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Religion in the Public Sphere

Transit

Religion und Gewalt
Wer heute von Religion spricht, kann vom fundamentalistischen Terrorismus nicht schweigen. Spätestens seit den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 scheint religiös motivierte Gewalt zu einem zentralen Charakteristikum des 21. Jahrhunderts geworden zu sein. Doch handelt es sich beim auf 9/11 folgenden „Krieg gegen den Terror“ und bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Afghanistan, Kaschmir und Nahost tatsächlich um religiöse Kämpfe? Findet der vielbeschworene „Clash of Civilisations“ zwischen einem säkularen Westen und einem religiös-fundamentalistischen Rest der Welt wirklich statt? Am 10. Juni standen diese Fragen im Zentrum der Debatte „Religion and Violence“ am Französischen Kulturinstitut. Charles Taylor, Philosoph an der McGill University Montréal und Permanent Fellow am IWM, diskutierte dort mit der amerikanischen Anthropologin Veena Das und dem Oxford Historiker Faisal Devji, ob, wer von Terrorismus spricht, nicht von mehr als nur von Religion sprechen muss.
Religion vs. Säkularität
Der kanadische Philosoph Charles Taylor lebt derzeit in Wien und forscht als Permanent Fellow am IWM. Er publizierte vor kurzem mit seinem opus magnum "Ein säkulares Zeitalter" eine Abhandlung über die Geschichte der Säkularisierung von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Aufklärung und Humanismus drängten den Einfluss der Religion im Lebensalltag zurück und Werte wie die menschliche Vernunft traten in den Vordergrund. In seinem Buch kommt Taylor zu dem Schluß, dass es die Religion selbst war, die das Säkulare hervorgebracht hat. "Are We Living in A Secular Age?" debattiert Taylor am 9. Juni um 18 Uhr am IWM mit Kardinal Christoph Schönborn über das Spannungsverhältnis von Religiosität und Säkularisierung in der heutigen Gesellschaft.
Bernhard Kern, Falter:Programm

Säkularismus neu denken
Säkularisierung wurde lange Zeit als unvermeidliche Begleiterscheinung der Modernisierung betrachtet. Gegenwärtig scheint es jedoch, als hätte der Alte Kontinent einen Sonderweg eingeschlagen, während die Religion in anderen, nicht weniger modernen Weltregionen, keineswegs abstirbt, sondern gedeiht. Es ist also an der Zeit, Säkularismus zu überdenken – sowohl, um der wachsenden Vielfalt unserer Gesellschaften gerecht zu werden, als auch, um das Selbstverständnis des Westens kritisch zu überprüfen. Die Beiträge des neuen Heftes von Transit - Europäische Revue plädieren für einen reflektierten Säkularismus, der aus den Erfahrungen der eigenen Geschichte wie auch der anderer Gesellschaften lernt, einen Säkularismus, der auf der Trennung von Staat und Religion beharrt, nicht aber die Ausgrenzung der Religion betreibt. Die Beiträge sind aus dem 2008 am IWM eingerichteten transdisziplinären Forschungsschwerpunkt „Religion und Säkularismus“ hervorgegangen, der vom kanadischen Philosophen Charles Taylor geleitet wird. Taylor hat auch den einleitenden Essay zu diesem Transit-Heft verfasst. Dort spricht er sich für einen neuen Säkularismus aus, der sich nicht als Bollwerk gegen die Religion versteht, sondern ein Höchstmaß an Freiheit und Gleichheit zwischen religiösen wie nicht-religiösen Weltanschauungen garantiert. Mehr über Transit 39 erfahren Sie [hier].
Europa bewegen
Polen wird 2011 den Ratsvorsitz der Europäischen Union übernehmen. In Vorbereitung der Präsidentschaft veranstaltet das IWM gemeinsam mit den Tageszeitungen Corriere della Sera (Italien), Gazeta Wyborcza (Polen), Die Welt (Deutschland), und Der Standard (Österreich) unter der Schirmherrschaft des polnischen Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe nun eine Reihe öffentlicher Debatten zu Themen, die Europa bewegen. Den Auftakt bildete Mailand – Berlin und Wien folgen. Die Reihe findet ihren Abschluß in Breslau, wo vom 8. bis 11. September 2011 ein Kongreß über europäische Kultur stattfinden wird. Im Mittelpunkt der Eröffnungsdebatte in Mailand am 8. Juni 2010 stand das Thema „Die Religion im öffentlichen Raum“. Am Podium diskutierten der ehemalige Ministerpräsident Italiens, Giuliano Amato, der Essayist und Herausgeber der Gazeta Wyborcza, Adam Michnik, Giovanni Reale, Professor für Philosophie an der Universität Mailand, und der kanadische Philosoph und IWM Permanent Fellow Charles Taylor. Moderatoren waren Krzysztof Michalski und Alberto Melloni. Sie können die Mailänder Debatte in englischer Sprache auf unserer Webseite ansehen: [Videoaufzeichnung]
Europe and the Crisis
Does the economic crisis affect solidarity in Europe? Only shortly after the worst of the 2008 economic crisis has passed Europe finds itself in the middle of the next one. The European Union is based on the solidarity of its members and citizens. Has solidarity lived up to its idea during the last year and will it be strong enough to cope with the new challenge? There are disturbing undertones in the media coverage of the recent debt crisis. Harvard political scientist Jennifer L. Hochschild has analyzed how the 2008 crisis affected the attitudes and the behaviour of the Europeans. To her surprise public opinion data seem to indicate that European citizens have not lost faith in their economy, polity, and each other. The article emerged from the IWM conference "Social Solidarity and the Crisis of Economic Capitalism" held last October. More contributions will be published in Transit 40 (Autumn 2010) and Tr@nsit_online. Also in Tr@nsit_online: "The 'Brave New World' after Communism 1989: Expectations in Comparison," with additional articles by Tereza Novotna (on the celebrations in Berlin) and Rudolf Stamm (on the Hungarian scholar and intellectual Endre Bojtar).
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Results 11 - 20 of 38
Upcoming Events
September 21st / 6:00pm
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***Absage***
Peter A. Berger
Rückkehr der Klassengesellschaft?
September 28th / 6:00pm
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Yu Jie
The Incentives, Barriers and Perspectives of China’s National Climate Policy
October 5th / 6:00pm
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Juliane Rebentisch
Realismus heute.
Kunst, Politik und die Kritik der Repräsentation
October 11th / 6:00pm
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Chris Hann
From Islamic Theocracy to Militant Secularism.
October 27th / 6:00pm
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Sebastian Oberthür
EU Leadership on Climate Change.

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