Lebendige Erinnerung an die Diktatur
Was Europas Süden und Osten gemeinsam haben

Der französische Politikwissenschaftler Maurice Duverger wurde 1951 europaweit durch das „Duverger’sche Gesetz“ bekannt, demzufolge ein System einfacher Mehrheit in Einerwahlkreisen die Herausbildung eines Zweiparteiensystems begünstigt. Zehn Jahre später jedoch veröffentlichte der 1917 geborene Sozialdemokrat ein mit „De la dictature“ betiteltes Buch, in dem er nicht trockene sozialwissenschaftliche Wahlstatistik trieb, sondern einen emotionalen, gar dramatischen Ton anschlug: „Die Diktatur bedroht ständig unsere Generation: wir sind es schon gewohnt, dass sie uns wie ein wildes Tier beschleicht, dessen Brüllen uns in der Nacht aufschrecken lässt, das uns so nahe kommt, dass wir manchmal seinen Atem verspüren. Jeder Abschnitt unseres Lebens ist durch eine Tyrannei gekennzeichnet. Mussolini betrat das Capitol, als wir noch mit Glaskugeln spielten; Hitler kam, als wir im Jünglingsalter standen; Franco und Pétain traten auf, als wir junge Männer waren; die Volksdemokratien entstanden, als wir den Weg der Reife beschritten; dann waren die Militärs des Mittleren Ostens an der Reihe, schließlich die unseren.“ Duverger porträtiert hier die „Bestie Diktatur“ als gesamteuropäisches Phänomen – als ein Raubtier, das 1945 mitnichten zur Strecke gebracht wurde und auch seitdem sein Unwesen keinesfalls nur im sowjetischen Hegemonialbereich trieb. Neben dem transnationalen Charakter der Diktatur als Herrschaftsform macht er die generationelle Prägung der Erfahrung der Diktatur und der ständigen Bedrohung durch sie deutlich.

In Duvergers Perspektive des Jahres 1961 war die Diktaturgefahr in Europa endemisch, ubiquitär und permanent. Das nimmt sich fünfzig Jahre später, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, zwar partiell anders aus, im Rückblick auf das 20. Jahrhundert – und dabei auch und gerade auf die Zeit nach 1961 – aber nicht: Portugal und Spanien waren damals ebenso Diktaturen wie die Sowjetunion, die übrigen Warschauer Pakt-Staaten sowie das Jugoslawien Josip Broz-Titos und das Albanien Enver Hoxhas; 1967 errichtete eine Militärjunta ein bis 1974 währendes diktatorisches Regime in Griechenland; von 1987 bis 2000 herrschte Slobodan Miloševi? diktatorisch über Serbien; seit 1990 steht der Ostteil Moldovas unter der Willkürherrschaft einer spätsowjetischen Funktionärs-, Manager- und Geheimdienstclique; und 1994 etablierte Aljaksandr Lukaschenka ein bis heute anhaltendes autoritär-repressives Präsidialregime in Weißrussland. Diktatur ist in Europa also kein Phänomen der Vergangenheit – und ihre gesellschaftliche Aufarbeitung schon gar nicht.

Dass von traumatischen Kollektiverfahrungen geprägte Generationen – siehe prototypisch Duverger! – ihrerseits die Erinnerungskulturen von Nationalgesellschaften prägen, zeigt der vergleichende Blick auf Europa: Im West- und Nordeuropa der Gegenwart ist die Erinnerung an diktatorische Regime und/oder an die Besatzung durch eine fremde Macht im Verblassen; nur noch wenige der heute Lebenden haben Mussolinis Faschismus, das Vichy-Regime oder die nationalsozialistische Besatzung Norwegens miterlebt. Anders Süd- und Osteuropa: Etwa die Hälfte aller Griechen, Portugiesen und Spanier kann sich an die bis in die Mitte der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts herrschenden Diktaturen lebhaft erinnern, und noch höher ist der Prozentsatz derjenigen, die in den „durchherrschten“ Gesellschaften der Sowjetunion und der übrigen RGW-Ländern sowie Albaniens und Jugoslawiens in den Jahrzehnten vor 1989/91 aufgewachsen sind. Hierin liegt also eine Gemeinsamkeit, die den südlichen Teil der „Westeuropäer“ mit den „Osteuropäern“ verbindet und welcher sie zugleich vom nördlichen – glücklicheren? – Teil der „Westeuropäer“ unterscheidet. Neben der Barriere, welche die Erinnerungskulturen Europas seit 1945 in „West“ und „Ost“ separiert, gar nach Holocaust-Erinnerung und GULag-Gedächtnis sortiert, und dem Ostmitteleuropa von den GUS-Mitgliedern Ukraine, Russland und Weißrussland trennenden Jalta-Stalingrad-Graben gibt es also noch mindestens eine weitere Trennlinie, die den Kontinent erinnerungskulturell unterteilt, und zwar in ein imaginäres Zentrum sowie in mehrere Peripherien. Und eben zwei dieser „Peripherien“, die östliche und die südliche, haben die Erinnerung an diktatorische Regime, die erst vor zwei bis dreieinhalb Jahrzehnten kollabiert sind, gemeinsam.

