Die Idee des Intermariums: Ein mittelosteuropäischer Pakt gegen russischen Neoimperialismus

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Victory Day Parade in Moscow, 2015.

19.09.2016

Eine nachhaltige Lösung der fundamentalen Sicherheitsprobleme der europäischen postsowjetischen Staaten zwischen Russland und der NATO ist im Interesse ganz Europas. Die nationale Souveränität, territoriale Integrität, innere Konsolidierung und internationale Einbettung insbesondere der Ukraine, Georgiens und Moldaus wird zwar im Prinzip vom Westen unterstützt. Jedoch werden weder die NATO noch die EU in näheren Zukunft gegenüber Kiew, Chişinău oder Tiflis verbindliche Sicherheitszusagen machen und militärischen Beistand versprechen können – und dass obwohl die drei Ostpartnerschaftsstaaten solche Garantien seit kurzem dringender denn je benötigen.

Die verpasste Chance der Ukraine, Moldaus und Georgiens

Die heutigen „zwischeneuropäischen“ Nationen des postsowjetischen Raums hätten vielleicht Anfang des Jahrhunderts eine Möglichkeit gehabt, so wie die baltischen Staaten, dem Nordatlantikpakt oder der Europäischen Union beizutreten. Nach dem Zerfall der UdSSR gab es einen günstigen historischen Moment, der von anderen Ex-Republiken des sowjetischen Blocks erfolgreich genutzt wurde. Allerdings vollzogen sich die politischen und wirtschaftlichen Reformen in der Ukraine, Moldau und Georgien wesentlich langsamer, als in den Ländern etwa der Visegrád-Gruppe und des Baltikums. Deshalb haben erstere, im Gegensatz etwa zu Estland oder Lettland, die historische Chance, die sich auch ihnen kurzzeitig um die Jahrhundertwende bot, verpasst.

Die sozialen und politischen Systeme sowie Außenbeziehungen der Ukraine, Moldaus und Georgiens sind bis heute derart problematisch, dass diese Länder kaum auf eine baldige Aufnahme in die NATO oder EU hoffen können. Die Gründe für die derzeit unrealistischen Beitrittsperspektiven der drei Länder zu den zwei wichtigsten Organisationen des Westens sind verschieden. Der EU könnte die Ukraine, Georgien und Moldau theoretisch relativ zeitnah beitreten. Doch ist die interne Beschaffenheit der drei Staaten bislang so, dass es noch etliche Jahre dauern wird, bis die Vorbedingungen für sinnvolle Aufnahmeverhandlungen gegeben sind. Für die kommenden Jahre haben die drei Ostpartnerschaftsstaaten vielmehr die Aufgabe, ihre EU-Assoziierungsabkommen schrittweise zu implementieren. Erst wenn diese drei Großverträge in ihrer Gesamtheit umgesetzt sind, kann von einem Beitritt der Ukraine, Moldaus oder Georgiens zur EU die Rede sein. Damit sind die Aufgaben für Kiew, Chişinău und Tiflis zwar umfangreich, aber zumindest eindeutig.

Bei den Perspektiven eines NATO-Beitritts verhält es sich umgekehrt. Ob, wann und wie diese Frage beantwortet wird, ist höchst unklar, obwohl eine Erfüllung der formalen Beitrittsvoraussetzungen der Allianz wesentlich einfacher ist, als bei einer Aufnahme in die EU. Russland hat sich der prekären Sicherheitslage Moldaus, Georgiens und der Ukraine nach dem Zusammenbruch der UdSSR bedient, um interne Spannungen in diesen Ländern zu schüren, sich militärisch in ihren Grenzterritorien festzusetzen und sie in “gescheiterte Staaten” (failed states) zu verwandeln. Diese Aggressionen, wie auch der sprungartige Anstieg der Spannungen zwischen Moskau und dem Westen seit der Krimannexion, haben die volle Integration Georgiens und der Ukraine in die NATO auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der Fall Moldaus ist vor dem Hintergrund einiger westlicher – nicht zuletzt deutscher – Diskussionen um die dauerhafte Festschreibung der ukrainischen Blockfreiheit als vermeintlicher Ausweg aus der jetzigen russisch-westlichen Konfrontation von Interesse. Zwar hat Moldau 1994 im Artikel 11 seiner Verfassung den blockfreien Status des Landes festgeschrieben; und Moldau hat – anders als Georgien und die Ukraine – seither keinerlei Signale gesendet, dass es der NATO beitreten möchte. Ein ebenfalls im Jahr 1994 zwischen Chişinău und Moskau vereinbarter und 1999 auf dem Istanbuler OSZE-Gipfel (damals bereits unter Premierminister Putin) nochmals bestätigter russischer Truppenabzug aus Transnistrien ist jedoch bis heute nicht geschehen.

