wie er klarkommt.

Die ostungarische Tiefebene kann im Sommer ein flimmernd heißes Becken und im Winter eine eisige Steppe sein, um sich im Frühjahr in eine tobende Sturmlandschaft zu verwandeln. Für einen Jungen, der wie Sandor Kosdi aus dem holländischen Polder stammt, bleibt es gewöhnungsbedürftig. Zum Glück hat er noch ein paar wiederhergerichtete Gewächshäuser voll mit Paprikastecklingen, die gut aussehen. Die Paprikas hängen bereits im Miniformat an der Pflanze.

Ein holländischer Gemüsebauer in der ungarischen Tiefebene

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Sandor Kosdi

Sandor Kosdi ist Paprikazüchter, was in Ungarn eigentlich ganz normal klingt. Doch das ist es längst nicht mehr. Kosdi züchtet für den Export eine ganze Reihe von Paprikasorten, von den typisch ungarischen, spitzen, bis hin zu den viereckigen Blockpaprikas. „Ein Leben bestehend aus Sichabrackern und Unsicherheit“, so fasst er es zusammen. Als Puffer züchtet er zusätzlich Kohlsorten und Zuckermais für den menschlichen Verzehr. „Manchmal bringen die Maiskolben so wenig ein. Kannst du mal schauen, was sie im Berliner Supermarkt kosten?“ Er weiß nur allzu gut, dass die Antwort nicht verraten wird, was der Züchter daran verdient.

Das Telefon klingelt. Nach einem kurzen Gespräch: „Gute Nachrichten! Ein Händler braucht Blumenkohl. Ich habe gut tausend da. Das weiße Gold in schlimmen Zeiten, mein Blumenkohl. Sie sind jetzt gerade für kurze Zeit knapp. Sobald sie etwas teurer werden, kommen aber sofort billige Partien etwa aus Italien. Und dann bleibe ich darauf sitzen.“ Kosdi schickt ein paar Leute zum Blumenkohl und geht hinterher. „Weißt du, was mir neulich passiert ist? Ich wurde von einem örtlichen Markthändler angerufen. Er hätte gehört, dass beim Lidl in Debrecen Broccolis lägen, die so billig wären, dass man sogar weniger dafür bezahlen würde als beim Großhandel. Ich verkaufe meinen Kohl auch auf dem Markt in Debrecen, der Großstadt dicht an der Grenze zu Rumänien. Er sagt also: Bring mal eine Partie Broccoli für mich mit zurück. Die hat er auf dem Markt hier in Hajdúdorog verkauft!”

„Sind sie nicht absurd, die Preise?“ Was Kosdi so alles erlebt, ist symptomatisch für die Gesetze des Europäischen Marktes. „Warum kann man hier so billige Möhren und Zwiebeln aus den Niederlanden und Belgien kaufen? Meine liegen frisch in meinem Lädchen. Ich müsste sie teurer verkaufen, um etwas daran zu verdienen, aber na ja …“

Sein „Lädchen“, das ist ein offener Schuppen mit Schilfdach. Es markiert den Anfang seines Landes: eine Bake in der flachen Puszta. Dort verkauft Kosdi alles Mögliche für den lokalen Bedarf – auch das Ergebnis kleiner Experimente. „Ich habe von Bejo aus Enkhuizen Saat für rosa Tomaten bekommen. Die kosten normalerweise zwanzig Cent das Stück! In den Niederlanden selbst werden sie nicht gezüchtet, rosa Tomaten, aber in dieser Region ist man verrückt danach. Wir werden sehen.“ Paprikastecklinge hat Kosdi reichlich im Angebot. Die Paprikas selbst fehlen noch. Sie sind in Ungarn, genau wie Tomaten, Saisongemüse. Das ist Teil der ungarischen Tragik.

“Gärtner war eigentlich das Letzte, das ich werden wollte”

Als kleiner Gemüsebauer, mit fünfzehn Hektar Boden in Ostungarn, wovon ihm acht selbst gehören, fehlt es ihm ständig an Zeit. Er ist Züchter, Erzeuger und Verkäufer, Verwalter, Gewächshaus- und Häuslebauer in einer Person, außerdem noch Vater von vier Kindern und Ehegatte. Darüber hinaus hat er, als Sohn einer niederländischen Mutter aus einem vornehmen Gärtnergeschlecht, den van Spronsens aus dem Westland, die Ehre hochzuhalten. In ein paar Wochen ist Mutter Helga wieder einmal für einen Monat zu Gast. Nur allzu gern hätte er dann den Anbau an seinem bescheidenen Haus, einer umgebauten kleinen Csárda, ursprünglich eine Pusztaschenke, fertig gehabt. Doch die Produktion geht wie immer vor. „Mein Vater hat gesagt: Sorg erst dafür, dass du etwas verdienen kannst. Er hat mit eigenen Händen den großen Schuppen für mich gebaut, das Erste, was hier fertig war. Man kann auch erst ein schönes Haus bauen, dann hat man ein Pfand für die Bank. So machen das die Deutschen. Tja, was ist klüger? Jetzt ist das Geld alle – vorübergehend, hoffe ich.“