Die Diskussion darüber, ob „Europa“ eine eigene, europabezogene Identifikationsprozesse weiter befördernde Erinnerungskultur benötigt – und folgerichtig eine transeuropäische Geschichtspolitik entwickeln muss – beziehungsweise ob ein solch „europäisches Gedächtnis“ bereits im Entstehen ist, ist in vollem Gange. Einen Gliederungsvorschlag mit großer Praxisnähe hat dabei Claus Leggewie unterbreitet, indem er auf sieben „konzentrischen Kreise“ gleich angeordnete „ Anker und Fluchtpunkte einer supra- und transnationalen Erinnerung“ abhebt. Diesen schreibt er das Potential zur Stiftung einer qualitativ neuen Identität der Europäer als „größtem Noch-Nicht-Volk der Erde“ zu – in der Gestalt eines zuvor nur bei Einzelnationen feststellbaren „gemeinsamen Geschichtsbewusstseins“. Die ersten fünf seiner Kreise werden dabei von den „großen Katastrophen des langen 20. Jahrhunderts“ gebildet, nämlich vom Holocaust als memorialen Nukleus, weiter GULag, ethnische Säuberungen, Genozid an den Armeniern und Kolonialismus. Der sechste Kreis, „Europa als Einwanderungskontinent“, ist ambivalenter Natur, und nur der siebte, „Europas Erfolgsgeschichte nach 1945“, ist eindeutig positiver Art.

Leggewies „konzentrische Kreise“ basieren sämtlich auf konkreter Memorialpolitik. Denn paneuropäische Institutionen wie die Europäische Union und der Europarat, am Rande auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), haben die Erinnerungskultur als Teilgebiet europäischen Identitätsmanagements und damit als neues und viel versprechendes Politikfeld erkannt. Sie formulieren entsprechend teils informell, teils offiziell eigene Geschichtspolitiken und erproben diese tastend. Auch wenn der Konsens über eine europäische identitätspolitische Arbeitsteilung zwischen der EU einerseits, hier vor allem dem Europäischen Parlament, und dem Europarat andererseits – auch hier ist die Parlamentarische Versammlung die treibende Kraft – mittlerweile bröckelt, ist die europäische Geschichte, neben den europäischen Werten, auch gegenwärtig die Domäne der ältesten, in Straßburg ansässigen paneuropäischen Institution. Jedoch anders als auf den Gebieten des Menschenrechts- und Minderheitenschutzes ist die geschichtspolitische Bilanz des Europarats durchwachsen. Der groß angelegte, auf eine polnisch-deutsche Initiative hin in den Jahren 2004-2006 unternommene Vorstoß der Parlamentarischen Versammlung zur Gründung eines „Europäischen Zentrums der Erinnerung an die Opfer von Zwangsmigrationsbewegungen und ethnischen Säuberungen“ unter den Auspizien Straßburgs etwa scheiterte gleich zweimal an einer französisch-türkisch-russischen Ablehnungsfront. Dem stehen allerdings zwei erfolgreichere parallele Vorstöße von 2006 zur Verurteilung des Franco-Regimes (Empfehlung 1736/2006) sowie zur „Beseitigung des Erbes der früheren kommunistischen totalitären Systeme“ (Resolution 1481/2006) gegenüber, welche in ihren Formulierungen ähnlich oder gar deckungsgleich sind. Die letztgenannte Initiative stieß dabei auf Zustimmung bei Abgeordneten aus Ostmittel- und Südosteuropa, hingegen auf massive Ablehnung bei solchen aus Russland. Mit Blick auf die Parlamentarier aus dem „alten“, westlichen Europa war eine ideologische Trennlinie zwischen Rechts (Zustimmung) und Links (Ablehnung) erkennbar. Und während in Politik und Medien des östlichen Europa die Resolution ein breites Echo fand, blieb sie in der westlichen Öffentlichkeit nahezu unbeachtet.

