Macht und Ohnmacht

Thursday, 27 September 2018, 7:00pm - Sunday, 30 September 2018, 8:00pm
Das dritte Vienna Humanities Festival – eine gemeinsame Veranstaltung von IWM, Time to Talk und Wien Museum – versammelt vom 27. bis zum 30. September wieder führende Köpfe aus Wissenschaft, Kunst und Kultur zu einem mehrtägigen urbanen Salon. In rund 40 Veranstaltungen, die Hälfte davon auf Englisch, verhandeln wir unter dem Motto „Macht & Ohnmacht“ die großen Fragen unserer Zeit. Wir widmen uns der Krise der Demokratie, hinterfragen das Erstarken fundamentalistischer Kräfte und suchen gemeinsam nach Auswegen.

Eröffnet wird das Festival vom renommierten US-amerikanischen Historiker Timothy Snyder, der sein neues, vieldiskutiertes Buch „Der Weg in die Unfreiheit: Russland – Europa – Amerika“ im Rahmen einer Wiener Vorlesung im Festsaal des Rathauses vorstellt. Snyder, der am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien forscht, beschreibt darin den Aufstieg der neuen „rechten Internationalen“ und zeigt, wie sehr die Grundfesten unserer Demokratie in Gefahr sind.

Weltpolitische Themen spielen auch im weiteren Programm eine zentrale Rolle. So spricht Michael Ignatieff, Historiker und Rektor der Central European University (CEU) in Budapest, über die Bedrohung der akademischen Freiheit. Die belgische Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe erklärt hingegen, warum es einen linken Populismus braucht, um der neuen Rechten etwas entgegenzuhalten. Um die Macht des Geldes und der Finanzwirtschaft geht es in einem Gespräch mit Andreas Treichl, dem CEO der Erste Group Bank.

Eine Debatte zur gegenwärtigen #MeToo-Bewegung steht ebenso auf dem Festivalprogramm wie eine kritische Analyse von Geschlechterrollen und den Rückschlägen der Frauenrechtsbewegung.

Weitere Programmhighlights setzten sich mit der österreichischen Geschichte und Gegenwart auseinander. Drei ehemalige SpitzenpolitikerInnen – Franz Fischler, Ulrike Lunacek und Matthias Strolz – ziehen Bilanz und sprechen offen über ihre Erfahrungen im komplexen Machtgefüge der nationalen und europaweiten Politik. Weiters erlebt Ruth Beckermanns neuer Film „Waldheims Walzer“ – Gewinner des Glashütte Original-Dokumentarfilmpreises bei der diesjährigen Berlinale – seine Wien-Premiere im Rahmen des Festivals.

Anlässlich des Gedenk- und Erinnerungsjahres 2018 widmet das Festival auch einen Programmschwerpunkt der Geschichte der Republik Österreich. Führende ZeithistorikerInnen lassen dabei die letzten hundert Jahre Revue passieren – in zehn Events, Jahrzehnt für Jahrzehnt. Neben den Großereignissen der verschiedenen Dekaden steht immer auch die Frage nach Macht und Ohnmacht im Zentrum. Ausgangspunkt ist dabei ein für die jeweiligen Jahrzehnte charakteristisches Objekt aus der Sammlung des Wien Museums.

Die Veranstaltungsorte des diesjährigen Vienna Humanities Festivals gruppieren sich erneut um den Karlsplatz. Neben dem Wien Museum, der Technischen Universität und der Evangelische Schule gibt es in diesem Jahr erstmals auch eine Kooperation mit dem Stadtkino, welche die Filmaufführungen von Chris Markers „A Grin Without a Cat“ sowie des neuen Dokumentarfilms „Zu ebener Erde“ beinhaltet. Die Premiere von „Waldheims Walzer“ führt das Festival ins Gartenbaukino.

Terminaviso:

27. September, 19:00 Uhr
Wiener Rathaus, Festsaal
Eröffnung des Vienna Humanities Festivals
Wiener Vorlesung mit Timothy Snyder

28. September, 18:00 Uhr
Institut für die Wissenschaften vom Menschen
Signal or Noise: Power and Powerlessness in the Media
Podiumsdiskussion mit:
Damon Linker  (TheWeek.com)
– John Palattella (The Point)
– Elisabeth von Thadden (Die Zeit)
– Katarzyna Wężyk (Gazeta Wyborcza)

28. September, 20:00 Uhr
Gartenbaukino
Filmpremiere „Waldheims Walzer
Gespräch mit Ruth Beckermann

29.-30. September, 12:00 – 19:00 Uhr
Vienna Humanities Festival (Kernprogramm)
40 Veranstaltungen an 2 Tagen rund um den Karlsplatz
– Evangelische Schule
– Stadtkino
– TU Wien
– Wien Museum
Eintritt frei!

Nähere Details  auf: www.humanitiesfestival.at