Frauen-Lebenswerk-Preisträgerin 2013

Preisverleihung KlingerDer diesjährige Frauen-Lebenswerk-Preis, gestiftet von der Bundesministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst, ist am Mittwoch, dem 23. Oktober 2013, an die Philosophin und interimistische Rektorin des IWM Cornelia Klinger verliehen worden. In ihrer Begründung führte die Jury aus, dass Cornelia Klinger als hochkarätige Wissenschaftlerin maßgeblich die feministische Forschung und Theorie in Wien durch ihr Wirken in den vergangenen Dekaden vorangetrieben habe.

Preisverleihung Klinger2Neben ihrem Einsatz für die Etablierung eines Zentrums für feministisches Denken und Arbeiten am Institut für die Wissenschaften vom Menschen habe sie mit ihrem feministischen Ansatz einen wesentlichen Beitrag zur Kritik geschlechterspezifischer Herrschaft und Ungleichheit geleistet, den sie in Publikationen, Vorträgen und Medien öffentlich präsentiert und zugänglich gemacht habe. Als „feministische Institution“ war und ist sie ein Vorbild, nicht nur für WissenschaftlerInnen und StudentInnen, so die Jury weiter.

Preisverleihung Klinger3Die feierliche Verleihung des Preises, der von der Künstlerin Angelika Rattay entworfen wurde, fand in den Räumlichkeiten des Bundeskanzleramtes statt. Die Laudatio hielt Herta Nagl-Docekal vom Institut für Philosophie der Universität Wien, die mit der Preisträgerin seit Jahren nicht nur freundschaftlich, sondern auch durch die gemeinsame Herausgabe mehrerer Publikationen verbunden ist – darunter die Wiener Reihe. Themen der Philosophie. Cornelia Klinger selbst betonte in ihrer Dankesansprache, dass ihr weniger die Gleichstellung der Geschlechtern, als vielmehr die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft für alle – Kinder, Frauen und Männer – ein Anliegen sei.

Portrait Cornelia KlingerCornelia Klinger studierte Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln. Nach Abschluss des Doktorats im Jahr 1981 habiliterte sie sich 1992 an der Eberhard Karls Universität Tübingen mit einer Arbeit zum Thema Ästhetische Modernität und „Wiederverzauberung der Welt“. Der Ort der Romantik im Prozeß der Moderne. Seit 1983 ist sie Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen, wo sie den Forschungsschwerpunkt Ursachen von Ungleichheit leitet. Zu diesem Thema veröffentlichte sie zahlreiche Publikationen – darunter Über-Kreuzungen. Fremdheit, Ungleichheit, Differenz (2008, zusmamen mit Gudrun-Axeli Knapp) sowie Achsen der Ungleichheit. Zum Verhältnis von Klasse, Geschlecht und Ethnizität (2007, zusammen mit Gudrun-Axeli Knapp und Birgit Sauer) – und veranstaltete gemeinsam mit der Columbia University die hochkarätige Konferenzreihe On Solidarity, die 2013 bereits zum achten Mal in Folge abgehalten wurde. Das jüngste von ihr herausgegebene Buch trägt den Titel Blindheit und Hellsichtigkeit. Künstlerkritik an Politik und Gesellschaft der Gegenwart (2013). Im Mai 2013 übernahm Cornelia Klinger gemeinsam mit dem US-amerikanischen Philosophen Michael Sandel die interimistische Leitung des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen. Zudem ist sie seit 2003 außerplanmäßige Professorin für Philosophie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im Laufe ihrer Karriere hatte sie zahlreiche Lehraufträge und Gastprofessuren an verschiedenen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu Ihren Forschungsschwerpunkten zählen Politische Philosophie, Gender Studies und Gesellschaftstheorie.

