Verkennende Gewalt und die Grenzen der Anerkennung

Thursday, 21 October 2010, 6:00pm - 7:30pm, IWM library

Eröffnungsvortrag zum Workshop Aporien der Anerkennung

Ob es um die Themen von Protestbewegungen geht, um die Belange ethnischer und sexueller Minderheiten oder um Nationen im Kampf um einen eigenen Staat – stets geht es um die Anerkennung von Anderen, die zum Gegenstand von Verhandlungen, aber auch politischem Widerstand und sozialen Konflikten wird. Thomas Bedorf wird am IWM über die Gewalt, die das Ringen um Anerkennung auslösen kann im Horizont seines Buches Verkennende Anerkennung – Über Identität und Politik sprechen. Das Buch, vor kurzem beim Suhrkamp Verlag erschienen, diskutiert die wichtigsten sozialphilosophischen Identitätstheorien und kritisiert, dass in ihnen durchgängig das Ideal gelingender Anerkennung unterstellt wird. Vollkommene Anerkennung jedoch kann es nicht geben, da moderne Identitäten nichts fixierbares, sondern ständig in Bewegung sind. Bedorf spricht daher von den Grenzen der Anerkennung und zeigt, dass Anerkennung in politischen Prozessen nicht mehr als Ziel sondern als Strategie verstanden werden muss.

Im anschließenden Workshop „Aporien der Anerkennung“ am 22. Oktober am IWM werden junge Nachwuchswissenschaftler/innen des Instituts für Philosophie der Universität Wien einzelne Abschnitte des Buches aufgreifen und mit dem Autor diskutieren.

Thomas Bedorf ist Privatdozent für Philosophie und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fernuniversität Hagen. Im Wintersemester 2009/2010 war er Gastprofessor für Politische und Sozialphilosophie an der Universität Wien.

Publikationen:

Verkennende Anerkennung – Über Identität und Politik, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag, 2010
Dimensionen des Dritten. Sozialphilosophische Modelle zwischen Ethischem und Politischem, München: Fink, 2003