Nahe liegender Weise bieten ihre unvergleichlich größeren Ressourcen der EU weitaus günstigere Möglichkeiten zur Entfaltung einer europaweit wirkungsvollen Geschichtspolitik als dem Europarat. Diesen Vorteil haben Parlament und Kommission 2008/09 ausgespielt, als sie die Gründung eines „Hauses der Europäischen Geschichte“ als Ausstellungs-, Dokumentations- und Informationszentrum beschlossen, eine Konzeption dazu in Auftrag gaben, einen Aufbaustab beriefen sowie in Brüssel eine Immobilien erwarben. In den „Inhaltlichen Grundlinien der Dauerausstellung“ dieser Museumsneugründung ist dabei explizit von den „demokratischen Transformationsprozessen“ im „Süden Europas“ in der „Mitte der 1970er Jahre“ die Rede, wie zugleich ein Bezug zum Regimewandel im östlichen Europa von 1989 hergestellt wird: „In Griechenland bricht 1974 das Obristen-Regime zusammen, im gleichen Jahr endet auch die portugiesische Diktatur. Ebenso wie in Spanien ein Jahr später werden die Diktaturen durch parlamentarische Demokratien abgelöst. Die ‚Nelkenrevolution’ in Portugal 1974 beendet zudem die Kriege in Afrika. Nach dem Tod des Diktators Franco am 20. November 1975 ist der friedliche Übergang von der Diktatur zur Demokratie ein vielfach beachtetes Phänomen und strahlt auf die Ereignisse in den Ostblockstaaten Ende der 1980er Jahre aus.“

Dass mittlerweile die EU in Gestalt des Europäischen Parlaments geschichtspolitisch aktiver auftritt als die durch Mitglieder wie Russland oder die Türkei gebremste Parlamentarische Versammlung des Europarats, demonstriert überdies die Initiative zur Proklamierung des 23. Augusts 1939 – des Tages der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts in Moskau – zum Europäischen Gedenktag an die Opfer der stalinistischen und nazistischen Verbrechen, „um das Gedenken an die Opfer von Massendeportation und -vernichtung aufrecht zu erhalten und somit Demokratie zu stärken sowie Frieden und Stabilität auf unserem Kontinent zu fördern“. Diese ging Initiative 2008 vom Europäischen Parlament aus; die Parlamentarische Versammlung des Europarats zog 2009 lediglich nach. Mit anderen Worten: Brüssel und Straßburg haben im Kontext der Debatte über Identität, Öffentlichkeit und Demokratisierungsgrad „Europas“ mittlerweile den Hebel der Geschichtspolitik identifiziert und sind dabei ihn anzusetzen – wenngleich mitunter noch unbeholfen.

Ist nun aber bei aller Vergleichbarkeit, ja Ähnlichkeit der Struktur und Funktionsweise der Diktaturen in Süd- und Osteuropa auch die Erinnerung in den postdiktatorischen Gesellschaften der Gegenwart an eben diese Diktaturen ähnlich? Wohl kaum, denn „Geschichte“, „Gedächtnis“ und „Erinnerung“ stehen kommunizierenden Röhren gleich in direkter Verbindung mit dem semantischen Feld der „Nation“. Und so unterschiedlich die Nationen Europas sowie entsprechend inkompatibel auch ihre historischen Meistererzählungen sind, so verschieden sind zugleich die Formen und Muster ihrer Diktaturerinnerungen – und damit der Strategien der Diktaturbewältigung. Eines aber haben die in Frage stehenden Gesellschaften gemeinsam: Ihr demokratisches Design ist ganz maßgeblich von der Erfahrung der Diktatur und ihrer Überwindung geprägt. Dies gilt auch und gerade für die jeweilige Geschichtskultur, sei diese nun durch kritische Aufarbeitung der diktatorischen Vergangenheit oder durch deren gezielte Ausblendung aus dem nationalen Narrativ geprägt. Verglichen mit dem kollektiven Gedächtnis von Gesellschaften, die keine Diktaturerfahrung gemacht haben, wirkt die Geschichtskultur postdiktatorischer Gesellschaften aufgrund ihrer „Geschichtsversessenheit“ – siehe Deutschland – beziehungsweise dem entgegen gesetzten Modus der „Geschichtsvergessenheit“ gebrochen. Der gesellschaftliche Umgang mit diktatorischer Vergangenheit, so scheint es, kennt kein Mittelmaß, also die von Timothy Garton Ashs eingeforderte „Mesomnesie“, sondern nur die Extreme von Amnesie und Pathomnesie. Dabei schließen diese sich mitnichten aus, sondern folgen vielmehr in der Regel aufeinander, wie etwa die Wirkung der Öffnung der Francoschen Massengräber in Spanien oder der Vergegenwärtigung des Pogroms von Jedwabne in Polen, beides ins Jahr 2000 fallend, belegen. In beiden Fällen brachen Schweigekonsense beziehungsweise Verdrängungsabreden eruptionsartig auf und initiierten umgehend schmerzhafte gesamtgesellschaftliche Selbstvergewisserungsdiskurse.

