Im Zeit-Raum: Der Schatten der imperialen Lebensweise – Wege zur globalen Solidarität

Thursday, 1 June 2017, 6:30pm - 8:00pm, ORF Radiokulturhaus, Großer Sendesaal
Der globale Norden eignet sich die Ressourcen des globalen Südens an und beutet u.a. die billige Arbeitskraft von Textilarbeiterinnen und -arbeitern oder den Produzentinnen bzw. Produzenten landwirtschaftlicher Exportgüter aus. Diese imperiale Lebensweise braucht das “Außen”, auf das ihre Kosten verlagert und von dem die benötigten Ressourcen bezogen werden können. Dieses Außen schrumpft im selben Maße, wie sich immer mehr Länder des globalen Südens industrialisieren und selbst davon abhängig werden, sozial-ökologische Kosten zu externalisieren. Zudem sind immer weniger Menschen im globalen Süden bereit, sich ihr Leben von der imperialen Lebensweise des globalen Nordens kaputt machen zu lassen – und streben danach, an deren Vorzügen teilzuhaben. Die aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen sind auch vor diesem Hintergrund zu sehen. Die kapitalistischen Zentren reagieren darauf mit einer autoritären Politik der Abschottung, Ausgrenzung und militärischen Kontrolle, die den Aufstieg der rechtspopulistischen Politik begünstigt. Ist eine Entwicklung zu einer demokratischen, sozial und ökologisch gerechten Gesellschaft im globalen Maßstab möglich? Was lässt sich von der Solidarität mit Geflüchteten und den Kämpfen um Ernährungssouveränität, Klimagerechtigkeit und Energiedemokratie lernen?

Johannes Kaup spricht mit dem Politologen Ulrich Brand und der Sozialanthropologin Shalini Randeria über den Schatten der imperialen Lebensweise und möglichen Wegen zur globalen Solidarität.

Ulrich Brand ist Professor für Internationale Politik an der Universität Wien. Er arbeitet zu den Fragen der kapitalistischen Globalisierung, zu internationaler Ressourcen- und Umweltpolitik und der sozial-ökologischen Transformation.

Shalini Randeria, Rektorin des IWM, ist Professorin für Sozialanthropologie und Soziologie am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung, wo sie auch das Hirschman Centre on Democracy leitet.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Ö1 und dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen.

Näheres unter: radiokulturhaus.orf.at