Zwar sind sich die meisten Sicherheitsexperten, Diplomaten und Außenpolitiker Osteuropas und Nordamerikas einig, dass eine NATO-Mitgliedschaft die beste Lösung des Sicherheitsproblems Kiews und Tiflis‘ wäre. Viele einfache Bürger, einflussreiche Politiker und prominente Intellektuelle in Westeuropa fürchten inzwischen allerdings einen Dritten Weltkrieg des Westens mit Russland. Große westeuropäische Bevölkerungsteile und Elitensegmente sind daher strikt gegen weitere Ostausdehnungen der westlichen Verteidigungsallianz sowie gegen Sicherheitszusagen der EU oder NATO gegenüber den Ostpartnerschaftsstaaten. Aus diesen Gründen werden die Ukraine und Georgien, trotz ihrer vielfach und ausdrücklich vorgetragenen NATO-Mitgliedschaftswünsche, nicht nur etliche Jahre von den großen Institutionen des Westens ausgeschlossen bleiben. Sie werden in nächster Zeit vermutlich nicht einmal ein ergebnisoffenes Beitrittsprozedere, d.h. eine offiziellen EU-Kandidatur oder Teilnahme am sog. Membership Action Plan der NATO, beginnen können.

Konturen einer Sicherheitsallianz zwischen Ostsee und Schwarzem Meer

Vor diesem Hintergrund erscheint die einzig derzeit zumindest theoretisch realisierbare Teillösung für die immer gravierender werdenden Sicherheitsprobleme der Ukraine, Georgiens und Moldaus die Neuauflage der alten polnischen Idee eines sog. Intermariums („Land zwischen den Meeren“) zu sein. Dieses Warschauer Projekt der Zwischenkriegszeit sieht eine Koalition der Staaten Mittelost- und Südosteuropas vor, welche sich zwischen Skandinavien im Norden und Kleinasien im Süden sowie zwischen Deutschland im Westen und Russland im Osten befinden. Diese Staaten könnten sich in einem Intermarium-Block zusammenschließen – in einer Allianz der Länder des Ostsee- und Schwarzmeerraumes, deren primärer Zweck heute politischer und praktischer Beistand für Moldau, die Ukraine und Georgien wäre.

Der ursprüngliche Intermarium-Plan des polnischen Staatschefs Pilsudski sah nach Ende des Ersten Weltkriegs einen engen Staatenbund mittelost- und südosteuropäischer Länder vor. Solches ist heute angesichts der Präsenz der EU und ihrer verschiedenen Partnerschaftsprogramme in Osteuropa und auf dem Balkan nicht mehr nötig. In sozioökonomischer, rechtlicher und politischer Hinsicht verbinden die Assoziierungsabkommen Moldau, die Ukraine und Georgien bereits eng mit den mittelosteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten. Heute würde ein Intermarium vielmehr einen multilateralen Beihilfevertrag der zwischen Ostsee und Schwarzem Meer gelegenen Länder bedeuten – jener Staaten also, die Moskau immer mehr als Gefahr für ihre nationale Souveränität, territoriale Integrität und Kerninteressen ansehen. Das Intermarium-Konzept wurde nach Zerfall der UdSSR und des sowjetischen Blocks erneut Teil des politischen und intellektuellen Diskurses in Zentral- und Osteuropa. So wurde es unter anderem von Polens verstorbenem Präsidenten Lech Kaczyński und seinem heutigen Nachfolger Andrzej Duda ins Spiel gebracht.

Ein neuer Beistandsvertrags zwischen den Staaten des Intermariums könnte u.a. folgende Ziele haben:

— die Stärkung der nationalen Sicherheit der Mitgliedsstaaten des Intermariums, ihrer internationalen Einbettung und ihres politischen Selbstbewusstseins;

— Gemeinsames Vorgehen der Mitgliedsstaaten des Intermariums gegen russische Weiterverfolgung bzw. Entfachung traditioneller, Informations-, Handels-, Cyber- und sonstiger Kriege; sowie

— Eine Erweiterung der Handlungsfreiheit, des Gewichts und des Einflusses der Mitgliedsstaaten des Intermariums auf der politischen Weltarena.