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Sandor Kosdis Land

Gärtner war eigentlich das Letzte, was Sandor Kosdi werden wollte. Er kennt den Wahnsinn der Gewächshauszucht von zu Hause aus den Niederlanden. „Diesen Mahlstrom aus immer mehr und immer größer und innovativer, um noch ein akzeptables Einkommen zu haben. Mein Bruder in den Niederlanden arbeitet mit seinen energieverschlingenden Megagewächshäusern, so wie es aussieht, vor allem für die Bank. Es braucht nur eine Kleinigkeit zu passieren … Er war mitten in der Gurkenernte und konnte sie wegen der Ehec-Katastrophe nicht loswerden. Der Fehler eines deutschen Beamten, der die Gurke zur Infektionsquelle erklärt hatte.“ In den zurückliegenden fünfzehn Jahren haben sechzig Prozent der niederländischen Gewächshausbetreiber aufgegeben. Der Rest produziert für zwei. „Der Stress ist nichts für mich. Ich bin ohnehin schon ein ziemlich nervöser Typ.“

„Ich hatte immer einen Hang zu Ungarn“, erzählt Kosdi. „Als ich um die dreißig war, 1997, bin ich aus Holland emigriert. Man ist jung und möchte mal etwas ausprobieren.“ Er fing bei Amstel Ungarn an und machte sich anschließend selbständig, unter anderem im Blumenhandel, mit einem Partner. Es war kein Erfolg. Was macht man dann? „Von Gemüseanbau und Handel hatte ich absolut keine Ahnung. Ich habe ein Ingenieur-Diplom. Das hilft ein bisschen, so habe ich aus einer alten russischen Fräsmaschine einen Apparat zum Aufdecken der Folien auf den Gewächshäusern konstruiert. Ja, letztendlich ist es dann doch der Gartenbau geworden. Jetzt, wo ich darüber nachdenke: Mein Vater ist auch erst in einem fremden Land Gärtner geworden. Wenn es schlecht bei mir läuft, in einer Saison mit viel Sturm und Hagel oder mit Großhändlern, die meine Paprikalieferungen nicht bezahlen, denke ich an meinen Vater. Er kam auch von weit her und hat mit nichts angefangen. Und er hat es geschafft, mit seinen Gurken.“

Von Ungarn nach Holland und wieder zurück

Sandors ungarischer Vater Gergely Kosdi flüchtete 1956 vor den Sowjetpanzern, die den Aufstand gegen den Kommunismus in seinem Land erstickten. „In Österreich hat man ihn gefragt, wo er hin wollte. ‚Nach Hollandʻ, hat er gerufen. Er ging gern ins Kino und hatte einen Film über niederländische Gärtner gesehen, so hat er mir erzählt, die mit allerhand technischen Finessen Tomaten und Gurken züchteten. Keine Paprikas, denn die kannte man in Holland damals überhaupt nicht.“

Haidúdorog - Foto Annemieke Hendriks_web

Hajdúdorog

Neunzehn war Sandor Kosdis Vater damals. Er fand tatsächlich Arbeit in den Gewächshäusern im Westland, dem ausgedehnten Gartenbaugebiet entlang der Küste bei Den Haag, das man als „Die Gläserne Stadt“ kannte. Dort begegnete Gergely Kosdi eines Abends beim Tanz Helga van Spronsen – nicht zufällig eine Gärtnerstochter. Gergely wurde Gurkenzüchter und gründete mit Helga eine Familie. Und als es dann später möglich war, machte die kleine Familie Urlaub bei seiner Familie im kommunistischen Ungarn. „Während des Ingenieurstudiums konnte ich ein Praktikum im Ausland machen. Na, ich wusste schon, wo. Das war kurz vor dem Mauerfall. Mich hat das alles sehr beeindruckt. Die Computer hier waren moderner als die in den Niederlanden! Als der Eiserne Vorhang an der Grenze zu Österreich aufging, saß ich schon wieder zu Hause. Das habe ich komischerweise nicht so miterlebt.“

Kurz darauf lernte er seine zukünftige Frau kennen – nicht zufällig eine Ungarin. Ihre Familie kommt aus der Region, der armen ostungarischen Puszta. „Als wir nach Hajdúdorog umzogen, hat mein Vater noch einen ungarischen Pass für mich organisiert. Ein Niederländer konnte hier kein Land kaufen, und das ist noch immer schwierig. O je, mein ungarischer Pass ist abgelaufen, fällt mir gerade ein. Und den niederländischen muss ich auch noch verlängern lassen. Tja, was bin ich jetzt?“