Dass die Überwindung der Folgen von Diktaturen ein zentrales Kennzeichen des vergangenen 20. Jahrhunderts ist sowie überdies eine wichtige Aufgabe für das 21. bleibt, ist unbestritten. Die Hoffnung einer hauptamtlichen deutschen Diktaturfolgenbewältigerin jedoch, „dass es eines Tages in Europa Standards dafür geben wird, wie man mit überwundenen Diktaturen umgeht“, erscheint gleich in doppelter Hinsicht problematisch: Zum einen muss offen bleiben, ob sich diese Hoffnung je erfüllen wird, und zum anderen ist fraglich, ob im kulturell stark diversifizierten Europa solche „Standards“ überhaupt funktionieren würden – von der unterschwelligen „europäischen“ mission civilisatrice der Behörde der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) einmal ganz abgesehen. Mit Blick auf das östliche Europa hat zwar auch Garton Ash dem bundesdeutschen Modell der Vergangenheitsbewältigung attestiert, es habe „eine neue Norm der Vollständigkeit gesetzt“, dieses aber zugleich als „DIN-Standards“ beziehungsweise „,Deutsche Industrienormen‘ im Bereich der Geschichtsschreibung“ ironisiert.

Ernst gemeint hingegen war der Appell der ehemaligen Präsidentin des Europäischen Parlaments und Auschwitz-Überlebenden Simone Veil in ihrer Rede vor dem Deutschen Bundestag am 27. Januar 2004, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, zur Bekämpfung von postkommunistischer Holocaust-Verdrängung und von Antisemitismus „in einigen osteuropäischen Ländern“: „Zu einer Zeit, wo Europa sich nach Osten öffnet, sind diese Entgleisungen in höchstem Maße alarmierend, denn diese angeblichen geschichtlichen Kontroversen berühren die Identität des zukünftigen Europa im Kern. Deutschland, das beide Formen des Totalitarismus erlebt hat und nun wiedervereinigt ist, kann den neuen Mitgliedstaaten sicherlich eine große Hilfe dabei sein, sich des Problems dieser Ungleichgewichtigkeit der Erinnerung gelassen anzunehmen.“ The Germans to the front! also – diesmal jedoch nicht wie 1900 im chinesischen Boxeraufstand in Uniform, sondern in geschichtspädagogischem Zivil? Anders als bei der Diktaturfolgenbeseitigung gibt es mit Blick auf die Antisemitismusbekämpfung aus höchst nahe liegenden Gründen kein Anzeichen dafür, dass die auswärtige Geschichtspolitik des postdiktatorischen Deutschland andere Gesellschaften an ihrem eigenen „Wesen genesen“ lassen will. Funktionieren würde dergleichen ohnehin nicht, denn jede Diktatur und jedes Kollaborationsregime ist entscheidend von nationaler Spezifik geprägt, und entsprechend ist die Erinnerung daran primär eine nationale. Folglich muss auch der Versuch der Aufarbeitung – politisch, historisch, justiziell u. a. – in jedem nationalen Fall mühsam maßgeschneidert werden. Die Vorgehensweise der Nachbarn oder des Rests der Welt kann dabei als Inspiration dienen, nicht aber als Blaupause, schon gar nicht als Importartikel.