Ein heutiger Intermarium-Block bräuchte keine vollwertige Verteidigungsallianz wie die NATO zu sein. Er könnte als öffentliches Beihilfeversprechen einer Ländergruppe fungieren, welche sich gegenseitig bei der Abwehr hybrider Kriege unterstützen möchten. Ein solches gegen die heutige Kremlpolitik gerichtetes antiimperiales Bündnis würde jene Nationen umschließen, die bereit sind, einander bei der Eindämmung der neohegemonialen Ambitionen Moskaus militärisch und in anderer Hinsicht Beistand zu leisten. Die Staaten entlang der westlichen und südwestlichen Grenzen Russlands sind ohnehin in unterschiedlichem Maße bereits in Konflikte verschiedener Art mit dem russischen Staat und seinen Agenten involviert, d.h. von Propaganda-, Wirtschafts-, Cyber-, kaltem oder/und heißem Krieg betroffen. Ein Intermarium-Sicherheitspakt könnte diese Länder verbünden und würde sowohl Mitglieder, als auch Nichtmitglieder von EU und NATO in Ost- und Südeuropa sowie des Südkaukasus einschließen. Die Beistandsverpflichtungen der Mitgliedsländer einer Intermarium-Koalition könnten weniger weitreichend sein, als der bekannte Artikel 5 des Washingtoner NATO-Gründungsvertrags (“der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet … einschließlich der Anwendung von Waffengewalt”). Die gegenseitigen Hilfszusagen müssten jedoch wesentlich umfassender sein, als diejenigen etwa der OSZE-Satzung.

Die Unterzeichner eines Intermarium-Beistandsvertrages würden dem Kreml ihre Bereitschaft kundtun, einander in ihren derzeitigen und künftigen Konflikten mit Russland aktiv und auf unterschiedliche Weisen zur Seite zu stehen. Die Kooperation der Intermarium-Mitgliedsstaaten könnten folgende Bereiche umfassen:

— Multilaterale Koordination wirtschaftlicher und sonstiger Sanktionen;

— Gegenseitige Belieferung mit letalen Verteidigungswaffen;

— Vereinfachung des grenzüberschreitenden Einsatzes freiwilliger Kämpfer und Helfer;

— Kooperation in Fragen der Energiesicherheit und des Transports von Energieträgern;

— Reziproke Hilfe bei militärischem Training und Waffenmodernisierung;

— Austausch von strategischen, Geheimdienst- und anderen relevanten Informationen;

— Joint Ventures in der Rüstungsindustrie und gemeinsame Waffenentwicklung;

— Logistische Unterstützung bei der Abwehr hybrider Kriegsmaßnahmen;

— Grenzüberschreitende Initiativen zur Abwehr von Propagandakampagnen;

— Austausch von Militärberatern und sonstigen relevanten Experten;

— Unterstützung der Formierung transnationaler Intermarium-NGOs.

Die Kooperation könnte ebenfalls die Umsetzung von Projekten in nachgeordneten Bereichen vorsehen, angefangen bei der Kooperation zwischen Think-Tanks und Hochschulen bis hin zu internationalem Tourismus sowie kulturellem Austausch.

Das Intermarium würde den Großteil der ehemaligen europäischen Satellitenstaaten und Teilrepubliken der UdSSR vereinen und eine Art Halbkreis vom Baltikum bis zum Kaukasus bilden. Eine Koalition der Willigen könnte gegebenenfalls Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Bulgarien, Moldau, die Ukraine und Georgien einschließen – je nach den konkreten Interessenlagen und Sicherheitsbedürfnissen. Der Intermarium-Block wäre gegebenenfalls auch eine Option für Tschechien, die Slowakei, Ungarn und womöglich sogar Belarus, Aserbaidschan oder Armenien, falls sich die innenpolitischen Verhältnisse in diesen Ländern entsprechend ändern. Unterstützung würde das Projekt wahrscheinlich aus Skandinavien und dem Balkan erfahren. Politiker und Intellektuelle in diesen Ländern empfinden Russland ebenfalls als Bedrohung und haben früheren Widerstand ihrer Nationen gegen den imperialen Expansionismus Moskaus in Erinnerung. Aus diesen und anderen Gründen könnten sie Interesse daran haben, Kiew, Chişinău und Tiflis in deren Streit mit Moskau um ihre Staatsgrenzen, Unabhängigkeit und Souveränität zu unterstützen.