Wenn man mit dem Zug in Hajdúdorog ankommt, glaubt man sich in den Niederlanden. Es weht ein steifer Wind. Bei dem kleinen Bahnhof gibt es einen Fahrradständer, sogar mit einem Dach darüber. Manch einer steigt direkt aus dem Zug auf sein Fahrrad. Die Familie Kosdi wohnt ziemlich abgelegen außerhalb des Dorfkerns. Die Kinder sind hier geboren und sprechen kein Niederländisch. Sandor Kosdi wird hier jedoch „der Holländer“ genannt. Und so fühlt er sich auch, oder vielleicht hier erst so richtig. Sein halbfertiges Haus ärgert ihn, das ist der kalvinistische Niederländer in ihm. „All die Unordnung hier auf dem Gelände, all das, was nicht fertig ist … Ich bin einer, der ständig aufräumen muss.“

Niederländische Paprika (r.) neben ungarische, Dorfladen Haidúdorog - Foto Annemieke Hendriks_web

Niederländische neben ungarischen Paprika (links) im Dorfladen Haidúdorog

Doch an diesem windigen Morgen des 1. Juni muss Blumenkohl geliefert werden. Sandor Kosdi begibt sich damit zum Gemüseladen des Dorfes. Er sieht sich dort immer gut um. Es gibt reichlich Paprikas im Angebot, das fällt auf. Die beliebten, vorn spitz zulaufenden, weißen ungarischen Paprikas sehen ziemlich verschrumpelt aus und sind daher jetzt billig. Die Sorte hält sich nicht lange. Kosdi: „Frisch kosten sie ansonsten sicher zwei Euro das Kilo, im Einkauf!“ Sie kommen aus Südungarn, aus der bescheidenen Warmzucht unter Glas, mit der das Land versucht, den Jahreszeiten zu trotzen. Daneben liegen stolze viereckige rote Paprikas aus Holland und etwas dunklere rote aus Spanien. Beide kosten gut und gern vier Euro das Kilo.

Doch wer im „Paprikaland Ungarn“ kauft die teuren Importpaprikas? Nahezu alle Ungarn, die man danach fragt, schwören, dass sie nur ungarische Paprikas mögen und diese erst in der Saison essen. Dann sind sie frisch und preiswert. Nun ja, zu Garnierungszwecken kaufen sie schon mal so eine „bittere, steinharte“ Blockpaprika aus dem Ausland. Ansonsten sind sie nämlich „selbst gekocht nicht durch den Hals zu kriegen“, fügen sie gleich hinzu.

Auch auf dem Dorfmarkt von Hajdúdorog sieht Sandor Kosdi teure niederländische und spanische Blockpaprikas, auch Kalifornien-Paprikas genannt. Und in den Supermärkten der nahen Großstadt Debrecen liegen sie ebenfalls aufgetürmt da. Es sind so viele, dass der Ungar Tausende von Banketts damit garnieren könnte, hübsch Ton in Ton aus diversen Rottönen. Oder, nach Wahl, mit Gelb- oder Grüntonen gespickt. Denn in den städtischen Supermärkten und Discountergeschäften liegen außerdem die bekannten Trikolore-Beutel in ihrer „Ampelverpackung“, mit einer roten, einer gelben und einer grünen Blockpaprika. Manchmal steht handschriftlich „Spanyol“ daneben, doch laut Verpackung stammen sie von ABC Westland 545, 2685 DG Poeldijk“, also aus den Niederlanden. Na ja, sie sehen völlig austauschbar aus.

Wer kauft viereckige Paprika?

Was noch merkwürdiger ist: Wenn die ungarische Paprikasaison erst einmal losgeht, verschwinden diese westeuropäischen Paprikas nicht aus den Regalen. Manchmal werden die Preise gesenkt, doch sie sind durchweg zwei bis dreimal so teuer wie die ungarischen. Ja, sie kosten sogar mehr, viel mehr, als die Paprikas, die es zur selben Zeit in Deutschland, den Niederlanden, Spanien oder Österreich zu kaufen gibt.

Aber wer kauft die viereckige Paprika denn? Der Leiter der staatlichen ungarischen Handelsorganisation für landwirtschaftliche und Gartenbauprodukte gab auf eine entsprechende Frage hin vor ein paar Jahren eine lange, bedächtige Antwort. Zusammengefasst: „Im Prinzip kauft niemand von hier sie, selbstverständlich. Wäre es nicht so, dass die internationalen Supermarktketten kein einheimisches Gemüse im Sortiment haben wollen.“ Aber dann kauft der Ungar seine weißen und auch roten, spitz zulaufenden Paprikas doch auf dem Markt oder beim Gemüsehändler? Das tue er auch, sagte er, in der Saison. Nun ja, der Landwirtschaft und dem Gartenbau gehe es in seinem Land nicht so gut, gab er zu.

