Austria and Poland Agree Targeted Support to Strengthen Research in the Humanities and Social Sciences

Austrian Minister Töchterle and his Polish colleague Kudrycka signed financial agreement to fund the IWM with 1,5 Mio Euros annually

Memorandum of UnderstandingAt the heart of the “memorandum of understanding” signed between Austria and Poland on November 11, lies an increase in support and thus a targeted strengthening of the Humanities and Social Sciences. From now on, the IWM will be funded by both countries. The ministers responsible, Dr. Karlheinz Töchterle of Austria and Dr. Barbara Kudrycka of Poland, signed a financial memorandum of agreement  to this effect at the IWM. According to the memorandum, each country’s Ministry of Science will support the IWM with 750.000 Euros annually between 2014 and 2016, with an option for it to be extended until 2019.

On behalf of the Institute, Acting Rector Cornelia Klinger and Permanent Fellow Timothy Snyder thanked both Ministries for the „great initiative”: “Precisely because this support is so extraordinary, we will feel bound to our own tradtions, and will work our hardest to realize them.”

The IWM will implement the agreement above all with programs enabling the international mobility of researchers, students and doctoral candidates. A key concern of all partners in the agreement is to promote the development of young researchers. The core funding of the Institute comes, however,  from the Austrian federal government, the City of Vienna and Open Society Foundations; for its various fellowship programs and other activities the Institute receives grants from numerous foundations and grant-making bodies (both in Austria and abroad) supporting scientific research.

 


Minister Töchterle und seine polnische Amtskollegin Kudrycka unterzeichneten am 11. November eine Finanzierungsvereinbarung für das IWM im Umfang von 1,5 Millionen Euro jährlich.

Memorandum of Understanding2Die verstärkte Förderung und damit gezielte Stärkung der Geistes- und Sozialwissenschaften steht im Mittelpunkt des heute zwischen Österreich und Polen unterzeichneten Memorandums of Understanding. Demnach wird das IWM künftig von beiden Ländern finanziert. Die entsprechende Finanzierungsvereinbarung wurde am 11. November von den verantwortlichen Ministern Dr. Karlheinz Töchterle und Dr. Barbara Kudrycka in den Räumlichkeiten des IWM und unter Teilnahme von Dr. Cornelia Klinger, Rektorin ad interim des IWM, unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht von 2014 bis 2016 eine jährliche Unterstützung von jeweils 750.000 Euro (damit gesamt 1,5 Millionen Euro) durch die beiden Ministerien vor. Die Grundfinanzierung des Instituts wird aus Mitteln des Bundes, der Stadt Wien sowie der Open Society Foundations finanziert; Drittmittel für seine Programme erhält es von zahlreichen forschungsfördernden Institutionen im In- und Ausland.

„Das IWM hat sich in seinen rund 30 Jahren des Bestehens zu einem renommierten Institut entwickelt, das weit über die Landesgrenzen gekannt und geschätzt wird“, so Wissenschafts- und Forschungsminister Töchterle. „Dass sich Wien als intellektuelles Zentrum zwischen Ost und West positionieren konnte, ist gerade auch dem IWM und dessen Gründer  Krzysztof Michalski, an den wir heute besonders denken, zu verdanken“, betonte Töchterle. Der Republik Polen und seiner Amtskollegin Dr. Kudrycka sprach Töchterle für die überaus großzügige Mitförderung des Instituts seinen herzlichen Dank aus. Die heute unterzeichnete Finanzierungsvereinbarung solle die Geistes- und Sozialwissenschaften im Allgemeinen sowie das IWM im Speziellen weiter stärken und „als klares Bekenntnis für den hohen Stellenwert der Geistes- und Sozialwissenschaften verstanden werden“.

Memorandum of Understanding3„Ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch neue Stipendien finanzieren werden können”, sagte Ministerin Dr. Barbara Kudrycka. „Diese können an junge Wissenschaftler/innen vergeben werden, die, wie  Prof. Michalski selbst, mit ihrem Wissen und ihrer Forschungsarbeit die Idee eines offenen und toleranten Individuums in einer modernen Gesellschaft unterstützen und durch kluge, wissenschaftliche Diskussionen Gegensätze in der Gesellschaft möglichst effektiv überwinden”, führte sie aus. Seit seiner Gründung hat das Institut mehr als 1.000 Wissenschaftler/innen aus der ganzen Welt beherbergt –  davon ein bedeutender Anteil aus Polen.

Memorandum of Understanding5Cornelia Klinger bedankte sich bei den beiden Ministerien für die „großartige Initiative“ und die erzielte Übereinkunft. „Wir sehen darin eine Anerkennung unserer über dreißig Jahre lang erfolgreichen Arbeit für den Brückenbau zwischen Menschen und Institutionen aus Ost und West“, so Cornelia Klinger. „Wichtiger noch ist das dadurch erwiesene Vertrauen in die Zukunft unseres Instituts in einer Situation des Übergangs von der Gründergeneration in eine neue Etappe der Entwicklung. Wie immer die Zukunft aussehen mag, die unparteiische und unabhängige Auseinandersetzung mit den brennenden geistigen, gesellschaftlichen und politischen Problemen der Zeit wird die handlungsleitende Aufgabe des IWM bleiben. Die Sicherung der finanziellen Basis dieses Projekts ist eine unabdingbare Voraussetzung für seinen Erfolg.“

Memorandum of Understanding4Timothy Snyder, Bird White Housum Professor of History an der Yale University und Permanent Fellow am IWM, der an der Ausverhandlung des Abkommens maßgeblich beteiligt war, betonte, dass Werte wie Solidarität und Dialogbereitschaft heute von ebenso großer Bedeutung seien wie zu Anfangszeiten des Instituts, als Europa durch den Eisernen Vorhang geteilt war. Die Bereitschaft des polnischen Ministeriums, eine Forschungseinrichtung außerhalb der eigenen Landesgrenzen zu unterstützen, bezeichnete Snyder als eine “außerordentlich reife Entscheidung nach bester politischer Tradition”, für die das Institut enorm dankbar sei.

Eckpunkte der Vereinbarung

Das Memorandum of Understanding beruht auf der langjährigen Zusammenarbeit beider Länder und soll der Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie dem Zusammenhalt in Europa sichtbar Ausdruck verleihen. Weiteres Ziel ist die Stärkung der wissenschaftlichen Position des IWM, das die Bestimmungen der Vereinbarung unter anderem durch den Austausch von Wissenschaftler/innen, Studierenden und Doktorand/innen umsetzen wird. Damit wird insbesondere dem gemeinsamen Wunsch des Ausbaus der Nachwuchsförderung Rechnung getragen.

Konkrete Maßnahmen, die in der Vereinbarung verankert sind:

  • Forschungsprojekte,
  • Konferenzen, Symposien, Forschungsseminare und andere Veranstaltungen,
  • Veröffentlichungen,
  • Stipendien zur Förderung der Mobilität von Wissenschaftler/innen

Federführend bei der Durchführung und Umsetzung ist das IWM. Die Vereinbarung gilt zunächst bis 2016 mit der Option auf Verlängerung bis 2019.