Die Voraussetzungen, Umstände und Effekte eines Intermarium-Blocks

Ein informelles Intermarium ist de facto schon im Entstehen und wird, ob in Russland bemerkt oder nicht, bereits zu einem Problem für Moskau. Mit jedem Jahr intensiviert sich die bilaterale Kooperation zwischen den EU-Ostpartnerschaftsstaaten und den östlichen NATO-Mitgliedsstaaten. Erste multilaterale Projekt zwischen den Ländern des Intermariums sind im Aufbau, so etwa eine gemeinsamen polnisch-litauisch-ukrainischen Brigade. Auch existiert bereits die sog. Organisation für Demokratie und Wirtschaftsentwicklung, 2001 gegründet und als „GUAM“ bekannt (Georgien, Ukraine, Aserbaidschan und Moldau), sowie die sog. Gemeinschaft für demokratische Wahl, 2005 in Kiew gegründet (Ukraine, Moldau, Lettland, Litauen, Estland, Slowenien, Mazedonien, Rumänien, Georgien). Beide Koalitionen sind jedoch eher allgemein- als sicherheitspolitischer Natur und haben bisher nur wenig Wirkung entfaltet.

Diese und andere existierenden Kooperationsarten demonstrieren nichtsdestoweniger, dass ein Intermarium-Block ernstzunehmende politische Unterstützung in den Eliten und Bevölkerungen der potentiellen Mitgliedsstaaten hätte. Das Gefühl sowohl eines ähnlichen Schicksals in der Vergangenheit als auch geteilter Risiken in der Zukunft verbindet die Länder, deren Territorien man heute als Zwischeneuropa bezeichnet könnte. Für Viele im Westen sind Südossetien, Transnistrien und das Donezbecken lediglich ferne Regionen oder gar weiße Flecken auf der mentalen Landkarte Europas. Im Gegensatz dazu blicken die Völker des Intermariums auf eine gemeinsame Geschichte des Widerstandes sowohl gegen das Deutsche Reich als auch gegen das zaristische bzw. sowjetische Imperium zurück. Heute verbindet sie ihre jeweiligen Einzelkonfrontationen mit Putins Russland. Der umfassende Hybridkrieg Moskaus in der Ukraine und die russische Annexion der Krim haben das Solidaritätsgefühl innerhalb Osteuropas 2014 noch einmal gestärkt.

Diese und andere einende Tendenzen an den westlichen und südwestlichen Grenzen Russlands erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Intermarium-Paktes in Osteuropa. Eine formelle Union ohnehin stetig enger kooperierender Länder zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer entspricht nicht nur deren nationalen Interessen. Sie kann auch der EU und NATO helfen, sicherere Ostgrenzen und stabilere Partner in Zwischeneuropa zu schaffen. Die neue Regionalorganisation könnte das Engagement Westeuropas und Nordamerikas im postsowjetischen Raum ergänzen und erleichtern. Ein Intermarium-Block würde zu einer Refokussierung der derzeitigen russisch-westlichen Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Ukraine, Georgien und Moldau auf den osteuropäischen Raum und damit zu einer Entschärfung der Spannungen zwischen der NATO und Moskau beitragen.

Als Modell für einen neuen multilateralen Beistandsvertrag der von Moskau bedrängten Länder, die zwischen den NATO-Gründerstaaten und Russland liegen, könnte der türkisch-aserbaidschanische Beistandsvertrag von 2010 dienen. Das Besondere dieses Paktes ist, dass hier das NATO-Mitglied Türkei dem Nicht-NATO-Staat und EU-Ostpartnerschaftsteilnehmer Aserbaidschan ausdrückliche schriftliche Sicherheitszusagen gegeben hat. Im entscheidenden Artikel 2 des Abkommens über strategische Partnerschaft und gegenseitige Hilfe Ankaras und Bakus heißt es: „Wenn eine der Parteien mit einer bewaffneten Attacke oder einem militärischen Übergriff eines dritten Landes oder einer Gruppe von Ländern konfrontiert wird, kommen die Parteien überein einander zu beizustehen um sicherzustellen, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, die im Bereich ihrer Kapazitäten liegen, einschließlich der Gebrauch militärischer Mittel und Kapazitäten, um das inhärente Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung, wie definiert in Artikel 51 der UN-Charta, umzusetzen. Die Mittel und das Ausmaß dieser Hilfe werden zügig von den Parteien bestimmt.“

