Vermarktlichung, Konsumentenprinzip und freie Wahl

Tuesday, 6 December 2011, 6:00pm - 8:00pm, IWM library

Vortrag
Reihe: “Sorge – Arbeit am guten Leben”

In den neueren Politiken zur Pflege älterer Menschen in europäischen Wohlfahrtsstaaten wurde vielfach die Bedeutung ökonomischer Prinzipien gestärkt. Es wurden „Wohlfahrtsmärkte“ etabliert, auf denen die Pflegebedürftigen als „Konsumenten“ agieren können, die die freie Wahl zwischen verschiedenen Angeboten haben. Der Vortrag geht der Frage nach, inwieweit dies zu neuen Spannungen in den jeweiligen gesellschaftlichen „Care Arrangements“ geführt hat. Ein Schwerpunkt der Argumentation liegt dabei auf Deutschland, dessen Wohlfahrtsstaat mit seinem „Pflegeversicherungsgesetz“ weithin als Vorbild für eine gelungene Pflegepolitik gilt. Es wird gezeigt, dass die genannten Spannungen vor allem die Qualität der Pflege betreffen, die Akzeptanz ambulanter Pflege in der Bevölkerung sowie die Stellung pflegender Familienangehöriger im „Pflegeverhältnis“.

Birgit Pfau-Effinger, Professorin für Soziologie, Direktorin, Centrum für Globalisierung und Governance, Universität Hamburg.

Kommentar: Karl Öllinger, Grüner Sozialsprecher im Nationalrat.

Aktuelle Publikation:

“The ‘consumer principle’ in the care of elderly people – free choice and actual choice in the German welfare state”, with Melanie Eichler, in: Social Policy and Administration, 43 (6)/2009

In Zusammenarbeit mit der Grünen Bildungswerkstatt