Alternatives within the Process of German Unification and the so called Window of Opportunity

Als Referenzpunkt für mögliche Alternativen bei der Gestaltung der deutschen Vereinigung soll hier von Helmut Kohls „10-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“ vom November 1989 ausgegangen werden. Indem Helmut Kohl das Ziel, die Herstellung der deutschen Einheit, zugleich an eine Bedingung koppelte, an die Herstellung eines „Zustands des europäischen Friedens“, geht es um die Frage, welche Art von europäischer Friedensordnung die deutsche Einheit möglich macht.

Es war Präsident Bush sen., der unmittelbar danach diese Frage aus amerikanischer Sicht beantwortet: Zur künftigen europäischen Friedensordnung gehöre Deutschlands Verbleib in der NATO. In dem Maße, wie die militärische Bündnisfrage immer mehr zur zentralen Frage der internationalen Zustimmung zur deutschen Vereinigung wurde, traten die möglichen Alternativen, wie die Schaffung neuer Institutionen einer künftigen europäischen Friedensordnung in den Hintergrund. Mit der Bündnisfrage stellte sich am Ende nur die Frage, ob der künftige „Zustand des europäischen Friedens“ die Sowjetunion ein- oder ausschließt.

Stellte sich noch Anfang Januar 1990 die Frage, wie viel Zeit und Vertrauensbildung für eine Lösung der internationalen Aspekte der deutschen Einheit nötig sei, damit Gorbatschow nicht in der Sowjetunion scheitert, so änderte sich dies bis Ende Januar 1990 diametral. Die USA entschied sich Mitte Januar 1990 gegen das Szenario eines „graduellen Prozesses“, weil sie verhindern wollte, dass die Deutschen vor die Alternative gestellt würden, zwischen NATO und Einheit wählen zu müssen. Dabei spielte die Nutzung des Zeitfaktors eine entscheidende Rolle. Je schneller die deutsche Einheit vollzogen werde, desto weniger Alternativen für eine künftige Friedensordnung stünden zur Wahl. Die Rede vom engen Zeitfenster wurde so ab Ende Januar 1990 zum bestimmenden politischen Hebel für den politischen Prozess und zum Ausschluss von Alternativen auf internationaler wie nationaler Ebene.

Vorbemerkungen

Zu meiner Person: Ich war als Abgeordneter des letzten, frei gewählten Parlaments der DDR, als Parlamentarischer Staatssekretär im Außenministerium und als Leiter der Zwei-plus-Vier- Delegation der DDR Beteiligter in dem Prozess. Ich bin also durchaus gefährdet, die eigene Rolle zu beschönigen, das eigene Handeln zu rechtfertigen. Als Zeitzeuge und Beteiligter neigt man selbstverständlich zu selektiver Wahrnehmung, zur Legitimation des eigenen Handelns und zur Verdrängung des eigenen Versagens. Ich möchte mich daher bei der Erörterung der im Prozess der deutschen Vereinigung angelegten Alternativen vorrangig auf solche beziehen, die andere Akteure vertreten haben oder die sich aus deren Interessen nachzeichnen lassen.[1]

Wenn der Zweck dieser Tagung eine kritische Bilanz der seit 1989 in Mittel- und Osteuropa geschehenen Umwälzungen ist, dann sind aber nicht nur die damaligen Akteure historisch belastete Zeugen. Auch die Geschichtsschreibung und die öffentliche Meinung sind Zielgebiete interessengeleiteter Geschichtspolitik und unterliegen der Neigung zum „retrospektiven Determinismus“ (Henri Bergson), also der nachträglichen Bestätigung des Faktischen. Das heißt, aufgrund der vorhandenen Kenntnis des historischen Verlaufs werden gewöhnlich jene Umstände oder Handlungen hervorgehoben, die das Ergebnis der Geschichte stützen.

Wenn man die bekannte, weil realisierte Lösung der deutschen Frage mit anderen, damals diskutierten Lösungen vergleicht – Expectations in Comparison – bedeutet das nach 20 Jahren nicht, die Ergebnisse zu dementieren. Wohl aber ist es eine Möglichkeit, die Folgen zu verstehen.

1. Die Legende vom „engen Zeitfenster“ für die deutschen Vereinigung

Alternativen zeigen sich an den Weichenstellungen in einem Prozess. Hier werden bestimmte Annahmen und Erwartungen zur Begründung für Entscheidungen, die von den zuvor möglichen Alternativen eine zwingend erscheinen lässt. Die Frage ist also: Welche Annahmen und Erwartungen waren es, die alternative Lösungen der deutschen Frage aus dem Weg zu räumten? Es geht hier nicht um Geschichtsrevision, sondern um die Kritik von Mythen, um die Aufklärung der die Geschichtsschreibung leitenden Interessen.

Der Historiker Alexander von Plato beschreibt in seinem Buch „Die Vereinigung Deutschlands – ein weltpolitisches Machtspiel“ die in der deutschen Öffentlichkeit verbreitete Vereinigungslegende so: „Das Volk der DDR hat auf Initiative der Bürgerrechtsbewegung, geführt von einem weitsichtigen westdeutschen Bundeskanzler, unter dem Beistand … Gorbatschows, unter der Bedrohung sowjetischer Generale, unter der Nutzung eines nur kurzen Zeitraumes seine Befreiung erkämpft und sich mit der Bonner Republik …vereint.“[2]

Es gibt also nach dieser Legende positive Faktoren für das Gelingen der vom Volk der DDR gewollten Einheit (der weitsichtige Kanzler und der hilfreiche Gorbatschow), negative Faktoren (die sowjetischen Generäle) und den Zeitfaktor. Die Kürze der Zeit hervorzuheben, bedeutet einerseits: Es musste alles schnell gehen, deshalb konnte nicht alles perfekt sein. Aber es kann auch heißen: Es wurde der Faktor der kurzen Zeit genutzt, um es hinzukriegen. Der Zeitfaktor, das Zeitfenster, dient also zur Erklärung, warum es nur so und nicht anders ging. Es lässt sich offensichtlich nicht leugnen, dass es auch anders hätte gehen können.

Ich möchte im Folgenden auf die Annahmen und Erwartungen bei der Lösung der internationalen Aspekte der deutschen Vereinigung eingehen, weil die Entscheidungen in diesem Bereich schließlich alle Entscheidungen, im Bereich der innenpolitischen Aspekte, einschließlich der ökonomischen, dominierten.