Die Intermariums-Idee mag derzeit als abwegiger Plan, ja utopische Fiktion erscheinen. Die trüben Zukunftsperspektiven der Beziehungen Russlands zu Georgien, Moldau, der Ukraine sowie womöglich auch zu anderen postsowjetischen Republiken sprechen jedoch gegen eine Beibehaltung der bisherigen Grauzone in Osteuropa. Ein Verwerfen des Intermarium-Plans würde – angesichts fehlender praktikabler Alternativen – im Umkehrschluss die Fortexistenz des sicherheitspolitischen Vakuums in Zwischeneuropa bedeuten. Hybridangriffe gegen die Ukraine, Moldau und Georgien werden eine stetige Versuchung für Moskau darstellen, solange die schwachen zwischeneuropäischen Staaten weiterhin von internationalen Sicherheitsstrukturen ausgeschlossen bleiben und den Eindruck leichter Beute vermitteln.

Der Ausschluss solcher Länder, wie die Ukraine und Georgien, von ernstzunehmenden transnationalen Verteidigungsallianzen stellt nicht nur für Osteuropa, sondern die gesamte Weltgemeinschaft eine Gefahr dar. So hat die Nichteinbettung einiger Nachfolgestaaten der UdSSR 2014 zu einer tiefen Erschütterung nicht nur des europäischen Sicherheitssystems geführt. Moskaus faktische Aussetzung des von ihm unterzeichneten sog. Budapester Memorandums von 1994 bedeutet eine riskante Infragestellung der Relevanz des weltweiten Regimes zur Nichtverbreitung von Nuklearwaffen. Im Austausch für die Übergabe der ukrainischen Kernwaffen an Russland hatten die fünf Garantiemächte des Atomwaffensperrvertrages schriftliche Sicherheitszusagen bzw. Anerkennungserklärungen zur territorialen Integrität und politischen Souveränität der Ukraine bei der UN hinterlegt. Da diese Deklarationen der Sicherheitsratsmitglieder sich bezüglich insbesondere der Krimannexion als weitgehend folgenlos erwiesen, scheint nun das Verbreitungs- und Erwerbsverbot für Massenvernichtungswaffen geschwächt.

Die Staatsgrenzen eines atomwaffenfreien Staates wurden ausgerechnet von einer offiziellen Garantiemacht (Russland) des Antiverbreitungsregimes gewaltsam, offiziell und dauerhaft verändert. Die drei westlichen Garantiemächte des Sperrvertrages (USA, Frankreich, Großbritannien) ahndeten – trotz erheblicher potentieller Hebel – den groben Verstoß im Frühjahr 2014 mit nur symbolischen Sanktionen. China als fünfte Garantiemacht enthielt sich gar der Abstimmung der UN-Vollversammlung zur Krimannexion, ja intensivierte im Weiteren demonstrativ seine politischen Beziehungen zu Russland. Damit könnte in Zukunft die Motivation kernwaffenfreier Staaten wachsen, ihre prekären sicherheitspolitischen Lagen durch den Besitz von Kernsprengköpfen zu verbessern.

Freilich wäre auch der beschriebene Intermariums-Block insofern gegenüber dem atomwaffenstrotzenden Russland zahnlos, als er über keinerlei Kernsprengköpfe verfügen würde. Trotzdem wäre dieses Beihilfeabkommen ein Fortschritt gegenüber der jetzigen Situation und eine sichtbare Reaktion der Völkergemeinschaft auf die wiederholten Völkerrechtsbrüche Moskaus gegenüber Moldau, Georgien und der Ukraine. Es könnte zumindest einen gewissen Abschreckungseffekt erzielen, die außenpolitische Abenteuerlust des Kremls eindämmen und damit die Sicherheit der Nicht-NATO-Staaten des Intermariums erhöhen. 2014 hat gezeigt, dass die heutigen Sicherheitsstrukturen Europas unzureichend sind. Neue wirksame Modelle im Rahmen der bisherigen Organisationen existieren bislang nicht, ja sind womöglich prinzipiell impraktikabel. Jedoch brauchen die internationalen Beziehungen Osteuropas eine nachhaltige Rekonfiguration. Eine offizielle Koalition der Intermarium-Staaten würde nicht nur dem Kreml, sondern auch der Bevölkerung Russlands demonstrieren, dass das neue Moskauer Abenteurertum russischen nationalen Interessen widerspricht.

