Focus II: Religion and Secularism

Deutsch

When we speak of the present age as “secular”, we evoke a multiplicity of meanings. We sometimes refer to the fact that God or religion is no longer present in public life, or else we refer to the decline of belief and religious practice in our time. Modern secularity must be understood as a field of increasingly multiform contestation, in which every position is rendered uneasy and questionable because it can be challenged from many angles.

And yet, this situation has begun to change and will continue to do so under the impact of globalization. Obviously a description of the process of secularization in the West cannot simply be applied to other cultures and civilizations. Some societies outside the West are facing the same problems and tensions, and sometimes respond with similar answers. However, in other societies we have to look closely how differently these problems and choices are understood. What does secularization or secularism really mean in other cultures? The same terms are taken up in very different traditions, and we lack even the right concepts and a framework with which to discuss them cross-culturally.

The goal of this research focus is to explore the ways in which globalization impacts the relationship between religion and secularism, thus intertwining the perspectives of different cultures, religions and theoretical backgrounds. The research is structured around five main topics: first, an examination of contemporary forms of belief and, second, of forms of disbelief; third, a study of different secular regimes; fourth, religion’s potential to mobilize people to violence, and, finally, the role of religion in creating social cohesion across gaps of income, ethnicity and nationality. To explore these subjects further, a series of conferences entitled Modes of Secularism and Religious Responses started in 2009.

Religion und Säkularismus

English

Wenn wir von der Gegenwart als einem „säkularen Zeitalter“ sprechen, hat dies für gewöhnlich verschiedene Bedeutungen. Wir meinen damit, dass Gott oder die Religion im öffentlichen Leben kaum mehr sichtbar ist oder wir beziehen uns auf das Verschwinden von Glauben und religiöser Praxis in der Moderne. Die moderne Säkularität muss daher als ein Feld zunehmend vielfältiger Infragestellungen verstanden werden, in dem keine Haltung selbstverständlich ist.

Und doch verändert sich diese Situation noch einmal unter dem Einfluss der Globalisierung. Ganz offensichtlich kann die Beschreibung des Säkularisierungsprozesses im Westen nicht einfach auf andere Kulturen und Zivilisationen übertragen werden. Einige nichtwestliche Gesellschaften stehen zwar vor ähnlichen Problemen und Spannungen, auf die sie zum Teil ähnlich reagieren. Dennoch müssen wir genau betrachten, wie diese Probleme von ihnen verstanden werden. Was meint Säkularisierung oder Säkularismus in anderen Kulturen? Es wird zwar dieselbe Begrifflichkeit in verschiedenen kulturellen Traditionen verwendet, aber wir haben noch nicht die richtigen Konzepte oder ein theoretisches Gerüst, um Säkularismus kulturübergreifend zu diskutieren.

Das Ziel dieses Schwerpunktes ist es, die Perspektiven verschiedener Kulturen, Religionen und theoretischer Ansätze miteinander zu verflechten, um zu untersuchen, in welcher Weise sich die Globalisierung auf die Beziehung zwischen Religion und Säkularismus auswirkt. Die Forschung widmet sich fünf Themenfeldern: erstens der Untersuchung gegenwärtiger Formen des Glaubens, zweitens des Unglaubens, drittens der Trennung von Kirche und Staat, viertens der Macht der Religion, Menschen zu Gewalttaten zu mobilisieren, und fünftens der Fähigkeit der Religion, über Unterschiede von Einkommen, Ethnizität und Nationalität hinweg sozialen Zusammenhalt zu schaffen. Um diese Themen zu diskutieren, wurde im Jahre 2009 die Konferenzreihe Modes of Secularism and Religious Responses ins Leben gerufen.

 

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Former Fellows & Guest