2003, ein Jahr, bevor Ungarn der Europäischen Union beitrat, hatte derselbe Leiter des ungarischen Obst- und Gemüsemarktes in einer Fachzeitschrift noch laut gerufen, dass er „vor der niederländischen Konkurrenz keine Angst“ habe. Eher noch vor der spanischen, doch da werde die Qualität der ungarischen Paprika siegen. Ein Mittel dagegen hatte er in diesen zehn Jahren daher auch nicht entwickelt. Er dachte nicht in Begriffen unterstützender Maßnahmen für die Obst- und Gemüsebauern in seinem Land, sondern in Imperativen. Man solle als gute Ungarn einfach mehr nationale Waren kaufen. Und die Paprika müsse eine geschützte Marke werden, „so wie unser Pálinka.“

Wie kam die Paprika nach Europa?

Dazu wird es nicht kommen. Die Paprika stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika, ist also nicht original ungarisch. Und es waren die Ottomanen, also türkische Herrscher, die den Ungarn beibrachten, dass man diese „Zierpflanze“ essen konnte. Auf breiter Front taten sie dies erst im Habsburger Reich um 1800. Dies war wiederum den Talenten der bulgarischen Gärtner im Reich zu verdanken. Zugegeben, es war ein Ungar, der 1937 mit seiner Entdeckung der Paprika (wörtlich: „Pfeffer“) als Vitaminbombe den Nobelpreis für Medizin gewann. Und von Ungarn aus ist die Paprika schließlich in den Niederlanden und Deutschland gelandet, das schon.

Der ungarische Staat hätte das Elend für den kleinen Gärtner voraussehen können. Nach dem Fall der Mauer hatten viele – wenn auch mit Mühe – kleine Parzellen alten Familienbesitzes zurückbekommen. Und was machte man als Erstes? Das Stückchen Land einzäunen, wobei die Wasserleitungen der verhassten Kolchosen oft einfach kaputtgeschlagen wurden. In den vom kommunistischen Regime erzwungenen kollektiven Landwirtschaftsbetrieben war kaum Paprika produziert worden; in den kleinen Privatgärten dafür umso mehr. Diesen Kleingärten, aus denen auch verkauft werden durfte, verdankte die Volksrepublik Ungarn ihren Ruf des „Gulasch-Kommunismus“: ein bisschen freier Markt und somit gutes Essen.

“Überfall auf den Ungarischen Markt”

Die Paprikazucht wurde nach 1989 in größerem Stil fortgesetzt. Es gab genug Ungarn, die nun von ihrem Grund und Boden zu leben versuchten. Ohne Subventionen und professionelle Ausrüstung war das kein Vergnügen. Kleine Familienbetriebe ohne Personal hatten die besten Perspektiven – neben einer begrenzten Anzahl neuer, großer Kooperativen auf professionellem Niveau. Doch schon bald nach dem Sturz des alten Regimes begann, was viele hier den „Überfall auf den ungarischen Markt“ nennen. Eine Flut von Importwaren, einschließlich frischen Gemüses, kam auf Ungarn zu, und diese Flut sollte im Laufe der Jahre sogar noch anschwellen.

Die neuen Supermärkte lockten mit Schnäppchenpreisen, beispielsweise für die massenhaft ausgelegten westeuropäischen Blockpaprikas. Die Bevölkerung kaufte sie dankbar. In der Hektik des neuen kapitalistischen Lebens gab man den eigenen kleinen Gemüsegarten dann gern auf. Doch irgendwann begannen die Supermarktpreise zu steigen.

Aktuelle Studien zeigen, dass der Ungar für einen Warenkorb bereits fünfzehn Prozent mehr bezahlt als der Österreicher, der ein gutes Stück mehr verdient. Die ungarischen Nahrungsmittelproduzenten profitieren kaum von den steigenden Preisen. Zwanzig Jahre nach Öffnung des Eisernen Vorhangs waren in Ungarn weniger als zehn Prozent der Waren im Supermarkt noch inländischen Ursprungs, so die Zahlen der südungarischen Handelskammer. Außerdem kämpfen die Produzenten häufig mit veralteter Technologie, so wie Sandor Kosdi, der nur allzu gern ein holländisches Glasgewächshaus dazu hätte. „Das würde mir mindestens das Sechsfache an Paprikas einbringen. Aber man kann hier von der Bank keinen bezahlbaren Kredit kriegen.“

Der Nachgeschmack des Kommunismus

Der kleine Gemüsebauer, der Paprikaproduzent im familiären Setting, kommt mit seinen weißen und roten Spitzpaprikas bei den Supermarktketten kaum zum Zuge. Nicht, weil die internationalen Unternehmen etwas gegen ungarische Paprikas hätten – wie es der Vertreter der staatlichen Handelsorganisation angedeutet hatte –, sondern weil das Angebot zu klein, zu wenig konstant hinsichtlich Qualität und Form sowie zu sehr saisonal gebunden ist. Ein Umstieg auf Blockpaprikas würde deshalb auch nichts nützen