Dass die gesellschaftliche Bewältigung diktatorischer Vergangenheit auch im integrierten EU-Europa der 27 ein dorniger und langwieriger, von Sackgassen und Rückschlägen, Scheinheiligkeit und Rachefuror geprägter Weg sein kann, belegen aktuelle nationale Fälle wie Spanien oder Polen. Vor über fünfzig Jahren hat der Göttinger Historiker Hermann Heimpel die Dialektik von Nationalstaaten und Integrationskonzepten in Europa in eine komplizierte, aber eben deshalb adäquate Formel gefasst: „Die Idee der Nation ist eine europäische Idee, mit Europa ist seine nationale Zertrennung, aber mit den Nationen ist Europa gegeben.“ Für die postdiktatorischen unter den nationalen Geschichtskulturen Europas gilt dies in potenziertem Maße.

„Die Diktatur bedroht“ zwar nicht mehr, um noch einmal mit Maurice Duverger zu sprechen, „ständig unsere Generation“, aber sie beschäftigt die europäischen Gesellschaften weiterhin, und dies umso mehr, je intensiver nationale Öffentlichkeiten in Europa über bislang unaufgearbeitete diktatorische Vergangenheiten zu diskutieren beginnen und je stärker sich europäische Institutionen zu europaweiter Geschichtspolitik berufen fühlen. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, den die aus Rumänien gebürtige und dort aufgewachsene Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in ihrer Tischrede nach dem Nobelpreis-Konzert am 8. Dezember 2009 eindringlich benannt hat – in mittelbarer Anknüpfung an die Duverger’sche Warnung vor dem „wilden Tier“ der Diktatur von 1961: „Bis heute gibt es Diktaturen aller Couleur. Manche dauern schon ewig und erschrecken uns gerade wieder aufs Neue, wie der Iran. Andere wie Russland und China ziehen sich zivile Mäntelchen an, liberalisieren ihre Wirtschaft – die Menschenrechte sind jedoch noch längst nicht vom Stalinismus oder Maoismus losgelöst. Und es gibt die Halbdemokratien Osteuropas, die das zivile Mäntelchen seit 1989 ständig an- und ausziehen, so dass es schon fast zerrissen ist.“ Mit Blick auf das ihr bekannte Rumänien, auf Weißrussland und Russland, möglicherweise auch auf Bulgarien und die Ukraine, hat die einer nachhaltig diktaturtraumatisierten Generation angehörende Schriftstellerin wohl Recht, bezüglich Polens oder Lettlands aber sicher nicht, und schon gar nicht, was den Süden Europas betrifft. Die flächendeckende und systematische Aufarbeitung der zahlreichen und nicht selten sukzessiven Diktaturen des 20. Jahrhunderts im Süden und Osten steht erst am Anfang – mit erkennbaren Folgen für die politischen und historischen Kulturen dieser Gesellschaften. Wie in der Wissenschaft kann dabei auch in staatlicher Geschichtspolitik und zivilgesellschaftlicher Erinnerungskultur der vergleichende Blick auf die europäischen (und außereuropäischen) Nachbarn inspirierend sein.

Der vorliegende Artikel basiert auf dem Papier „Diktaturerinnerung und Geschichtskultur im östlichen und südlichen Europa. Ein Vergleich der Vergleiche“, Working Paper Series, Global and European Studies Institute at the University of Leipzig, No. 3


Stefan Troebst ist Professor für Kulturstudien Ostmitteleuropas
an der Universität Leipzig und stellv. Direktor des Geisteswissenschaftlichen
Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO), wo er das Gebiet “Kulturstudien
Ostmitteleuropas” leitet. Zuletzt erschienen Postdiktatorische Geschichtskulturen
im Süden und Osten Europas. Bestandsaufnahme und Forschungsperspektiven
(Hg.),
Göttingen: Wallstein Verlag 2010, sowie das Lexikon der Vertreibungen.
Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20.
Jahrhunderts
, hg. von Detlef Brandes, Holm Sundhaussen und Stefan Troebst,
bearbeitet von Kristina Kaiserová, Krzysztof Ruchniewicz und Dmytro
Myeshkov, Wien / Köln / Weimar: Böhlau Verlag 2010.