Der Frauen-Lebenswerk-Preis wird alljährlich von der Jury der Käthe Leichter-Preise vergeben und zeichnet herausragende Frauen aus, die sich für die Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern eingesetzt haben. Die Preisträgerinnen der letzten Jahre waren Gerda Lerner (2012), Maria Schaumayer (2011) und Erika Weinzierl (2010).

Neben dem Frauen-Lebenswerk-Preis wurden an diesem Abend auch die diesjährigen Käthe Leichter-Preise an Doris Guggenberger, Christine Mayrhuber, Sieglinde Rosenberger, Michaela Windisch-Graetz, Ilona Horwath, und  Roswith Roth verliehen.

 

Frauen-Lebenswerk-Preis für Philosophin Cornelia Klinger, APA Science, 24.10.2013
Auszeichnung für Philosophin Cornelia Klinger, DieStandard.at, 24.10.2013
Heinisch-Hosek: “Schnittstellen von Wissenschaft und gesellschaftspolitischer Praxis wichtiger denn je”, Bundeskanzleramt, 24.10.2013
Frauenministerium ehrt Philosophin Klinger, Salzburger Volkszeitung, 25.10.2013
Kopf and Kopf – Cornelia Klinger, Furche, 01.11.2013


This year‘s Frauen-Lebenswerk-Preis (Women’s Lifetime Achievement Award) of the Austrian Federal Minister for Women and Public Administration has been awarded to the philosopher and IWM Acting Rector, Cornelia Klinger. The jury justified this award in its announcement with reference to Cornelia Klinger’s excellent and important scholarly contributions to feminist research and theory in Vienna over the last decades. Apart from establishing a center for feminist thought and work at the IWM, she has also contributed significantly to the development of a feminist critique of gendered power relations and inequality, which she brought to the attention of a wide audience through lectures, publications, and public and media appearances. The jury’s statement continues by lauding Professor Klinger as a ‘feminist institution’ and a role model to scholars and students. The award ceremony took place on 23rd October 2013 at 5pm in the Federal Chancellery of the Republic of Austria.

Cornelia Klinger studied philosophy, German literature and art history at the University of Cologne. After finishing her doctorate in 1981, she prepared her professorial thesis on  Ästhetische Modernität und „Wiederverzauberung der Welt“. Der Ort der Romantik im Prozeß der Moderne (‘Aesthetic modernity and the „re-enchantment of the world“. The place of romanticism in the process of modernity‘) at the Eberhard Karls Universität Tübingen, which she finished in 1992. She has been a Permanent Fellow at the Institute for Human Sciences since 1983, where she is in charge of the research focus on Sources of Inequality. Amongst her numerous publications on this topic are Über-Kreuzungen. Fremdheit, Ungleichheit, Differenz (2008, with Gudrun-Axeli Knapp) and Achsen der Ungleichheit. Zum Verhältnis von Klasse, Geschlecht und Ethnizität (2007, with Gudrun-Axeli Knapp and Birgit Sauer). In cooperation with Columbia University, she is the organizer of a series of international conference  On Solidarity, the eighth of which took place in 2013.. Her most recent book is Blindheit und Hellsichtigkeit. Künstlerkritik an Politik und Gesellschaft der Gegenwart (2013). In May 2013, Cornelia Klinger – together with the US philosopher Michael Sandel – took on the temporary rectorate of the Insitute for the Human Sciences. Since 2003 she was furthermore appointed extraordinary Professor of Philosophy at the Eberhard Karls Universität Tübingen. In the course of her career, she has held visiting professorships at a number of universities in Germany, Austria and Switzerland. Her research focuses mainly on Political Philosophy, Gender Studies and Social Theory.

The Women’s Lifetime Achievement Award/ Frauen-Lebenswerk-Preis is awarded annually by the jury of the Käthe Leichter-Preise to exceptional women who have made important contributions towards the realization of gender equality. Honorees in previous years were the historians Gerda Lerner (2012) and Erika Weinzierl (2010), as well as the former Director of the Austrian National Bank, Maria Schaumayer (2011).