Dr. Andreas Umland ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Euro-Atlantische Kooperation Kiew und Herausgeber der Buchreihe „Soviet and Post-Soviet Politics and Society“ des ibidem-Verlags Stuttgart.

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    IWM Founding Rector
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  • Hans J. Misselwitz

    Hans-Jürgen Misselwitz ist ein deutscher SPD-Politiker und Gründungsmitglied des Instituts Solidarische Moderne.   Print

  • Alessandro Monsutti

    Alessandro Monsutti is an associate professor of anthropology and development sociology at the Graduate Institute of International and Development Studies in Geneva, as well as research associate at the Refugee Studies Centre at the University of Oxford. He worked as a consultant for several nongovernmental and international organizations, icnluding UNHCR. His book War and Migration: Social Networks …
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  • Jan-Werner Müller

    Professor of Politics, Princeton University

    Visiting Fellow
    (September 2016 – August 2017)
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  • Rainer Münz

    Professor für Bevölkerungswissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin; Korrespondierendes Mitglied des IWM
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  • Sighard Neckel

    Professor of Sociology, Goethe-Universität, Frankfurt am Main
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  • Katherine Newman

    Katherine S. Newman is the James B. Knapp Dean of The Zanvyl Krieger School of Arts and Sciences. She is a widely published expert on poverty and the working poor who led major interdisciplinary initiatives at Princeton and Harvard universities.     Print

  • Pierre Nora

    Pierre Nora lehrt Geschichte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris.   Print

  • Tereza Novotna

    Political Science, Boston University
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  • Ewald Nowotny

    Ewald Nowotny is Governor of the Austrian National Bank.   Print

  • Thomas Nowotny

    Thomas Nowotny teaches Political Science at the University of Vienna. He has been Austrian diplomat, private secretary to Austrian Chancellor Bruno Kreisky, senior political counselor to the European Bank for Reconstruction and Development, and consultant to the OECD.   Print

  • Vlad Odobescu

    Freelance journalist, Romanian Centre for Investigative Journalism, Bucharest
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  • Andrzej Paczkowski

    Professor für Geschichte, Institut für Politische Studien, Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau
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  • Emilia Palonen

    Politics, University of Essex
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  • Irina Papkova

    Irina Papkova is a Research Fellow of Georgetown University’s Berkley Center for Religion, Peace, and World Affairs. She spent five years teaching at the Department of International Relations and European Studies at Central European University, Budapest.   Print

  • Agnieszka Pasieka

    Ph.D. in Social Anthropology from the Martin Luther University, Halle/Saale
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  • Gleb Pavlovsky

    President, Center of Effective Policies; Member, Public Chamber of the Russian Federation; Editor-in-Chief, The Russian Journal, Moscow

    Guest, Russia in Global Dialogue
    (November 2017)
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  • György Péteri

    Professor of Contemporary European History, Norwegian University of Science and Technology, Trondheim
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  • Tanja Petrovic

    Tanja Petrovic works at the Scientific Research Center of the Slovenian Academy of Sciences and Arts, Ljubljana.   Print

  • David Petruccelli

    PhD candidate in History, Yale University
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  • Alexander von Plato

    Alexander von Plato ist ein deutscher Philosoph und Historiker. Er gründete das Instituts für Geschichte und Biographie an der Fernuniversität Hagen, das er bis 2007 leitete. Von 1996 bis 2000 war er Sekretär der International Oral History Association, von 2006 bis 2008 deren Vizepräsident. Er ist Mitherausgeber und Redakteur von BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral …
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  • Andrei Pleșu

    Andrei Pleșu ist Rektor des New Europe College, Bukarest. 1989- 1991 war er rumänischer Kulturminister und 1997- 1999 rumänischer Außenminister.   Print

  • Martin Pollack

    Martin Pollack, geb. 1944 in OÖ, studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Er war von 1987 bis 1998 Redakteur des “Spiegel” in Warschau und Wien und lebt heute als Schriftsteller und literarischer Übersetzer in Wien und Bocksdorf im Südburgenland. 2011 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und 2012 den Stanislaw-Vincenz-Preis. Zuletzt erschien von ihm …
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  • Krzysztof Pomian

    Krzysztof Pomian is Professor of History at the Nicolaus Copernicus University (Toruń) and Academic Director of the Museum of Europe in Brussels.   Print