Tr@nsit online, 2010
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  • Erik Meyer

    Erik Meyer ist seit 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich ‘Erinnerungskulturen’ an der Justus-Liebig Universität Gießen.   Print

  • Krzysztof Michalski

    IWM Founding Rector
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  • Hans J. Misselwitz

    Hans-Jürgen Misselwitz ist ein deutscher SPD-Politiker und Gründungsmitglied des Instituts Solidarische Moderne.   Print

  • Alessandro Monsutti

    Alessandro Monsutti is an associate professor of anthropology and development sociology at the Graduate Institute of International and Development Studies in Geneva, as well as research associate at the Refugee Studies Centre at the University of Oxford. He worked as a consultant for several nongovernmental and international organizations, icnluding UNHCR. His book War and Migration: Social Networks …
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  • Jan-Werner Müller

    Professor of Politics, Princeton University

    Visiting Fellow
    (September 2016 – June 2017)
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  • Rainer Münz

    Professor für Bevölkerungswissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin; Korrespondierendes Mitglied des IWM
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  • Sighard Neckel

    Professor of Sociology, Goethe-Universität, Frankfurt am Main
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  • Katherine Newman

    Katherine S. Newman is the James B. Knapp Dean of The Zanvyl Krieger School of Arts and Sciences. She is a widely published expert on poverty and the working poor who led major interdisciplinary initiatives at Princeton and Harvard universities.     Print

  • Pierre Nora

    Pierre Nora lehrt Geschichte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris.   Print

  • Tereza Novotna

    Political Science, Boston University
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  • Ewald Nowotny

    Ewald Nowotny is Governor of the Austrian National Bank.   Print

  • Thomas Nowotny

    Thomas Nowotny teaches Political Science at the University of Vienna. He has been Austrian diplomat, private secretary to Austrian Chancellor Bruno Kreisky, senior political counselor to the European Bank for Reconstruction and Development, and consultant to the OECD.   Print

  • Vlad Odobescu

    Freelance journalist, Romanian Centre for Investigative Journalism, Bucharest
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  • Andrzej Paczkowski

    Professor für Geschichte, Institut für Politische Studien, Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau
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  • Emilia Palonen

    Politics, University of Essex
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  • Irina Papkova

    Irina Papkova is a Research Fellow of Georgetown University’s Berkley Center for Religion, Peace, and World Affairs. She spent five years teaching at the Department of International Relations and European Studies at Central European University, Budapest.   Print

  • Agnieszka Pasieka

    Ph.D. in Social Anthropology from the Martin Luther University, Halle/Saale
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  • Gleb Pavlovsky

    President, Center of Effective Policies; Member, Public Chamber of the Russian Federation; Editor-in-Chief, The Russian Journal (Moscow)
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  • György Péteri

    Professor of Contemporary European History, Norwegian University of Science and Technology, Trondheim
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  • Tanja Petrovic

    Tanja Petrovic works at the Scientific Research Center of the Slovenian Academy of Sciences and Arts, Ljubljana.   Print

  • David Petruccelli

    PhD candidate in History, Yale University
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  • Alexander von Plato

    Alexander von Plato ist ein deutscher Philosoph und Historiker. Er gründete das Instituts für Geschichte und Biographie an der Fernuniversität Hagen, das er bis 2007 leitete. Von 1996 bis 2000 war er Sekretär der International Oral History Association, von 2006 bis 2008 deren Vizepräsident. Er ist Mitherausgeber und Redakteur von BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral …
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  • Andrei Plesu

    Andrei Plesu ist Rektor des New Europe College, Bukarest. 1989- 1991 war er rumänischer Kulturminister und 1997- 1999 rumänischer Außenminister.   Print

  • Martin Pollack

    Martin Pollack, geb. 1944 in OÖ, studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Er war von 1987 bis 1998 Redakteur des “Spiegel” in Warschau und Wien und lebt heute als Schriftsteller und literarischer Übersetzer in Wien und Bocksdorf im Südburgenland. 2011 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und 2012 den Stanislaw-Vincenz-Preis. Zuletzt erschien von ihm …
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  • Krzysztof Pomian

    Krzysztof Pomian is Professor of History at the Nicolaus Copernicus University (Toruń) and Academic Director of the Museum of Europe in Brussels.   Print

  • Romano Prodi

    Romano Prodi war von September 1999 bis November 2004 Präsident der Europäischen Kommission.   Print