2. Das Ziel und die Bedingung: Deutsche Einheit in einer europäischen Friedensordnung

Als Ausgangspunkt für mögliche Alternativen bei der Gestaltung der deutschen Vereinigung soll Helmut Kohls „10-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“ gelten. Er in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag am 28. November 1989 vorstellte, dienen. Es handelte sich um einen Stufenplan zur deutschen Einheit, der die Einbettung des deutschen Einheitsprozesses in die gesamteuropäische Entwicklung versprach, den „ EG-Beitritt reformorientierter Ostblockstaaten“, eine Forcierung des KSZE-Prozesses, sowie eine umfangreiche Abrüstung und Rüstungskontrolle voraus.

Das Ziel seiner Politik formuliert Helmut Kohl so: „Mit dieser Politik wird auf einen Zustand des europäischen Friedens hingewirkt, in dem das deutsche Volk in freier Selbstbestimmung seine Einheit wiedererlangen kann.“ Das Ziel, die deutsche Einheit, ist gekoppelt an eine Bedingung: „ein Zustand des europäischen Friedens“.

Präsident Bush sen. reagierte wenige Tage später auf Kohls 10-Punkte-Plan mit seinen „Vier Prinzipien“ die er auf seinem Treffen mit Gorbatschow auf Malta so interpretierte:

1. „Selbstbestimmung muss vorbehaltlos und ungeachtet des möglichen Ausgangs angestrebt werden“; so es zu einer Vereinigung kommen, müsse diese 2. „im Rahmen einer weiteren Einbindung Deutschlands in der NATO sowie in eine zunehmend integrierte Europäische Gemeinschaft“ und 3. Schritt für Schritt in Form eines „friedlichen, graduellen (…) Prozesses“ stattfinden; und 4. müsse in Übereinstimmung mit der Schlussakte von Helsinki die Unverletzlichkeit existierender Grenzen respektiert werden[3].

Die Differenz zwischen Kohl und Bush ist die Erwähnung der NATO durch Bush. Die militärische Bündnisfrage wird der entscheidende Punkt für die Frage, welche europäische Friedensordnung angestrebt wird.

Um zu verstehen, was die Alternative ist, möchte ich aus einem Dokument zitieren. Am 4. Januar 1990 besuchte Helmut Kohl Präsident Mitterand zu einem mehrstündigen Gespräch. Der veröffentlichte Gesprächsvermerk gibt einen Eindruck über die damalige Einschätzung der Situation und ihrer Möglichkeiten. Zur Frage der Bündniszugehörigkeit sagte Helmut Kohl, die angestrebten konföderativen Strukturen bedeuteten, „dass die beiden Länder in einer Übergangszeit zusammenarbeiten, obwohl sie unterschiedlichen Blöcken angehörten“. Mitterand sprach ebenfalls von unterschiedlichen Bündniszugehörigkeiten von Ost- und Westdeutschen und mahnt zur Vorsicht: „Die Vereinigung Deutschlands dürfe nicht so erfolgen, dass die Russen sich verhärten“. Mitterand habe aber keine Antwort darauf, „wie die Sowjetunion das Aufgeben ihrer militärischen Position akzeptieren werde, wenn nicht die USA und die anderen Mächte ihre Position aufgäben.“ Mitterand: „Für das weitere Handeln sei das Timing wichtig….Das Schicksal Gorbatschows hänge von Helmut Kohl mehr ab als von Ligatschow.“ Helmut Kohl versicherte Mitterand, dass er sich dieser Verantwortung bewusst sei: Er wolle Gorbatschow sagen, dass man Zeit brauche… „Wenn es uns gelinge, die Probleme zeitlich zu entzerren, und wenn Gorbatschow Vertrauen habe, dass wir kein Fait accompli schaffen wollen, sehe er … eine Chance für ein Arrangement.“ [4] .

Die Alternativen stellen sich also Anfang des Jahres 1990 wie folgt dar:

  1. Der „ Zustand des europäischen Friedens…, in dem das deutsche Volk in freier Selbstbestimmung seine Einheit wiedererlangen kann “ schließt entweder die Sowjetunion ein oder aus.
  2. Um die europäische Friedensordnung, die eine Bedingung für die deutsche Einheit ist, herzustellen, braucht es Zeit und Vertrauensbildung – oder Gorbatschow wird stürzen und der Prozess scheitert an der Sowjetunion.

3. Die Strategie der USA und der Zeitfaktor

Robert L. Hutchings schreibt in seinem Buch „Als der Kalte Krieg zu Ende war“ über die amerikanischen Interessen: „Unsere westdeutschen Partner haben niemals wirklich begriffen, dass für die Vereinigten Staaten bei diesem Vereinigungsprozess mindestens ebensoviel auf dem Spiel stand wie für sie. Unsere Diplomatie in dieser Zeit war vollständig darauf ausgerichtet, die amerikanischen – nicht die deutschen – Interessens zu verteidigen.“[5] Offensichtlich bestand bei den USA Anfang 1990 die Befürchtung, dass ohne eine eigene Initiative und Führung in diesem Prozess eine Lösung die ihren Vorstellungen widersprach, nicht auszuschließen war.

Bis Mitte Januar 1990 galt das Konzept eines „graduellen Prozesses“ für die deutsche Vereinigung, entsprechend der vier Prinzipien, die Präsident Bush dazu in Malta gegenüber Gorbatschow formuliert hatte[6]. Der Kurswechsel fand in der zweiten Januarhälfte statt, etwa zwischen dem 19. und 25. Januar 1990. Er ging mit der Einschätzung einher, dass die Prozesse in der DDR sich nochmals beschleunigten und alle vor vollendete Tatsachen stellen könnten. Die Frage war: Widersprach dies den amerikanischen Interessen oder es vielleicht sogar vorteilhaft? Robert Hutchings, der damals beim National Security Council im Weißen Haus arbeitete, formulierte nach seinen Angaben das Konzept „Je schneller, desto besser“ zum ersten Mal am 19. Januar 1990[7]. Andere ehemalige Mitarbeiter im Stab des Weißen Hauses, wie Condoleezza Rice und Philip Zelikow, verweisen auf ihre eigenen Beiträge in den folgenden Tagen.[8]

Die damalige amerikanische Einschätzung lautete, dass „die Alternative einer eigenständigen, demokratischen DDR gar nicht mehr bestand und ein beschleunigter Vereinigungsprozess … die Möglichkeit, ihm Steine in den Weg zu legen, nur minimieren konnte“. Das bedeutete aber, dass eine Lösung, die mit den Interessen der USA in Einklang stand, deren „aktiven Führungswillen“ bedurfte.