  • Romano Prodi

    Romano Prodi war von September 1999 bis November 2004 Präsident der Europäischen Kommission.   Print

  • Lipin Ram

    PhD candidate and teaching assistant in Anthropology and Sociology of Development, Graduate Institute, Geneva
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  • Mykola Riabchuk

    Senior Research Fellow, Institute of Political and Nationalities’ Studies, Academy of Sciences, Kyiv
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  • Edelbert Richter

    Edelbert Richter ist deutscher Theologe, Politiker und war Mitglied des Deutschen Bundestages.   Print

  • Paul Ricoeur

    Paul Ricoeur ist Philosoph und war Professor Emeritus an der University of Chicago und an der Sorbonne. Er war Mitglied der Académie Francaise und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des IWM. Er starb 2005.   Print

  • Michel Rocard

    Michel Rocard, former First Secretary of the French Socialist Party and a member of the European Parliament for 15 years, was Prime Minister of France from 1988 to 1991.   Print

  • Akos Rona-Tas

    Akos Rona-Tas is professor at the Sociology Department of the University of California, San Diego and a research associate at Met@risk, INRA, Paris. He is the author of the books Plastic Money: Constructing Markets for Credit Cards in Eight Postcommunist Countries (with Alya Guseva, 2014) and Surprise of the Small Transformation: Demise of Communism and …
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  • Lew Rubinstein

    Lew Rubinstein lebt als Poet und Essayist in Moskau. Nach dem Studium der Philologie war er als Bibliothekar tätig. Seit Ende der 1960er-Jahre verfasst er poetische Arbeiten, seit 1974 serielle Textzyklen als so genannte Kartotheken. Zusammen mit Andrej Monastyrskij, Dimitrij A. Prigov und Vladimir Sorokin gilt er als wichtigster Vertreter des Moskauer Konzeptualismus. Print

  • Jacques Rupnik

    Geschichte und Politikwissenschaft, Paris
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  • Claudia Šabic

    Claudia Šabi? ist Politikwissenschaftlerin und Ethnologin. Seit 1998 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main. Print

  • Ranabir Samaddar

    Distinguished Chair in Migration and Forced Migration Studies, Calcutta Research Group
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  • Paul Sanders

    Paul Sanders is a historian and management scholar. He is a full-time professor at Reims Management School in Reims, France. He has published across the disciplines of history, international relations and leadership.   Print

  • Karl Schlögel

    Karl Schlögel war Professor für Osteuropäische Geschichte zuerst an der Universität Konstanz, dann an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Nach seiner Emeritierung arbeitet er an einer Archäologie des Kommunismus und einer Geschichte des Wolgaraumes. Zurzeit ist er City of Vienna/IFK Fellow am IFK in Wien.     Print

  • Thomas Schmid

    Thomas Schmid is the publisher of the WELT Group, Berlin. He worked for various newspapers, among them as editor of the Frankfurter Allgemeine Zeitung and the Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. From 2006 to 2010 he was Editor-in-Chief of Die Welt.   Print

  • Margit Schratzenstaller

    Margit Schratzenstaller is senior researcher at the Austrian Institute of Economic Research (WIFO) and is currently coordinating (together with Karl Aiginger and Stefan Ederer) ‘WWW for Europe’, a 4-year research project within the 7th Framework Program funded by the European Commission.   Print

  • Dieter Segert

    Dieter Segert ist Professor für Transformationsprozesse in Mittel-, Südost- und Osteuropa am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Seit September 2007 ist er Mitglied des Vorstandes des IDM Wien, seit Juni 2008 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.   Print

  • Victoriya Sereda

    Sociologie, Ivan-Franko-Universität, Lviv
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  • Michel Serres

    Michel Serres ist Philosoph und Mitglied der Académie Française.   Print

  • Anton Shekhovtsov

    Visiting Fellow, Ukraine in European Dialogue
    (January 2016 – July 2018)
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  • Marci Shore

    Associate Professor of History, Yale University
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  • Sławomir Sierakowski

    Director, Institute for Advanced Study, Warsaw; Founder, "Krytyka Polityczna" movement
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  • Sara Silverstein

    Ph.D. Candidate in Modern European and International History, Yale University
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  • Ondřej Slačálek

    Assistant Professor of Political Science, Charles University, Prague
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  • Aleksander Smolar

    Political Science, Paris
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  • Timothy Snyder

