Wer heute von Religion spricht, kann vom fundamentalistischen Terrorismus nicht schweigen. Spätestens seit den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 scheint religiös motivierte Gewalt zu einem zentralen Charakteristikum des 21. Jahrhunderts geworden zu sein. Doch handelt es sich beim auf 9/11 folgenden „Krieg gegen den Terror“ und bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Afghanistan, Kaschmir und Nahost tatsächlich um religiöse Kämpfe? Findet der vielbeschworene „Clash of Civilisations“ zwischen einem säkularen Westen und einem religiös-fundamentalistischen Rest der Welt wirklich statt? Am 10. Juni standen diese Fragen im Zentrum der Debatte „Religion and Violence“ am Französischen Kulturinstitut. Charles Taylor, Philosoph an der McGill University Montréal und Permanent Fellow am IWM, diskutierte dort mit der amerikanischen Anthropologin Veena Das und dem Oxford Historiker Faisal Devji, ob, wer von Terrorismus spricht, nicht von mehr als nur von Religion sprechen muss.
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