Wenn man mit Ungarn, nicht mit Paprikaerzeugern im Speziellen, so richtig ins Gespräch kommt, lassen sie häufig noch eine weitere Katze aus dem Sack. Eine, bei der man die Schuld nicht beim Staat oder bei „Europa“ sucht, sondern bei sich selbst – oder besser: „dem anderen.“ Es herrscht auffallend viel Misstrauen, Neid und asoziales Verhalten zwischen den Menschen. Ungarn stimmen dem zu, und nicht nur die Älteren. Sie erklären diese Haltung mit dem Kommunismus, als „die Menschen gegeneinander ausgespielt wurden“, sowie mit der postkommunistischen Korruption an der Spitze der Verwaltung, „die ein schlechtes Beispiel gibt.“

Sich als Erzeuger in einer Genossenschaft organisieren, damit man zusammen die Faust gegenüber den Supermärkten ballen kann? Vergiss es. „Genossenschaften hauen dich übers Ohr“, hört man dann. Die Paprikazüchter scheinen ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen auch lieber nicht miteinander zu teilen, geschweige denn ihre Sachen. Ein Sprichwort von hier lautet: „Die Kuh des Nachbarn möge tot umfallen.“

Manchmal wird die Stimmung grimmig. Dann hört man einen jungen Paprikazüchter plötzlich gegen „die Multis und die Juden“ wettern, die den Ungarn dies alles angetan haben. Das Volk murrt wegen seines zu teuren Einkaufs und seiner verlorenen Jobs. Wenn die politische Führung des Landes noch ein klein wenig nationale Emotion hinzufügt, erscheint die Europäische Union, die sich zuerst als der Weihnachtsmann präsentierte, der Geschenken bringt, in der ungarischen Sicht rasch als Wolf im Schafspelz.

Sandor Kosdi kennt die peinvolle Vergangenheit Ungarns kaum aus eigener Erfahrung. Groll ist etwas, das ihm fern liegt, und nationalistische Gefühle sind ihm fremd. Das Land zog ihn einfach an. Doch er scheitert regelmäßig an dieser Mentalität. „Ich müsste eigentlich mehr produzieren und vor allem auch effizienter handeln, um als Betrieb zu überleben. So möchte ich einen sehr guten Lastwagen anschaffen, vorzugsweise zusammen mit Gärtnerkollegen. Dann kann man Waren derselben Qualität außerdem gemeinsam transportieren. Aber na ja, zusammenarbeiten in Ungarn?“

“Wenn ich ehrlich bin, bin ich glücklicher.“

Manchmal stehe es ihm bis hier, seufzt er. In einer solchen Stimmung hat er dem ungarischen Online-Magazin Agrár Unió einmal anvertraut: „In Ungarn herrscht eine erbärmliche Arbeitsmoral“, so kann man es in dem Interview mit ihm lesen. Er illustrierte seine Behauptung mit Beispielen, die es in sich haben. Frei übersetzt: „Letzten Juni hatte ich fünfzigtausend reife Maiskolben, und die mussten zu deutschen Supermärkten transportiert werden. Es sind nicht genug Kisten an mich zurückgeliefert worden, und viele davon waren auch kaputt … In Ungarn ist das Einhalten von Verträgen ein Riesenproblem, vor allem auch, was das Zurückbekommen der eigenen Sachen angeht. In den Niederlanden mietet man die Sachen von einer Genossenschaft – und hat weiter nichts damit zu tun.“

„Da flog auch noch ein Rad vom Lastwagen“, spottet Kosdi jetzt. Er steht in der Tat überall allein vor der Arbeit. „In den Niederlanden nehmen dir die Erzeugervereine sehr viel Arbeit ab. Meine Eltern brauchten beispielsweise kaum Verwaltungskram zu machen. Nächste Woche steht der Mann vom Finanzamt wieder bei mir vor der Tür, ein äußerst undurchsichtiges System … Ich habe es jetzt schon an den Nerven.“

Ehrlichkeit ist etwas für die Dummen, sagt man hier. „Machst du beim Bluffen und Lügen nicht mit, guckst du in die Röhre. Na ja, in den Niederlanden wird auch ganz schön geschummelt, allein schon die Offshore-Steuerparadiese, von denen man jetzt liest …“ Sandor Kosdi wundert sich über die menschlichen Unzulänglichkeiten. Er selbst ist eher ein sanftmütiger Zauderer. „Dann werde ich eben nicht reich. Wenn ich bei dem, was ich tue, ehrlich bin, bin ich auch glücklicher.“

Um christlich zu handeln, muss er nicht in die Kirche gehen, „ich wüsste nicht, in welche, zu viel Auswahl.“ Seine Frau findet in diesen schweren Zeiten Unterstützung bei den Zeugen Jehovas im Dorf. Intensive Unterstützung, doch im Gegenzug erwartet man eine ebenso intensive Teilnahme am Leben der Glaubensgemeinschaft im Dorf. Das nimmt nahezu das gesamte Wochenende in Beschlag. Sie nimmt die Kinder oft mit. Ehegatte Sandor rackert sich derweil auf Gottes Acker ab.

