On the Advantages and Disadvantages of Memory for Life

Friday, 25 September 2009, 7:00pm - 8:30pm
Kann es ein vereintes Europa ohne eine gemeinsame Geschichte geben? Die Grenzen in Europa verschwinden immer mehr, aber die nationalen Erzählungen und Historiographien unterscheiden sich nach wie vor. Der Forschungsschwerpunkt „Vereintes Europa – Geteilte Geschichte“ am IWM analysiert die oft widersprüchlichen Narrative der europäischen Länder in Ost und West, und möchte eine Synthese schaffen, die unterschiedliche Perspektiven und bislang unbekannte Kapitel der europäischen Geschichte integriert. Keine Tragödie oder zentrale Erfahrung soll dabei verloren gehen, aber keine wird in einem ausschließlich nationalen Rahmen aufgezeichnet.
Am IWM fand 2008 und 2009 eine wissenschaftliche Konferenzreihe zu diesem Schwerpunkt statt. Die Abschlußkonferenz „Tomorrow’s Yesterday: Memory Politics in Europe“ (geschlossene Veranstaltung) befasst sich nun mit dem Spannungsverhältnis von Geschichtsschreibung und Erinnerungspolitik. Es geht um die Orte, an denen Erinnerung ausgestellt und aufbewahrt wird, die Museen und Archive, um die öffentlichen Debatten in denen Vergangenes wachgehalten aber auch geleugnet wird, um die politischen Versuche Geschichte zu „bereinigen“ ebenso wie um Strategien der Vergangenheitsbewältigung und der Aussöhnung. Bei der öffentlichen Podiumsdiskussion am 25. September sprechen Anne Applebaum, Ivan Krastev und Timothy Snyder über den politischen Ge- und Mißbrauch von Geschichte und Erinnerung.

Es diskutieren:

Anne Applebaum
Columnist, Writer and Member of the Editorial Board, The Washington Post, Warsaw
Ivan Krastev
Chair of the Board, Centre for Liberal Strategies, Sofia; IWM Visiting Fellow
Timothy Snyder
Professor of History, Yale University; IWM Permanent Fellow

Moderation:

Michael Fleischhacker
Editor in Chief, Die Presse