  • Lipin Ram

    PhD candidate and teaching assistant in Anthropology and Sociology of Development, Graduate Institute, Geneva
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  • Mykola Riabchuk

    Senior Research Fellow, Institute of Political and Nationalities’ Studies, Academy of Sciences, Kyiv
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  • Edelbert Richter

    Edelbert Richter ist deutscher Theologe, Politiker und war Mitglied des Deutschen Bundestages.   Print

  • Paul Ricoeur

    Paul Ricoeur ist Philosoph und war Professor Emeritus an der University of Chicago und an der Sorbonne. Er war Mitglied der Académie Francaise und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des IWM. Er starb 2005.   Print

  • Michel Rocard

    Michel Rocard, former First Secretary of the French Socialist Party and a member of the European Parliament for 15 years, was Prime Minister of France from 1988 to 1991.   Print

  • Akos Rona-Tas

    Akos Rona-Tas is professor at the Sociology Department of the University of California, San Diego and a research associate at Met@risk, INRA, Paris. He is the author of the books Plastic Money: Constructing Markets for Credit Cards in Eight Postcommunist Countries (with Alya Guseva, 2014) and Surprise of the Small Transformation: Demise of Communism and …
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  • Lew Rubinstein

    Lew Rubinstein lebt als Poet und Essayist in Moskau. Nach dem Studium der Philologie war er als Bibliothekar tätig. Seit Ende der 1960er-Jahre verfasst er poetische Arbeiten, seit 1974 serielle Textzyklen als so genannte Kartotheken. Zusammen mit Andrej Monastyrskij, Dimitrij A. Prigov und Vladimir Sorokin gilt er als wichtigster Vertreter des Moskauer Konzeptualismus. Print

  • Jacques Rupnik

    Geschichte und Politikwissenschaft, Paris
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  • Claudia Šabi?

    Claudia Šabi? ist Politikwissenschaftlerin und Ethnologin. Seit 1998 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main. Print

  • Ranabir Samaddar

    Ranabir Samaddar is the Director of the Calcutta Research Group. His research focuses on migration and refugee studies, the theory and practices of dialogue, nationalism and post-colonial statehood in South Asia, and new regimes of technological restructuring and labour control. Among his many publications are Marginal Nation: Trans-border Migration from Bangladesh to India (1999), Politics of Dialogue: Living under …
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  • Paul Sanders

    Paul Sanders is a historian and management scholar. He is a full-time professor at Reims Management School in Reims, France. He has published across the disciplines of history, international relations and leadership.   Print

  • Karl Schlögel

    Karl Schlögel war Professor für Osteuropäische Geschichte zuerst an der Universität Konstanz, dann an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Nach seiner Emeritierung arbeitet er an einer Archäologie des Kommunismus und einer Geschichte des Wolgaraumes. Zurzeit ist er City of Vienna/IFK Fellow am IFK in Wien.     Print

  • Thomas Schmid

    Thomas Schmid is the publisher of the WELT Group, Berlin. He worked for various newspapers, among them as editor of the Frankfurter Allgemeine Zeitung and the Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. From 2006 to 2010 he was Editor-in-Chief of Die Welt.   Print

  • Margit Schratzenstaller

    Margit Schratzenstaller is senior researcher at the Austrian Institute of Economic Research (WIFO) and is currently coordinating (together with Karl Aiginger and Stefan Ederer) ‘WWW for Europe’, a 4-year research project within the 7th Framework Program funded by the European Commission.   Print

  • Dieter Segert

    Dieter Segert ist Professor für Transformationsprozesse in Mittel-, Südost- und Osteuropa am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Seit September 2007 ist er Mitglied des Vorstandes des IDM Wien, seit Juni 2008 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.   Print

  • Victoriya Sereda

    Sociologie, Ivan-Franko-Universität, Lviv
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  • Michel Serres

    Michel Serres ist Philosoph und Mitglied der Académie Française.   Print

  • Marci Shore

    Associate Professor of History, Yale University
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  • Sławomir Sierakowski

    Director, Institute for Advanced Study, Warsaw; Founder, "Krytyka Polityczna" movement
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  • Sara Silverstein

    Ph.D. Candidate in Modern European and International History, Yale University
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  • Aleksander Smolar

    Political Science, Paris
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  • Timothy Snyder