Zukunftsängste im “Paprikaland Ungarn”

Er kann schon verstehen, dass das Leid die Menschen abstumpft. „Viele sehen keine Zukunft, wissen nicht, wovon sie leben sollen. „Dann ist es begreiflich, dass ein Großteil des einheimischen Gemüses auf einem grauen Mark gehandelt wird, an der Haustür und schwarz auf den Märkten oder unter der Hand. „Sonst schafft es der kleine ungarische Gärtner nicht.“ Die offiziellen Zahlen über die ungarische Paprikaproduktion müssen also schon ein wenig nach oben korrigiert werden.

„Ich war zu höflich und zu gutgläubig“, erzählt Kosdi. „Bei uns gab es am Anfang beispielsweise jeden Tag Kaffee für das Personal. Na ja, jetzt nicht mehr. Das macht hier keiner, und es wird dadurch auch nicht wirklich besser gearbeitet. Und Alkohol gibt es auf meinem Land auch nicht mehr, außer zu besonderen Anlässen.“ Der holländische Ungar ist inzwischen auch ein Europäer geworden, und das genießt er. „Außerhalb der Hauptsaison, so wie jetzt, habe ich zwölf Mitarbeiter: Ungarn, Ukrainer, Rumänen: Sind wir hier nicht international! Sieh mal, meine phantastische Ukrainerin steckt jetzt die Kohlsaat in Hunderte von kleinen Töpfen mit Erde … Ach, ich habe mich ja selbst für dieses Leben entschieden.“

Kosdi weiß nur allzu gut, dass die wichtigste Ursache des Problems mit dem Paprikahandel nicht in der Qualität seiner Waren, in seinen Geschäftspartnern, seinen kaufmännischen Entscheidungen und seinem Personal besteht. „Paprikaland Ungarn“ zählt beim europäischen Gemüsehandel nicht wirklich mit, da dieser Handel nach Gesetzen funktioniert, die nicht in diesem Land gemacht worden sind. Solche Regeln sind in der Nachkriegspraxis entstanden, und zwar im westeuropäischen Kräftefeld. Die ehemaligen Ostblockländer sind in diesem Spiel vor allem als neuer Absatzmarkt gedacht.

Konkurrenz am europäischen Markt

Spanien allein produziert mehr Paprikas als die Niederlande, Italien, Ungarn und Rumänien zusammen – die Top-Fünf in der EU. Die Niederlande produzieren inzwischen mindestens zweimal so viele Paprikas wie Ungarn. Und die werden nicht im eigenen Land gegessen, so wie der Großteil der ungarischen Paprikas. Die niederländische Paprika wird für den Export produziert und landet vor allem auf dem deutschen Markt.

Trotzdem werden die Niederlande mindestens in einem Atemzug mit Spanien genannt, wenn es um den Exportpaprika geht. Die Niederlande sind nämlich Exportweltmeister in frischem Gemüse. Kein Land der Welt führt so viel Frischgemüse aus, allem voran Tomaten, Zwiebeln und Paprikas, wie dieser Winzpolder, der nur 0,008 Prozent der Erdoberfläche ausmacht. Der Clou ist der, dass lediglich ein Teil dieses Exports aus eigener Produktion stammt. Es ist der Handel, der die Niederlande an die Spitze des Weltklassements geführt hat.

Wie dieser Prozess funktioniert, lässt sich ausgezeichnet an den Ampelverpackungen der Paprikas in den internationalen Supermarktketten zeigen. Manchmal stammen alle drei Paprikas aus Spanien, obwohl sie in Poeldijk verpackt worden sind. Es kann auch sein, dass der rote Paprika in den Niederlanden, der gelbe in Israel und der grüne in Spanien erzeugt worden ist – oder umgekehrt. Die Niederlande liefern solche „Trikolore“-Beutel das ganze Jahr über. Das Land importiert nämlich zuerst Riesenmengen an Paprikas und führt sie anschließend wieder aus. Das nennt man „Wiederausfuhr“, also Handel.