    IWM Permanent Fellow
    Richard C. Levin Professor of History, Yale University
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  • George Soros

    George Soros is a pioneer of the hedge-fund industry, investor and philanthropist, he is the author of many books, including Financial Turmoil in Europe and the United States: Essays (2012), The Soros Lectures: At the Central European University (2010), The Crash of 2008 and What it Means: The New Paradigm for Finance Markets (2009).   …
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  • Robert Spaemann

    Robert Spaemann ist Professor em. für Philosophie an der Universität München.   Print

  • Pawel Spiewak

    Associate Professor of Sociology, Department of Sociology and Philosophy, Warsaw University
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  • Wilfried Stadler

    Wilfried Stadler ist Unternehmensberater, Wirtschaftspublizist und Honorarprofessor an der Wirtschaftsuniversität Wien. Bis 2009 war er Vorstandsvorsitzender einer österreichischen Spezialbank für Unternehmensfinanzierung.   Print

  • Rudolf Stamm

    Rudolf Stamm war von 1975 bis 1988 Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung für Osteuropa und Österreich, anschließend bis 1999 für Italien, dann bis zu seiner Pensionierung 2002 für die USA mit Sitz in Washington D.C. Er starb 2010 in der Schweiz. 1985 erscheinen seine NZZ-Reportagen aus Osteuropa in dem Band Alltag und Tradition in Osteuropa. …
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  • Paul Starr

    Paul Starr ist Professor für Soziologie an der Princeton University und Mitherausgeber von The American Prospect. Er ist Pulitzer-Preisträger.   Print

  • Martina Steer

    ÖAW APART Fellow (History)
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  • Kristina Stoeckl

    Research Director
    APART Fellow, Austrian Academy of Sciences; Department of Political Sciences, University of Vienna
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  • Roman Szporluk

    Roman Szporluk is Professor em. of Ukrainian History at Harvard and Professor em. of History at the University of Michigan. He is a foreign member of the National Academy of Sciences in Kiev, Ukraine. His research focuses on modern Ukrainian, Russian, and Polish history, and on Marxism and nationalism in Eastern Europe.   Print

  • Charles Taylor

    IWM Permanent Fellow
    Professor em. of Philosophy, McGill University, Montréal
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  • Maria Teteriuk

    PhD candidate in Mass Communications and senior lecturer in Media Studies, National University of 'Kyiv-Mohyla Academy', Ukraine
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  • Philipp Ther

    Junior Professor of Polish and Ukrainian Studies, Europa-Universität Frankfurt / Oder
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  • Maria Todorova

    Professor of History, University of Illinois at Urbana Champaign
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  • Balázs Trencsényi

    Balázs Trencsényi, Ph.D., is Associate Professor at the Department of History, CEU. His research focuses on the comparative history of political thought in East Central Europe and the history of historiography. He is co-director of Pasts, Inc., Center for Historical Studies at CEU and Associate Editor of the periodical East Central Europe (Brill). He was …
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  • Stefan Troebst

    .
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  • Marius Turda

    Lecturer in the Education Abroad Program, Eötvös Lorand University, Faculty of Humanities, Budapest
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  • Andreas Umland

    Andreas Umland ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Euro-Atlantische Kooperation Kiew sowie Herausgeber der Buchreihe Soviet and Post-Soviet Politics and Society, ibidem-Verlag Stuttgart. Print

  • Victoria Vasilenko

    Assistant Professor of Contemporary History and International Relations, Belgorod National Research University
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  • David G. Victor

    David G. Victor is a Professor at the School of International Relations and Pacific Studies at the University of California, San Diego, where he directs the Laboratory on International Law and Regulation.   Print

  • Harald Welzer

    Harald Welzer ist Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke und Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen.   Print

  • Karolina Wigura

    Adjunct of the History of Ideas, University of Warsaw; Co-Editor of Kultura Liberalna
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  • Volodymyr Yermolenko

    Volodymyr Yermolenko is a Ukrainian philosopher and essayist. He has a degree in Political Science from the EHESS, Paris, and teaches at Kyiv Mohyla Academy in Kyiv. He is the author of the book Narrator and Philosopher: Walter Benjamin and his time (2011, in Ukrainian). Print

  • Oksana Zabuzhko

    Free-lance writer, Kiev
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  • Tatiana Zhurzhenko

    Research Director, Russia in Global Dialogue / Ukraine in European Dialogue
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