    IWM Permanent Fellow
    Bird White Housum Professor of History, Yale University
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  • George Soros

    George Soros is a pioneer of the hedge-fund industry, investor and philanthropist, he is the author of many books, including Financial Turmoil in Europe and the United States: Essays (2012), The Soros Lectures: At the Central European University (2010), The Crash of 2008 and What it Means: The New Paradigm for Finance Markets (2009).   …
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  • Robert Spaemann

    Robert Spaemann ist Professor em. für Philosophie an der Universität München.   Print

  • Pawel Spiewak

    Associate Professor of Sociology, Department of Sociology and Philosophy, Warsaw University
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  • Wilfried Stadler

    Wilfried Stadler ist Unternehmensberater, Wirtschaftspublizist und Honorarprofessor an der Wirtschaftsuniversität Wien. Bis 2009 war er Vorstandsvorsitzender einer österreichischen Spezialbank für Unternehmensfinanzierung.   Print

  • Rudolf Stamm

    Rudolf Stamm war von 1975 bis 1988 Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung für Osteuropa und Österreich, anschließend bis 1999 für Italien, dann bis zu seiner Pensionierung 2002 für die USA mit Sitz in Washington D.C. Er starb 2010 in der Schweiz. 1985 erscheinen seine NZZ-Reportagen aus Osteuropa in dem Band Alltag und Tradition in Osteuropa. …
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  • Paul Starr

    Paul Starr ist Professor für Soziologie an der Princeton University und Mitherausgeber von The American Prospect. Er ist Pulitzer-Preisträger.   Print

  • Martina Steer

    ÖAW APART Fellow (History)
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  • Kristina Stoeckl

    Research Director
    APART Fellow, Austrian Academy of Sciences; Department of Political Sciences, University of Vienna
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  • Roman Szporluk

    Roman Szporluk is Professor em. of Ukrainian History at Harvard and Professor em. of History at the University of Michigan. He is a foreign member of the National Academy of Sciences in Kiev, Ukraine. His research focuses on modern Ukrainian, Russian, and Polish history, and on Marxism and nationalism in Eastern Europe.   Print

  • Charles Taylor

    IWM Permanent Fellow
    Professor em. of Philosophy, McGill University, Montréal
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  • Maria Teteriuk

    PhD candidate in Mass Communications and senior lecturer in Media Studies, National University of 'Kyiv-Mohyla Academy', Ukraine
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  • Philipp Ther

    Junior Professor of Polish and Ukrainian Studies, Europa-Universität Frankfurt / Oder
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  • Maria Todorova

    Professor of History, University of Illinois at Urbana Champaign
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  • Balázs Trencsényi

    Balázs Trencsényi, Ph.D., is Associate Professor at the Department of History, CEU. His research focuses on the comparative history of political thought in East Central Europe and the history of historiography. He is co-director of Pasts, Inc., Center for Historical Studies at CEU and Associate Editor of the periodical East Central Europe (Brill). He was …
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  • Stefan Troebst

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  • Marius Turda

    Lecturer in the Education Abroad Program, Eötvös Lorand University, Faculty of Humanities, Budapest
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  • Andreas Umland

    Andreas Umland ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Euro-Atlantische Kooperation Kiew sowie Herausgeber der Buchreihe Soviet and Post-Soviet Politics and Society, ibidem-Verlag Stuttgart. Print

  • Victoria Vasilenko

    Assistant Professor of Contemporary History and International Relations, Belgorod National Research University
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  • David G. Victor

    David G. Victor is a Professor at the School of International Relations and Pacific Studies at the University of California, San Diego, where he directs the Laboratory on International Law and Regulation.   Print

  • Harald Welzer

    Harald Welzer ist Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke und Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen.   Print

  • Karolina Wigura

    Adjunct of the History of Ideas, University of Warsaw; Co-Editor of Kultura Liberalna
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  • Volodymyr Yermolenko

    Volodymyr Yermolenko is a Ukrainian philosopher and essayist. He has a degree in Political Science from the EHESS, Paris, and teaches at Kyiv Mohyla Academy in Kyiv. He is the author of the book Narrator and Philosopher: Walter Benjamin and his time (2011, in Ukrainian). Print

  • Oksana Zabuzhko

    Free-lance writer, Kiev
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  • Tatiana Zhurzhenko

    Research Director, Russia in Global Dialogue / Ukraine in European Dialogue
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