‘Modern, aber nicht säkular’

Thursday, 15 December 2011, 6:00pm - 8:00pm, IWM library
Vortrag

Reihe: Rethinking Religion in the Modern World

Islamische Reformer können auf eine jahrhundertealte Tradition der kritischen Auseinandersetzung mit der religiösen Praxis der Muslime und der gegebenen Ordnung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zurückblicken. Viele ihrer Topoi sind auch heute noch relevant. Im Mittelpunkt des Vortrags aber steht eine Leitidee, die im Zuge des gegenwärtigen demokratischen Aufbruchs in Nah- und Mittelost formuliert wurde: die Errichtung eines „zivilen Staates mit islamischem Referenzrahmen“. Diese politische Vorstellung wirft grundlegende Fragen nach dem Verhältnis von religiösen Bezügen (Stichwort: Scharia), Rechtsstaatlichkeit und Säkularität auf, die nicht nur die Muslime des Vorderen Orients, sondern auch die westliche Welt bewegen.

Gudrun Krämer, Professorin für Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin

Ausgewählte Publikationen:

“Islam, Kapitalismus und die protestantische Ethik”, in Gunilla Budde (Hg.), Kapitalismus – Historische Annäherungen, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht
A History of Palestine. From the Ottoman Conquest to the Founding of State Israel, Princeton UP, 2008
Speaking for Islam. Religious Authorities in Muslim Societies, hrsgg. mit Sabine Schmidtke, Leiden/Boston: Brill Publishers, 2006
Geschichte des Islam, München: C.H. Beck, 2005

Mit Unterstützung des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF