IWM Lectures in Human Sciences

Selected IWM Lectures in Human Sciences, launched in 2000, are published in English (Harvard University Press, Cambridge), German (Suhrkamp Verlag, Berlin) and Polish (Kurhaus Publishers, Warsaw).

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Jan-Werner Müller
Was ist Populismus?
Berlin: Suhrkamp, 2016

Wer wird heute nicht alles als Populist bezeichnet: Gegner der Eurorettung, Figuren wie Marine Le Pen, Politiker des Mainstream, die meinen, dem Volk aufs Maul schauen zu müssen. Vielleicht ist ein Populist aber auch einfach nur ein populärer Konkurrent, dessen Programm man nicht mag, wie Ralf Dahrendorf einmal anmerkte? Lässt sich das Phänomen schärfer umreißen und seine Ursachen erklären? Worin besteht der Unterschied zwischen Rechts- und Linkspopulismus? Jan-Werner Müller nimmt aktuelle Entwicklungen zum Ausgangspunkt, um eine Theorie des Populismus zu skizzieren und Populismus letztlich klar von der Demokratie abzugrenzen. Seine Thesen helfen zudem, neue Strategien in der Auseinandersetzung mit Populisten zu entwickeln.

Das Buch basiert auf Jan-Werner Müllers IWM Lectures in Human Sciences 2015 mit dem Titel “We the People: On Populism and Democracy“.


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Peter Brown
The Ransom of the Soul. Afterlife and Wealth in Early Western Christianity
Cambridge: Harvard University Press, 2015

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Warsawa: Kurhaus, 2016

Marking a departure in our understanding of Christian views of the afterlife from 250 to 650 CE, The Ransom of the Soul explores a revolutionary shift in thinking about the fate of the soul that occurred around the time of Rome’s fall. Peter Brown, who gave the IWM Lectures in Human Sciences 2012, describes how this shift transformed the Church’s institutional relationship to money and set the stage for its domination of medieval society in the West.


 

Descombes_deutsch      Descombes_polnisch     Cover_Descombes_Identite_fr

Vincent Descombes
Die Rätsel der Identität
Berlin: Suhrkamp 2013

Rozterki tożsamości
Warsawa: Kurhaus 2013

Les embarras de l’identité
Paris: Gallimard 2013

Wer bin ich? Wer sind wir? Heute stellen wir uns solche Identitätsfragen in zunehmendem Maße im Bezug auf die eigene Identität. Es geht uns nicht mehr um die ontologische Tatsache, dass wir als Personen mit uns selbst identisch sind, sondern um unsere »Fähigkeit«, wir selbst zu sein – eine Fähigkeit, die wir auch verlieren können. Dieser neuen, »moralischen« Identitätsfrage, ihrer Entstehungs- und Ausbreitungsgeschichte sowie ihren Fallstricken widmet der französische Philosoph Vincent Descombes einen scharfsinningen Essay.

Wie er zeigt, hat sich der moralische beziehungsweise psychosoziale Gebrauch des Identitätsbegriffs seit der Mitte des 20. Jahrhunderts rasant verbreitet. Politische Aktivisten fordern allerorten die Anerkennung benachteiligter oder unterdrückter Identitäten und Sozialwissenschaftler entdecken überall »konstruierte« Identitäten. Identitätspolitik ist zu einem zentralen Thema unserer pluralistischen Gesellschaften geworden. Doch wie verhält sich die Berufung auf Gruppenidentitäten zur Rede von der sozialen Konstruiertheit dieser Identitäten? Wie verhält sich überhaupt der moralische Gebrauch des Identitätsbegriffs, dem zufolge eine Person mehr oder weniger sie selbst sein kann, zum ontologischen Gebrauch, nach dem eine Person entweder sie selbst ist oder eben nicht? Diesen Rätseln der identity politics und des identity talk geht Descombes mit analytischer Schärfe auf den Grund. Seine Forderung: Wir müssen die Sprache der Identität neu erlernen.

2010 spürte Vincent Descombes (EHESS und Chicago University) in den IWM Vorlesungen 2010 unter dem Titel “Puzzling Identities” dem rätselhaften und verwirrenden Begriff der Identität und seiner Bedeutung für das Verständnis der Gegenwart nach.


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Zygmunt Bauman
Leben in der flüchtigen Moderne
Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2007

Szanse etyki w zglobalizowanym swiecie
Cracow: Znak 2007

Does Ethics Have a Chance in a World of Consumers?
Harvard University Press 2008

Zygmunt Bauman is one of the most admired social thinkers of our time. Once a Marxist sociologist, he has surrendered the narrowness of both Marxism and sociology, and dares to write in language that ordinary people can understand—about problems they feel ill equipped to solve. This book is no dry treatise but is instead what Bauman calls “a report from a battlefield,” part of the struggle to find new and adequate ways of thinking about the world in which we live. Rather than searching for solutions to what are perhaps the insoluble problems of the modern world, Bauman proposes that we reframe the way we think about these problems. In an era of routine travel, where most people circulate widely, the inherited beliefs that aid our thinking about the world have become an obstacle.


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Ryszard Kapuscinski
Ten inny (Der Andere)
Cracow: Znak 2007

Der Andere
Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2008

Als »besten Reporter der Welt« würdigte Spiegel online Ryszard Kapuscinski nach seinem Tod im Januar 2007. Seine Bücher wie König der Könige und Meine Reisen mit Herodot gehören inzwischen zum Kanon der Weltliteratur. Die Vorlesungen, die Kapuscinski im Jahr 2004 am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen hielt, waren noch einmal seinem großen Thema gewidmet: der Begegnung mit dem Anderen. Kapuscinski erläutert, welche Bedeutung dieser Begriff Emmanuel Lévinas’ für seine Arbeit hatte und erfüllt die philosophische Kategorie anhand seiner Erfahrungen als Reisender, Journalist und Publizist mit Leben. Das Vermächtnis eines großen kosmopolitischen Intellektuellen.


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Paul Ricoeur
Wege der Anerkennung
Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2006

The Course of Recognition
Harvard University Press 2005

Drogi Rozpoznania
Cracow: Znak 2004

In seinen drei Vorlesungen umreißt Paul Ricoeur den Prozess der Anerkennung. Nach einer ersten Bestimmung, die Anerkennung als Identifizierung von Gegenständen und Personen begreift, wird das Konzept erweitert und als grundlegend für die Selbsterkenntnis herausgestellt. Daran anschließend profiliert sich in einer Lektüre kanonischer Texte der Literatur (Odyssee und King Lear) und der Philosophie (insbesondere Hobbes’ Leviathan und der Tradition des ius naturale bis hin zu Hegels Rechtsphilosophie) auch die soziale und politische Dimension der Anerkennung. In diesem Dreischritt zeigt sich die Tragweite des Konzepts der Anerkennung mit all seinen theoretischen und höchst praktischen Implikationen.


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Charles Taylor
Die Formen des Religiösen in der Gegenwart
Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2002

The Varieties of Religion Today
Harvard University Press 2002

Oblicza religii dzisiaj
Cracow: Znak 2002

Ausgehend von William James’ vor 100 Jahren angestellten Untersuchungen zur religiösen Erfahrung verfolgt Charles Taylor die Verschiebungen im Verhältnis von Religion, Individuum und Gesellschaft, von Spirituellem und Politischem bis in die Gegenwart. Der Rückzug des Religiösen aus der öffentlichen Sphäre hat die Religion nicht ins Private eingeschlossen, vielmehr verbirgt sich hinter diesem Prozess eine Kulturrevolution: Der moderne „expressive” Individualismus hat eine Vielfalt neuer Religionsformen und -gemeinschaften hervorgebracht, die auf die traditionellen zurückwirken und die Gesellschaft verändern. Der Ort der Religion muss neu bestimmt werden.