Ein solch konstanter Strom an Paprikas mit konstanter Form und Qualität, und aus einem vertrauenswürdigen Herkunftsland, wird von den internationalen Supermarktketten geschätzt. Lidl oder SPAR Ungarn geben an, dass sie nicht mehr als einen bestimmten Betrag für Paprikas bezahlen wollen. „Und wer liefert sie?“ Diese rhetorische Frage wird vom niederländischen Großhandelsbüro für Obst und Gemüse gestellt, wo man komplizierte Dinge einfach erklären kann: „Die Niederlande! Wir können immer liefern. Und so ungefähr zum niedrigsten Herstellungspreis der Welt.“

Die niederländischen Züchter, Im- und Exporteure sowie angelagerte Betriebe wie Transporteure und Verpacker sind nämlich ausgezeichnet organisiert. So können die Holländer im Spiel mit den multinationalen Supermarktketten gemeinsam auftreten, auch wenn sie natürlich von dem abhängig sind, was die Ketten ausgeben wollen. Der SPAR war ursprünglich eine niederländische Genossenschaft, und der Name sagt es schon: Door Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig – Durch einträchtige Zusammenarbeit profitieren alle regelmäßig.

Nur ein halbes Prozent der Paprikas aus Holland landet in Ungarn. Es ist, zusammen mit den spanischen, genug, um den ungarischen Markt durcheinanderzubringen. Aber kaufen die Ungarn diese teuren Blockpaprikas in ihren Supermärkten denn trotzdem, auch wenn sie das Gegenteil behaupten? Ja sicher, vor allem im Winter, wenn auch in begrenztem Umfang. Seit der Wirtschaftskrise im Land ist die Nachfrage nach Paprika ohnehin um zwanzig Prozent gesunken. Doch den westeuropäischen Paprikazüchtern macht die rückläufige Entwicklung nicht viel aus. Der Herstellungspreis ihrer Paprika ist sehr niedrig – nicht zuletzt dank der europäischen Subventionen für organisierte Züchter. Und der Absatz ist sehr groß. Eine große einförmige Masse frisches Gemüse, darunter Paprika, wird zu den internationalen Supermärkten und Discountern durchgelotst. Der Einkaufspreis für die Paprika tut diesen Ketten ebenfalls nicht weh. Zudem können sie die Blockpaprikas schier endlos in der Auslage liegen lassen, bis sie schlaff werden, und sie schmücken den Laden allerliebst.

Die Genossenschaft bestimmt, wo die Paprikas landen

Kosdis zukünftiges Gemuse - Foto A. Hendriks_web

Kosdis zukünftiges Gemuse

So gehen die Paprikas hin und her über den europäischen Kontinent. Sandor Kosdi verkauft seine ungarischen Spitzpaprikas, ebenso wie seinen zum menschlichen Verzehr geeigneten Mais, dann doch über so eine verabscheuenswürdige regionale Genossenschaft, an der er im landwirtschaftlichen Online-Magazin noch sein Mütchen gekühlt hatte, weil die Logistik dort überhaupt nicht funktioniere. „Mein Gemüse landet in Deutschland, bei Aldi und Kaufland beispielsweise, und in Skandinavien. Nein, nicht in den Niederlanden. Ich habe darauf keinen Einfluss, die Genossenschaft bestimmt den Handel. Aber ich glaube, dass es dafür dort keinen Markt gibt. Sogar die roten Spitzpaprikas, die Kapias, werden in den Niederlanden selbst erzeugt. In den Niederlanden können sie alles züchten.“

Kosdi sprach über die Kapia, weil er gerade Samen für die Spitzpaprika kaufen will. Das heißt, er hat ein „Speed-Date“ bei einer Tankstelle zwanzig Kilometer entfernt, damit er nicht ganz nach Budapest fahren muss. In der Hauptstadt gibt es eine Niederlassung von RijkZwaan, einem multinationalen Saatunternehmen, das ein holländischer Familienbetrieb geblieben ist. Dort befinden sich auch Büros der anderen großen holländischen Gemüsesaatbetriebe. Sie veredeln und verkaufen Saat weltweit.

Das große Geschäft mit der Saat

Nicht nur nahezu identische Paprikas wandern über den gesamten europäischen Kontinent, sondern auch der Paprikasamen reist kreuz und quer durch Europa – und den Rest der Welt. Das ist big business, jedoch unsichtbar für den Laien. Noch weniger bekannt ist, dass jeder der großen biochemischen Konzerne eine holländische Saatgröße verspeist hat. Kosdi weiß es genau: „Ich habe Saat von allen Großen. Und nicht nur ich. Man verwendet hier häufig niederländischen Samen, auch für typisch ungarische Paprikasorten.“

