35 Jahre IWM: Jubiläumsfeierlichkeiten in der Hofburg

Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), 1982 als eine geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungseinrichtung in Wien gegründet, feiert im November sein 35.-jähriges Bestehen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat anlässlich dieses Jubiläums am 6. November zu einem feierlichen Empfang in die Hofburg geladen, an dem zahlreiche international renommierte Wissenschaftler und langjährige Wegbegleiter und Unterstützer des Instituts teilnahmen – darunter der ehemalige Bundespräsident und nunmehrige ehrenamtliche Präsident des IWM Heinz Fischer, die ehemalige Vize-Präsidentin des Europa-Parlaments Ulrike Lunacek, der frühere rumänische Ministerpräsident Mihai Răzvan Ungureanu, der ukrainische Botschafter Olexander Scherba sowie der frühere tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg. Nach den Begrüßungsworten von Bundespräsident Alexander Van Der Bellen und IWM Rektorin Shalini Randeria hielt der kanadische Historiker und Rektor der Central European University (CEU) Michael Ignatieff einen Festvortrag vor den rund 150 geladenen Gästen.

 Ein geeintes, friedliches Europa, in dem wissenschaftlicher und geistiger Austausch über Grenzen hinweg stattfindet, erscheint heute selbstverständlich. 1982, als drei junge Wissenschaftler aus Deutschland und Polen während der Zeit des Kalten Krieges davon träumten, Intellektuelle aus Ost und West auf neutralem Boden zusammenzubringen, war es eine Utopie. Der Überzeugungskunst seines Gründungsrektors Krzysztof Michalski war es schließlich zu verdanken, dass dieser ehrgeizige und von vielen anfangs belächelte Plan schließlich in die Tat umgesetzt und das IWM in Wien gegründet wurde. Seitdem hat das IWM mehr als 1500 WissenschaftlerInnen, JournalistInnen und ÜbersetzerInnen aus der ganzen Welt nach Wien geholt und zahlreiche Konferenzen, Vorträge und Debatten zu gesellschaftlich relevanten Themen veranstaltet. Damit hat das IWM maßgeblich zur Internationalisierung der Wissenschaftsstadt Wien beigetragen und sich in den 35 Jahren seines Bestehens zu einem Zentrum intellektuellen Lebens entwickelt. Mit der Berufung von Shalini Randeria zur neuen Rektorin des IWM im Jahr 2015 hat sich sowohl die inhaltliche als auch die regionale Ausrichtung des IWM erweitert. Neben Zentral- und Osteuropa bzw. Nordamerika stehen heute sowohl die Staaten der ehemaligen Sowjetunion als auch die Länder Asiens und des globalen Süden im Mittelpunkt der Forschung. Zum wissenschaftlichen Kernteam zählen neben der Soziologin und Sozialanthropologin Shalini Randeria der Historiker Timothy Snyder, die Politikwissenschaftler Ivan Krastev und Ivan Vejvoda, der Rechtshistoriker Milos Vev, der Ökonom Janos M. Kovacs sowie der Philosoph Charles Taylor.

1989 Revisited

Pünktlich zum Jubiläumsjahr ist im Herbst 2017 auch die 50. Ausgabe der Institutszeitschrift Transit – Europäische Revue erschienen. Herausgegeben von IWM-Mitbegründer Klaus Nellen begleitet und analysiert Transit seit 1989 die Transformationsprozesse in Zentral- und Osteuropa. Unter dem Titel „Ein Zeitalter wird besichtigt. 1989 revisited“ versammelt die Jubiläumsausgabe von Transit viele bekannte Autoren, welche die Geschichte des Instituts maßgeblich geprägt haben: Timothy Garton Ash, Jacques Rupnik, Claus Leggewie, Claus Offe, Slavenka Drakulić und viele andere.

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