Aus Sicht der USA gab es nämlich die Gefahr, dass wegen der nach wie vor bestehenden alliierten Vorbehaltsrechte der Prozess „in völlig unkalkulierbare Richtungen führen konnte, etwa zu einer internationalen Friedenskonferenz“, oder „das Moskau die Deutschen bedrängen könnte…etwa auf einen Austritt aus der NATO oder zumindest die Verbannung von Atomwaffen von deutschem Boden, oder dass sie der Forderung nachkommen würden, alle in Deutschland stationierten Streitkräfte abziehen zu lassen, die deutsche Truppenstärke zu begrenzen und einen Sonderstatus für das ostdeutsche Territorium zu erklären.“[9]

Die Schlussfolgerung für die USA hieß, alles zu tun, um zu verhindern, dass die Deutschen vor die Alternative gestellt würden, zwischen Nato und Einheit wählen zu müssen. Es ging folglich darum, den Sowjets zuvor zu kommen, „Moskau vor derart viele faits accomplis (zu) stellen, dass die Sowjets nur noch zu hohen eigenen Kosten an Gegenmaßnahmen denken konnten“[10]. Das heißt, die Geschwindigkeit des Prozesses musste zugunsten der USA arbeiten. Das „enge Zeitfenster“ war folglich ein Instrument, um den Einfluss der Sowjetunion zu minimieren und möglichst wenig zu regeln.

Dem widerspricht auch nicht die im US-Außenministerium geborene Idee eines „Sechser-Mechanismus“, die sogenannten „Zwei-plus-Vier-Gesprächen“[11], weil sie die Möglichkeit gaben, die Sowjets in ein Verfahren einzubinden, in dem praktisch nur über die Beendigung der alliierten Vorbehaltsrechte entschieden werden sollte.

4. Wodurch konnte der Zeitfaktor zum entscheidenden politischen Hebel gemacht werden?

Das Argument vom „engen Zeitfenster“ hatte zwei Seiten: Einerseits die Mahnung, die Situation könne außer Kontrolle geraten. Das war im Herbst 1989 der Fall – aber aus Sicht der etablierten Politik, denn die Bevölkerung hatte hier die Politik vorgeführt. Derselben Bevölkerung musst man also klar machen, dass unbeherrschbare Verhältnisse, spontane Entwicklungen, unerwünschte Akteure die Lage bestimmen könnten, und nur ein „engen Zeitfenster“ für einen guten Ausgang zur Verfügung stand. Andererseits eröffnete die Rede vom „engen Zeitfenster“ die Möglichkeit, die Kontrolle des Prozesses zu behalten, ehe sich die neuen Verhältnisse von selbst festigten, ein Eigenleben entfalten und unerwünschte Ergebnisse herauskämen.

Das Argument, die DDR-Bevölkerung wolle eine schnelle Vereinigung reicht nicht aus, um zu erklären, warum sich die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges auf einen kurzen Prozess zur deutschen Einheit eingelassen haben. Die Vier Mächte reservierten sich noch im Februar 1990 mit dem sogenannten „2+4-Mechanismus” zur Lösung der “äußeren Aspekte der Herstellung der deutschen Einheit”[12] , ihre Entscheidungshoheit über den Prozess. Sie hätten sich nicht wirklich durch die Ostdeutschen zu etwas zwingen lassen.

Das galt auch für die Bundesregierung. Ihr Argument, dass Fakten geschaffen würden, vor allem, dass eine längere Phase der Unsicherheit ihr noch mehr Übersiedler aus der DDR bescheren würde, ist nicht besonders belastbar. Immerhin hatte die Bundesrepublik in dieser Hinsicht das kleinere Problem gegenüber der DDR, deren Wirtschaft durch anhaltende massenhafte Abwanderung schnell zum Erliegen gekommen wäre.

Das Argument des Druckes aus der Bevölkerung diente praktisch zwei Zwecken:

  • außenpolitisch, insbesondere an die Adresse der Sowjetunion, als Hinweis darauf, dass jede Verzögerung bedeute, sich mit vollendeten Tatsachen abfinden zu müssen;
  • innenpolitisch als Hebel gegen Vorstellungen in der DDR-Volkskammer und in der DDR-Regierung, von der Bundesrepublik Zugeständnisse für bestimmte Neuregelungen in ganz Deutschland bzw. Sonderregelungen für den Osten durchzusetzen.

Der Zeitfaktor wurde also Ende Januar 1990 zum bestimmenden politischen Hebel für den politischen Prozess. Auch die alte DDR- Regierung unter Modrow versuchte Ende Januar 1990 mit einer Beschleunigung der Dinge noch einmal, die Initiative des Handelns zu gewinnen:

  • Am 28. Januar 1990 rief Ministerpräsident Modrow die Spitzen der am Runden Tisch versammelten Opposition zu sich, erklärte ihnen, dass man keine Zeit mehr habe, bis zum Mai mit den Wahlen zu warten und verabredete mit ihnen vorgezogene freie Wahlen zum 18. März.
  • Am 29. Januar 1990 erklärte Modrow vor dem Parlament, der alten DDR Volkskammer, dass die Regierung die Kontrolle verloren hätte[13] und bildete eine “Regierung der Nationalen Verantwortung” unter Einschluss der Opposition.
  • Am 30. Januar 1990 brachte Hans Modrow von einer Reise nach Moskau die Botschaft mit, Präsident Gorbatschow habe bei seinem Treffen mit Ministerpräsident Modrow sein generelles Einverständnis mit einer deutschen Vereinigung gegeben.[14]
  • Am 1. Februar 1990 Modrow versuchte Modrow mit seinem Deutschlandplan noch einmal die Initiative zurückzugewinnen. Mit dem Sprung auf den „Zug der deutschen Einheit“ hoffte er sowohl innenpolitisch mit Blick auf die Wahlen, als auch gegenüber Bonn in die Vorhand kommen.[15] .

Auch aus Sicht der Bundesrepublik – sowohl des Bundeskanzleramtes als auch des Auswärtigen Amtes – bot die Verengung des Zeitfensters mehr Chancen als Risken: ein ungeregelter beschleunigter Prozess würde die sukzessive Schaffung von begünstigen[16]. Am 10. Februar 1990 holte sich Bundeskanzler Kohl von Gorbatschow in Moskau die Zusage, “dass es Sache der Deutschen ist, den Zeitpunkt und den Weg der Einigung selbst zu bestimmen”[17] . Obwohl diese Zusage nicht über diejenige hinausging, die Modrow bereits erhalten hatte, wurde sie von der Bundesregierung als ihr Durchbruch inszeniert. Am 13. und 14. Februar verweigerte Kanzler Kohl Modrows DDR-„Regierung der nationalen Einheit“ den geforderten „Solidarbeitrag“ zur Stabilisierung der DDR-Wirtschaft in Höhe von 15 Mrd. DM.[18] Damit signalisierte Kohl signalisierte der DDR-Bevölkerung klar und deutlich, dass Bonn nun darüber entscheidet, wie es mit der DDR weitergeht.

Modrows Konzept „Deutschland einig Vaterland“ war vor diesem Hintergrund der letzte Versuch, auf die neue Lage durch die Flucht nach vorn zu antworten, den Zeitfaktor eventuell für sich selbst zu nutzen. Das Vorziehen der freien Wahlen um zwei Monate auf den 18. März schloss auf Seiten Modrows die Hoffnung auf bessere Chancen bei den Wahlen ein. Erwartet wurde auch ein Wahlsieg der SPD in der DDR, die ihrerseits einen sofortigen Anschluss an die Bundesrepublik ablehnte.

Zum Szenario des „engen Zeitfenster“ gehörte nämlich auch die Anfang Februar 1990 erstmals diskutierte neue Variante des Weges zur Deutschen Einheit: Beitritt nach Artikel 23 Grundgesetz statt Vereinigung[19]. Der Vorschlag, die Herstellung der deutschen Einheit nach Artikel 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik erschien als Abkürzung eines langen Weges, ohne vertragliche Regelungen. Dieses Konzept konnte bis März 1990 nur noch an der SPD in der DDR scheitern. Sie hatte versprochen, einen “gestreckten Weg zur deutschen Einheit” zu gehen, also die Vereinigung nach Artikel 146 des Grundgesetzes durchführen, mit einer neuen gemeinsamen Verfassung und mit Übergangs- und Anpassungsperioden für die Wirtschaft – wie es in allen Fällen des Beitritts zur Europäischen Gemeinschaft der Fall war.

Nach der Niederlage vom 18. März hatte die SPD zu einer Zusammenarbeit auf Regierungsebene nur noch die Alternative, als Hemmschuh der Einheit von der Regierung vorgeführt zu werden. Der Koalitionskompromiss der DDR-Regierung hieß: Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland nach vorausgehender vertraglicher Vereinbarung.

Das Dilemma dieser Position war aber offensichtlich: Mit Zeitablauf war jeder erfolgreiche Schritt dieser Politik zugleich die Aufgabe eines Stückes eigener Souveränität bedeuteten. Das enge Zeitfenster entzog schließlich den Boden für Alternativen.

5. Schlussfolgerung: Die europäische Friedensordnung und die offenen Fragen

Das am 28. November 1989 von Helmut Kohl formulierte Ziel, einen „ Zustand des europäischen Friedens zu schaffen, in dem das deutsche Volk in freier Selbstbestimmung seine Einheit wiedererlangen kann “, hatte sich 1990 auf die Alternative der Einbeziehung oder des Ausschlusses der damaligen Sowjetunion verengt.

Das Element der Einbeziehung der Sowjetunion durch die Entwicklung einer 2. Säule und politischen Arms der NATO, wie es in der am 6. Juli 1990 von der NATO in London abgegebenen Erklärung steckte, blieb mehr als vage. Ebenso erging es der im November 1990 verabschiedeten “Charta von Paris”. Sie sollte eine europäische Friedensordnung begründen, in der die ehemalige KSZE als Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ausreichend Kompetenzen für die Konfliktvermeidung und -regelung erhalten sollte. Stattdessen entstand ein gefährliches Vakuum in Europa, dessen katastrophaler Ausdruck der wahrscheinlich vermeidbare Sezessionskrieg in Jugoslawien war.

Insofern bewahrheiten sich die von Kohl und Mitterand am 4. Januar 1990 ausgesprochenen Befürchtungen. Sie hatten recht, dass die europäische Friedensordnung, nur gelingen könne, wenn man sich dafür die Zeit nehme und Vertrauensbildung betreibe. Die 1990 unter Zeitdruck gefundene Lösung schwächte Gorbatschow im eigenen Land entscheidend. Dass er 1991 scheiterte, wurde für die Öffnung und die Hinwendung Russlands nach Europa zu einer schweren Hypothek. Indem der Westen auf das Dilemma der uneingelösten gesamteuropäischen Friedensordnung nach 1990 mit einer sukzessiven Ausweitung der NATO nach Osten reagierte, stellte er Russland erneut vor ein Problem der „Einkreisung“.

Mitterand hatte bereits in dem Gespräch mit Helmut Kohl im Januar 1990 vor dem „russischen Problem“ gewarnt. Bei einer Niederlage Gorbatschows würde das Problem in Gestalt eines neuen imperialen Anspruchs neu entstehen. „ Wenn die Militärs gewönnen, würden sie mit der Liberalisierung weitermachen. Aber die nationalistischen Elemente würden stark in den Vordergrund gestellt. Blut würde in Georgien und anderen Teilen der Sowjetunion fließen.“[20] So viel Weitsicht war damals selten.


1. Ich habe mich bei der Vorbereitung meines Beitrages neben eigenen Unterlagen vor allem auf den Quellenband „Deutsche Einheit“ Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90, München: Oldenbourg 1998, gestützt. Außerdem waren für mich sehr instruktive Quellen die Berichte amerikanischer Beteiligter hervorheben: Philip Zelikow und Condoleezza Rice, Sternstunde der Diplomatie, Berlin: Propyläen 1997 (im Original: Germany Unified and Europe Transformed, Boston : Harvard U. Press 1995). und Robert L. Hutchings, Als der Kalte Krieg zu Ende war. Ein Bericht aus dem Innern der Macht. Berlin : Fest 1999.

2. A. v. Plato, Die Vereinigung Deutschlands, – ein weltpolitisches Machtspiel. Berlin: C.Links 2002, S.15

3. Robert L. Hutchings, Als der Kalte Krieg zu Ende war. Ein Bericht aus dem Innern der Macht. Berlin : Fest 1999

4. „Deutsche Einheit“ , Dokumente zur Deutschlandpolitik, Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90, München: Oldenbourg 1998,, S. 684ff

5. R.L. Hutchings, S. 132

6. Vgl. Robert L. Hutchings, Als der Kalte Krieg zu Ende war. Ein Bericht aus dem Innern der Macht. Berlin : Fest 1999. S. 145

7. R.L. Hutchings, S. 154f.

8. P. Zelikow, C. Rice, Sternstunde der Diplomatie, Berlin, 1997, 2. Auflage, S. 223f

9. R.L. Hutchings, S. 154f.

10. R.L. Hutchings, S. 156f.

11. P. Zelikow, C. Rice, S. 238ff, und S. 562, Fußnote 31: als Autoren genannt Dennis Ross und Robert Zoellick.

12. Die sogenannte “Ottawa-Formel” vom 13.2.1990, <vereinbart zwischen den USA, Großbritannien, Frankreich, der Sowjetunion und den beiden deutschen Staaten auf der Open-Skies-Konferenz. Vgl. Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Nr. 27, 20.2.1990, S.215

13. Vgl. Rede des Ministerpräsidenten Modrow vor der Volkskammer am 29.1.1990, In: U. Thaysen, Der Runde Tisch, Oder: Wo bleibt das Volk?, Opladen 1990, S.90f

14. Vgl. Interview des Berliner Rundfunk vom 30.1.1990, in: Deutschland Archiv 3/1990, S.468

15. Vgl. “Deutschland einig Vaterland”. In: Deutschland Archiv 3/1990, S. 471f. Deutschlandplan des Ministerpräsidenten der DDR, H. Modrow, 1.2.1990. Modrow schlägt als Weg zur deutschen Einheit einen 3-stufen Prozeß von Vertragsgemeinschaft über Konföderation zu einem “Deutschen Bund” vor, in Anlehnung an Bundeskanzler Kohls 10-Punkte-Programm vom 28.11.89. Außenpolitisch fordert Modrow die “militärische Neutralität von DDR und BRD auf dem Weg zur Föderation”.

Zur militärischen Bündnisfrage heißt es, die “vier Mächte sollten ihre Absicht erklären, nach Bildung eines einheitlichen deutschen Staates… alle Fragen abschließend zu regeln einschließlich der Anwesenheit ausländischer Truppen auf deutschem Boden und der Zugehörigkeit zu Militärbündnissen”

16. W. Weidenfeld, Außenpolitik für die deutsche Einheit, Stuttgart, dva 1998, S.223

17. Presseerklärung von Bundeskanzler Dr. Kohl zum Treffen mit Präsident Gorbatschow am 1o.2.1990, in: Deutschland Archiv 3/1990, S. 474

18. Modrow forderte einen von Kohl in Dresden am 19.12.1990 bereits zugesagten Solidarbeitrag in Höhe von 10 bis 15 Milliarden DM. Vgl. U. Thaysen, Der Runde Tisch, Oder: Wo bleibt das Volk?, Opladen 1990, S.139

19. Vgl. W. Weidenfeld , S.232

20. „Deutsche Einheit“, Dokumente zur Deutschlandpolitik, a.a.O. S. 685

Tr@nsit Online Authors

  • Bradley F. Abrams

    History, Stanford University
    Read more

  • Thomas Ahbe

    Thomas Ahbe studierte Philosophie, Ökonomie und Soziologie. Seit 1998 wirkt er freischaffend als Sozialwissenschaftler und Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Diskurs- und Kulturgeschichte der deutschen Zweistaatlichkeit und der ostdeutschen Transformation sowie die Generationengeschichte der DDR und Ostdeutschlands.   Print

  • Karl Aiginger

    Karl Aiginger is Director of WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung), Professor of Economics and Coordinator of the project A new growth path for Europe within the 7th European Framework Program.   Print

  • Huercan Asli Aksoy

    Ph.D. candidate in Political Science, University of Tübingen
    Read more

  • Sorin Antohi

    Sorin Antohi is Professor of History at Central European University, Budapest.   Print

  • Timothy Garton Ash

    History, Oxford
    Read more

  • Roumen Avramov

    Program director for economic research at the Center for Liberal Strategies, Sofia
    Read more

  • Adam Baczko

    PhD Candidate in Political Science, EHESS, Paris
    Read more

  • Pavel Barsa

    Associate Professor of Political Science, Charles University Prague
    Read more

  • Rainer Bauböck

    Rainer Bauböck is professor of social and political theory at the European University Institute in Florence. In 2006 he was awarded the Latsis Prize of the European Science Foundation for his work on immigration and social cohesion in modern societies. Among his many publications are Immigration and Boundaries of Citizenship (1992), Transnational Citizenship: Membership and …
    Read more

  • Steven Beller

    Geschichte, Cambridge
    Read more

  • Naja Bentzen

    Freelance journalist, Wien
    Read more

  • Luiza Bialasiewicz

    Jean Monnet Professor of EU External Relations, University of Amsterdam
    Read more

  • Muriel Blaive

    Muriel Blaive ist seit 2012 Institutskoordinatorin des Ludwig Boltzmann Instituts für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit.   Print

  • Andras Bozoki

    Sociology, Budapest
    Read more

  • José Casanova

    Professor für Soziologie, New School for Social Research, New York
    Read more

  • Daniel Chirot

    Soziologie, Seattle
    Read more

  • Robert Cooper

    Robert Cooper ist britischer Diplomat und derzeit als Sonderberater des Europäischen Auswärtigen Dienstes (European External Action Service, EEAS) tätig. Er ist zudem Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations (ECFR).   Print

  • Peter Demetz

    Sterling Professor Emeritus of German and Comparative Literature, Yale University; Korrespondierendes Mitglied des IWM
    Read more

  • James Dodd

    Associate Professor of Philosophy, New School for Social Research, New York
    Read more

  • Martin Endreß

    Martin Endreß ist Professor für Soziologie an der Universität Trier.   Print

  • Mischa Gabowitsch

    Mischa Gabowitsch (gabowitsch.net) is a research fellow at the Einstein Forum in Potsdam. He is the author of Putin kaputt!? (Suhrkamp, 2013), a study of the 2011-13 Russian protests for fair elections, and maintains protestrussia.net, which collects academic resources for the study of protest in Russia.   Print

  • Charles Gati

    Charles Gati is Senior Acting Director of Russian and Eurasian Studies and Foreign Policy Institute Senior Fellow at the School of Advanced International Studies at the Johns Hopkins University, Washington, D.C.     Print

  • Dessy Gavrilova

    Dessy Gavrilova is the founding Director of The Red House – Center for Culture and Debate in Sofia, Bulgaria.     Print

  • Keith Gessen

    Keith Gessen is a freelance writer living in Cambridge, MA.   Print

  • Gerhard Gnauck

    Warsaw correspondent for Die Welt
    Read more

  • Katya Gorchinskaya

    Managing Editor for Investigative Programming, Radio Free Europe/Radio Liberty (REF/RL), Kyiv
    Read more

  • John Gray

    John Gray is Professor of European Thought at the London School of Economics.   Print

  • Rainer Gries

    Rainer Gries lehrt und forscht als Universitätsprofessor am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena, am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien sowie an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien. Zu seinen Forschungsschwerpuntken zählen u.a. die Gesellschaftsgeschichte Deutschlands und Österreichs im 20. Jahrhundert und die Geschichte des Konsums in Europa.   Print

  • Eva Hahn

    Geschichte
    Read more

  • Gábor Halmai

    Professor of Law, Department of European Studies; Eötvös Loránd University, Budapest
    Read more

  • Elemer Hankiss

    Professor für Politikwissenschaft, Eötvös Lorand Universität, Budapest; Korrespondierendes Mitglied des IWM
    Read more

  • Miklós Haraszti

    Miklós Haraszti is a writer, journalist, human rights advocate and university professor. He served the maximum of two terms as the OSCE Representative on Freedom of the Media from 2004 to 2010. Currently he is Adjunct Professor at the School of International and Public Affairs of Columbia Law School, New York. Haraszti studied philosophy and …
    Read more

  • Sabine Hark

    Sabine Hark forscht an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Professur für Frauenforschung.   Print

  • Annemieke Hendriks

    Freelance journalist, Berlin
    Read more

  • Charles Hirschman

    Charles Hirschman is Boeing International Professor at the Department of Sociology and the Daniel J. Evans School of Public Affairs, Washington University.     Print

  • Jennifer L. Hochschild

    Jennifer L. Hochschild is Professor of Government at the John F. Kennedy School of Government, and Professor of African and African-American Studies at the Faculty of Arts and Sciences, Harvard University.   Print

  • Yaroslav Hrytsak

    History, Central European University Budapest
    Read more

  • Richard Hyman

    Richard Hyman ist Professor für Politikwissenschaft an der London School of Economics.   Print

  • Vladislav Inozemtsev

    Professor of Economics at Higher School of Economics; Director, Centre for Post-Industrial Studies, Moscow
    Read more

  • Bruce P. Jackson

    Bruce P. Jackson is the founder and President of the Project on Transitional Democracies. The Project is a multi-year endeavour aimed at accelerating the pace of reform in post-1989 democracies and advancing the date for the integration of these democracies into the institutions of the Euro-Atlantic. Jackson has written extensively about the engagement of Russia …
    Read more

  • Tom Junes

    Visiting Researcher, Warsaw University, and Visiting Lecturer in Polish history, KULeuven, Belgium
    Read more

  • Alex J. Kay

    Alex J. Kay holds a PhD in History from the Humboldt University Berlin.   Print

  • Anatoly M. Khazanov

    Anatoly M. Khazanov ist Professor für Anthropologie an der University of Wisconsin, Madison.   Print

  • Cornelia Klinger

    Professor of Philosophy, University of Tübingen
    Read more

  • Gudrun-Axeli Knapp

    Professor of Social Sciences and Social Psychology, University of Hannover
    Read more

  • Jacek Kochanowicz

    Jacek Kochanowicz is Professor for Economic History at Warsaw University.       Print

  • Michal Kopecek

    International Relations, Charles University Prague
    Read more

  • János Kornai

    János Kornai is Prof. em. for Economics  at Harvard University and Permanent Fellow at the Collegium Budapest – Institute for Advanced Study. He is a member of the Hungarian Academy of Sciences and the Academia Europeae, and Foreign Member of the American, British, Bulgarian, Finnish, Russian and Swedish Academies. He has served as President of …
    Read more

  • Pavel Kouba

    Professor für Philosophie an der Karlsuniversität, Prag; Leiter des Zentrums für Phänomenologische Forschung an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften
    Read more

  • János Mátyás Kovács

    IWM Permanent Fellow
    Lecturer, Department of Economics, Eötvös Lorand University, Budapest
    Read more

  • Ivan Krastev

    IWM Permanent Fellow
    Chair of the Board, Centre for Liberal Strategies, Sofia
    Read more

  • Yustyna Kravchuk

    PhD candidate in Film and Media Studies, National Academy of Sciences of Ukraine, Kyiv
    Read more

  • Jacek Kucharczyk

    Jacek Kucharczyk ist Head of Programs am Institute of Public Affairs in Warschau.   Print

  • Aleksander Kwasniewski

    Aleksander Kwasniewski war Präsident Polens. Seine Amtszeit verlief von 1995 bis 2005 über zwei Legislaturperioden.   Print

  • Mladen Lazic

    Professor of Sociology, University of Belgrade
    Read more

  • Claus Leggewie

    Professor für Politikwissenschaft, Justus-Liebig-Universität Giessen
    Read more

  • André Liebich

    Honorary Professor of International History and Politics, Graduate Institute, Geneva
    Read more

  • Burkhard Liebsch

    Burkhard Liebsch ist Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum.   Print

  • Michal Luczewski

    Ph.D. candidate in Sociology, Warsaw University
    Read more

  • Charles S. Maier

    Charles S. Maier ist Direktor des Center for European Studies, Harvard University.   Print

  • Andrey Makarychev

    Andrey Makarychev ist Professor und Research Fellow am Institut Osteuropäische Studien an der Freien Universität Berlin.   Print

  • Michał Maciej Matlak

    Ph.D. candidate, Department of Political and Social Sciences, European University Institute, Florence
    Read more

  • Erik Meyer

    Erik Meyer ist seit 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich ‘Erinnerungskulturen’ an der Justus-Liebig Universität Gießen.   Print

  • Krzysztof Michalski

    IWM Founding Rector
    Read more

  • Hans J. Misselwitz

    Hans-Jürgen Misselwitz ist ein deutscher SPD-Politiker und Gründungsmitglied des Instituts Solidarische Moderne.   Print

  • Alessandro Monsutti

    Alessandro Monsutti is an associate professor of anthropology and development sociology at the Graduate Institute of International and Development Studies in Geneva, as well as research associate at the Refugee Studies Centre at the University of Oxford. He worked as a consultant for several nongovernmental and international organizations, icnluding UNHCR. His book War and Migration: Social Networks …
    Read more

  • Jan-Werner Müller

    Professor of Politics, Princeton University

    Visiting Fellow
    (September 2016 – June 2017)
    Read more

  • Rainer Münz

    Professor für Bevölkerungswissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin; Korrespondierendes Mitglied des IWM
    Read more

  • Sighard Neckel

    Professor of Sociology, Goethe-Universität, Frankfurt am Main
    Read more

  • Katherine Newman

    Katherine S. Newman is the James B. Knapp Dean of The Zanvyl Krieger School of Arts and Sciences. She is a widely published expert on poverty and the working poor who led major interdisciplinary initiatives at Princeton and Harvard universities.     Print

  • Pierre Nora

    Pierre Nora lehrt Geschichte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris.   Print

  • Tereza Novotna

    Political Science, Boston University
    Read more

  • Ewald Nowotny

    Ewald Nowotny is Governor of the Austrian National Bank.   Print

  • Thomas Nowotny

    Thomas Nowotny teaches Political Science at the University of Vienna. He has been Austrian diplomat, private secretary to Austrian Chancellor Bruno Kreisky, senior political counselor to the European Bank for Reconstruction and Development, and consultant to the OECD.   Print

  • Vlad Odobescu

    Freelance journalist, Romanian Centre for Investigative Journalism, Bucharest
    Read more

  • Andrzej Paczkowski

    Professor für Geschichte, Institut für Politische Studien, Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau
    Read more

  • Emilia Palonen

    Politics, University of Essex
    Read more

  • Irina Papkova

    Irina Papkova is a Research Fellow of Georgetown University’s Berkley Center for Religion, Peace, and World Affairs. She spent five years teaching at the Department of International Relations and European Studies at Central European University, Budapest.   Print

  • Agnieszka Pasieka

    Ph.D. in Social Anthropology from the Martin Luther University, Halle/Saale
    Read more

  • Gleb Pavlovsky

    President, Center of Effective Policies; Member, Public Chamber of the Russian Federation; Editor-in-Chief, The Russian Journal (Moscow)
    Read more

  • György Péteri

    Professor of Contemporary European History, Norwegian University of Science and Technology, Trondheim
    Read more

  • Tanja Petrovic

    Tanja Petrovic works at the Scientific Research Center of the Slovenian Academy of Sciences and Arts, Ljubljana.   Print

  • David Petruccelli

    PhD candidate in History, Yale University
    Read more

  • Alexander von Plato

    Alexander von Plato ist ein deutscher Philosoph und Historiker. Er gründete das Instituts für Geschichte und Biographie an der Fernuniversität Hagen, das er bis 2007 leitete. Von 1996 bis 2000 war er Sekretär der International Oral History Association, von 2006 bis 2008 deren Vizepräsident. Er ist Mitherausgeber und Redakteur von BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral …
    Read more

  • Andrei Plesu

    Andrei Plesu ist Rektor des New Europe College, Bukarest. 1989- 1991 war er rumänischer Kulturminister und 1997- 1999 rumänischer Außenminister.   Print

  • Martin Pollack

    Martin Pollack, geb. 1944 in OÖ, studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Er war von 1987 bis 1998 Redakteur des “Spiegel” in Warschau und Wien und lebt heute als Schriftsteller und literarischer Übersetzer in Wien und Bocksdorf im Südburgenland. 2011 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und 2012 den Stanislaw-Vincenz-Preis. Zuletzt erschien von ihm …
    Read more

  • Krzysztof Pomian

    Krzysztof Pomian is Professor of History at the Nicolaus Copernicus University (Toruń) and Academic Director of the Museum of Europe in Brussels.   Print

  • Romano Prodi

    Romano Prodi war von September 1999 bis November 2004 Präsident der Europäischen Kommission.   Print

  • Lipin Ram

    PhD candidate and teaching assistant in Anthropology and Sociology of Development, Graduate Institute, Geneva
    Read more

  • Mykola Riabchuk

    Senior Research Fellow, Institute of Political and Nationalities’ Studies, Academy of Sciences, Kyiv
    Read more

  • Edelbert Richter

    Edelbert Richter ist deutscher Theologe, Politiker und war Mitglied des Deutschen Bundestages.   Print

  • Paul Ricoeur

    Paul Ricoeur ist Philosoph und war Professor Emeritus an der University of Chicago und an der Sorbonne. Er war Mitglied der Académie Francaise und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des IWM. Er starb 2005.   Print

  • Michel Rocard

    Michel Rocard, former First Secretary of the French Socialist Party and a member of the European Parliament for 15 years, was Prime Minister of France from 1988 to 1991.   Print

  • Akos Rona-Tas

    Akos Rona-Tas is professor at the Sociology Department of the University of California, San Diego and a research associate at Met@risk, INRA, Paris. He is the author of the books Plastic Money: Constructing Markets for Credit Cards in Eight Postcommunist Countries (with Alya Guseva, 2014) and Surprise of the Small Transformation: Demise of Communism and …
    Read more

  • Lew Rubinstein

    Lew Rubinstein lebt als Poet und Essayist in Moskau. Nach dem Studium der Philologie war er als Bibliothekar tätig. Seit Ende der 1960er-Jahre verfasst er poetische Arbeiten, seit 1974 serielle Textzyklen als so genannte Kartotheken. Zusammen mit Andrej Monastyrskij, Dimitrij A. Prigov und Vladimir Sorokin gilt er als wichtigster Vertreter des Moskauer Konzeptualismus. Print

  • Jacques Rupnik

    Geschichte und Politikwissenschaft, Paris
    Read more

  • Claudia Šabi?

    Claudia Šabi? ist Politikwissenschaftlerin und Ethnologin. Seit 1998 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main. Print

  • Ranabir Samaddar

    Ranabir Samaddar is the Director of the Calcutta Research Group. His research focuses on migration and refugee studies, the theory and practices of dialogue, nationalism and post-colonial statehood in South Asia, and new regimes of technological restructuring and labour control. Among his many publications are Marginal Nation: Trans-border Migration from Bangladesh to India (1999), Politics of Dialogue: Living under …
    Read more

  • Paul Sanders

    Paul Sanders is a historian and management scholar. He is a full-time professor at Reims Management School in Reims, France. He has published across the disciplines of history, international relations and leadership.   Print

  • Karl Schlögel

    Karl Schlögel war Professor für Osteuropäische Geschichte zuerst an der Universität Konstanz, dann an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Nach seiner Emeritierung arbeitet er an einer Archäologie des Kommunismus und einer Geschichte des Wolgaraumes. Zurzeit ist er City of Vienna/IFK Fellow am IFK in Wien.     Print

  • Thomas Schmid

    Thomas Schmid is the publisher of the WELT Group, Berlin. He worked for various newspapers, among them as editor of the Frankfurter Allgemeine Zeitung and the Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. From 2006 to 2010 he was Editor-in-Chief of Die Welt.   Print

  • Margit Schratzenstaller

    Margit Schratzenstaller is senior researcher at the Austrian Institute of Economic Research (WIFO) and is currently coordinating (together with Karl Aiginger and Stefan Ederer) ‘WWW for Europe’, a 4-year research project within the 7th Framework Program funded by the European Commission.   Print

  • Dieter Segert

    Dieter Segert ist Professor für Transformationsprozesse in Mittel-, Südost- und Osteuropa am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Seit September 2007 ist er Mitglied des Vorstandes des IDM Wien, seit Juni 2008 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.   Print

  • Victoriya Sereda

    Sociologie, Ivan-Franko-Universität, Lviv
    Read more

  • Michel Serres

    Michel Serres ist Philosoph und Mitglied der Académie Française.   Print

  • Marci Shore

    Associate Professor of History, Yale University
    Read more

  • Sławomir Sierakowski

    Director, Institute for Advanced Study, Warsaw; Founder, "Krytyka Polityczna" movement
    Read more

  • Sara Silverstein

    Ph.D. Candidate in Modern European and International History, Yale University
    Read more

  • Aleksander Smolar

    Political Science, Paris
    Read more

  • Timothy Snyder

    IWM Permanent Fellow
    Bird White Housum Professor of History, Yale University
    Read more

  • George Soros

    George Soros is a pioneer of the hedge-fund industry, investor and philanthropist, he is the author of many books, including Financial Turmoil in Europe and the United States: Essays (2012), The Soros Lectures: At the Central European University (2010), The Crash of 2008 and What it Means: The New Paradigm for Finance Markets (2009).   …
    Read more

  • Robert Spaemann

    Robert Spaemann ist Professor em. für Philosophie an der Universität München.   Print

  • Pawel Spiewak

    Associate Professor of Sociology, Department of Sociology and Philosophy, Warsaw University
    Read more

  • Wilfried Stadler

    Wilfried Stadler ist Unternehmensberater, Wirtschaftspublizist und Honorarprofessor an der Wirtschaftsuniversität Wien. Bis 2009 war er Vorstandsvorsitzender einer österreichischen Spezialbank für Unternehmensfinanzierung.   Print

  • Rudolf Stamm

    Rudolf Stamm war von 1975 bis 1988 Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung für Osteuropa und Österreich, anschließend bis 1999 für Italien, dann bis zu seiner Pensionierung 2002 für die USA mit Sitz in Washington D.C. Er starb 2010 in der Schweiz. 1985 erscheinen seine NZZ-Reportagen aus Osteuropa in dem Band Alltag und Tradition in Osteuropa. …
    Read more

  • Paul Starr

    Paul Starr ist Professor für Soziologie an der Princeton University und Mitherausgeber von The American Prospect. Er ist Pulitzer-Preisträger.   Print

  • Martina Steer

    ÖAW APART Fellow (History)
    Read more

  • Kristina Stoeckl

    Research Director
    APART Fellow, Austrian Academy of Sciences; Department of Political Sciences, University of Vienna
    Read more

  • Roman Szporluk

    Roman Szporluk is Professor em. of Ukrainian History at Harvard and Professor em. of History at the University of Michigan. He is a foreign member of the National Academy of Sciences in Kiev, Ukraine. His research focuses on modern Ukrainian, Russian, and Polish history, and on Marxism and nationalism in Eastern Europe.   Print

  • Charles Taylor

    IWM Permanent Fellow
    Professor em. of Philosophy, McGill University, Montréal
    Read more

  • Maria Teteriuk

    PhD candidate in Mass Communications and senior lecturer in Media Studies, National University of 'Kyiv-Mohyla Academy', Ukraine
    Read more

  • Philipp Ther

    Junior Professor of Polish and Ukrainian Studies, Europa-Universität Frankfurt / Oder
    Read more

  • Maria Todorova

    Professor of History, University of Illinois at Urbana Champaign
    Read more

  • Balázs Trencsényi

    Balázs Trencsényi, Ph.D., is Associate Professor at the Department of History, CEU. His research focuses on the comparative history of political thought in East Central Europe and the history of historiography. He is co-director of Pasts, Inc., Center for Historical Studies at CEU and Associate Editor of the periodical East Central Europe (Brill). He was …
    Read more

  • Stefan Troebst

    .
    Read more

  • Marius Turda

    Lecturer in the Education Abroad Program, Eötvös Lorand University, Faculty of Humanities, Budapest
    Read more

  • Andreas Umland

    Andreas Umland ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Euro-Atlantische Kooperation Kiew sowie Herausgeber der Buchreihe Soviet and Post-Soviet Politics and Society, ibidem-Verlag Stuttgart. Print

  • Victoria Vasilenko

    Assistant Professor of Contemporary History and International Relations, Belgorod National Research University
    Read more

  • David G. Victor

    David G. Victor is a Professor at the School of International Relations and Pacific Studies at the University of California, San Diego, where he directs the Laboratory on International Law and Regulation.   Print

  • Harald Welzer

    Harald Welzer ist Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke und Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen.   Print

  • Karolina Wigura

    Adjunct of the History of Ideas, University of Warsaw; Co-Editor of Kultura Liberalna
    Read more

  • Volodymyr Yermolenko

    Volodymyr Yermolenko is a Ukrainian philosopher and essayist. He has a degree in Political Science from the EHESS, Paris, and teaches at Kyiv Mohyla Academy in Kyiv. He is the author of the book Narrator and Philosopher: Walter Benjamin and his time (2011, in Ukrainian). Print

  • Oksana Zabuzhko

    Free-lance writer, Kiev
    Read more

  • Tatiana Zhurzhenko

    Research Director, Russia in Global Dialogue / Ukraine in European Dialogue
    Read more