Gestern trug er noch ein T-Shirt mit Royal Sluis darauf. „Diese Saatfirma wurde von Seminis übernommen“, erklärt er, „und Seminis von Monsanto. Nunhems gehört inzwischen Bayer, auch De Ruiter Seeds ist jetzt Teil von Monsanto.“ Auf dem Weg zur Tankstelle zeigt Kosdi auf vereinzelte Baumgruppen – „da standen Bauernhöfe, bis die Kommunisten sie zerstört haben“ – und auf verstreute, kleine Schafherden: „Die Hirten haben alle Internet bei sich, und statt Hunde haben sie jetzt Elektrozäune.“ In der Ferne sieht man Bergland. „Das ist die Weinregion Tokaj.“ Und dort ist die kleine Tankstelle. Eine junge Frau übergibt Kosdi die bestellte Saat und wird für die Mühe mit Kartoffeln und Blumenkohl belohnt. „Das bisschen Saat kostet mich immerhin zweitausend Euro. Jedes Jahr wieder, aber dann hat man zuverlässiges und gesundes Zeug.“

Kosdi und seine Paprikastecklinge - diese auf modernes Kokossubstrat - Foto A. Hendriks_web

Kosdi und seine Paprikastecklinge auf modernem Kokossubstrat

Der Samen, den Kosdis ukrainische Mitarbeiterin bereits seit Tagen präzise in kleine Töpfchen mit Erde steckt, ist mal knallgelb, dann wieder giftblau mit Perlmuttglanz. Das sagt nichts über den Inhalt aus. Die Farbe ist ein kleiner Scherz beim Coating, der Schutzschicht gegen Krankheiten und Ungeziefer. „Der Pusztaboden besteht aus fruchtbarem Löss“, erzählt Kosdi. „Das ist schön, aber je natürlicher der Boden, umso mehr Feinde haben die Pflänzchen, vor allem in dem Becken, in dem wir hier sitzen. Deswegen ziehe ich jetzt auch Kapias auf Kokosmatten, als Experiment. Das ist Hydrokultur: Der Paprika steht auf Substrat statt auf Pusztaboden und bekommt seine Nahrung über kleine Schläuche. Die niederländische Gewächshauszucht kennt fast nichts anderes mehr. Der Vorteil ist der, dass man so nahezu biologisch züchten kann, ohne Chemie.“

Doch im Moment kann Kosdi nicht mit biologischen Mitteln arbeiten. Er hat eine Raupenplage auf den Kohlpflanzen – oder waren es Koloradokäfer, oder beide? Auf jeden Fall lassen die Biester sich nicht mit unschuldiger Ungeziefervernichtung vertreiben. Kosdi ist schwer beschäftigt, redet und redet und schüttelt dabei die Flasche mit Chemikalien des Multinationals Syngenta („hat auch eine niederländische Saatfirma geschluckt“). Dabei bekommt er so einiges von dem giftigen Zeug ab, das eigentlich für die Sprühvorrichtung hinter seinem Belarus-Traktor gedacht war. Er hatte nicht bemerkt, dass die Kappe schon ab war. Schnell greift er zu einem Wasserschlauch und richtet einen ordentlichen Strahl auf sich. „Ups, das ging daneben.“

Später am Tag erzählt Sandor Kosdi, weshalb er, anders als sein Vater und sein Bruder, keine Gurken anbauen will. „Es ist eine störanfällige, schwierige Zucht, die man viel besprühen muss. Ich habe schon mein ganzes junges Leben in den Gurkengewächshäusern verbracht, im Gift also. Heutzutage haben sie zwar weniger schädliche Alternativen, aber früher war das ganz schön heftig. Ich habe manchmal gedacht, dass der Krebs, an dem mein Vater gestorben ist, von dem Gift stammte, das er gegen den Koloradokäfer auf seine Gurken gespritzt hat.“

In einer Mail von Sandor Kosdi aus dem Jahr 2011 an die Autorin: „Weißt du, dass die van Spronsens, die Vorfahren meiner Mutter aus Loosduinen, um 1900 herum nach Manschnow, nicht weit von Berlin, umgezogen sind, um da den Gartenbau zu organisieren?

Übersetzung: Gerd Busse

 

 


annemieke hendriks

Annemieke Hendriks lebt und arbeitet als freie Schriftstellerin in Berlin und Amerstdam. Von April bis Juni 2013 war sie Milena Jesenská Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen, wo Teile ihres jüngstens Buchs “Biografie der Tomate – Vom Samen bis zum Superstar auf dem europäischen Markt” (Werktitel) entstanden sind. Der Prolog des Buchs, eine zusammenhängende  Familiengeschiche in vier Teilen, wird in deutscher Übersetzung ab sofort wöchentlich auf Transit online vorgestellt. Es folgen in Kürze:

2. ‘Klein-Holland’ im Oderbruch
Walter und Frank Schütz in Manschnow

3. Daheim an der Nordseeküste
Helga Kosdi-van Spronsen und ihre Odyssee

4. Der Untergang des regionalen Gartenbaus
Wo ist es nur, das Frischgemüse für Berlin?
+ Epilog und Ausblick

Zum Buch Biografie der Tomate – Vom Samen bis zum Superstar auf dem europäischen Markt (Werktitel)

Das Buchprojekt, dessen Prolog hier vorgestellt wird, wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von: