Grenzfälle

Tuesday, 9 February 2010, 6:00pm - 8:00pm, IWM library
Muriel Blaive und Berthold Molden: Grenzfälle. Österreichische und tschechische Erfahrungen am Eisernen Vorhang. Mit einem Geleitwort von Ji?í Gruša. Weitra: Bibliothek der Provinz 2009

Wie tief sind die Spuren, die der Eiserne Vorhang im Grenzland zwischen Österreich und Tschechien hinterlassen hat? Dieser Frage gingen die Historiker Muriel Blaive und Berthold Molden in den Städten Gmünd im nördlichen Niederösterreich und Ceske Velenice in Südböhmen nach. Auf Basis von zahlreichen Interviews und intensiven Archivrecherchen haben sie die Freundschaften und Vorurteile, die historischen Erinnerungen und Zukunftserwartungen an der Grenze analysiert: vom Habsburgerreich über die Gründung der Tschechoslowakei und ihre spätere Okkupation durch das Dritte Reich, den Holocaust, die Vertreibung der Deutschen und Österreicher aus Böhmen nach 1945, das Leben in zwei grundverschiedenen Gesellschaften während des Kalten Krieges bis zur EU-Integration nach 1989. Mit ihrem Buch “Grenzfälle” haben sie eine exemplarische Bestandsaufnahme politischer Identitäten in Mitteleuropa 20 Jahre nach dem Mauerfall vorgelegt. Am 9. Februar präsentieren die beiden Autoren das Buch am IWM und diskutieren mit den Zeithistorikern Thomas Lindenberger und Oliver Rathkolb über das österreichisch-tschechische Verhältnis vor, während und nach dem Kalten Krieg.

Muriel Blaive
Koordinatorin der Forschungsstelle “Kommunismus”, Ludwig Boltzmann Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit, Wien
Thomas Lindenberger
Direktor des Ludwig Boltzmann Institutes für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit, Wien
Berthold Molden
Koordinator der Forschungsstelle “Repräsentationen des Kalten Krieges an Europäischen Grenzen”, Ludwig Boltzmann Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit, Wien
Oliver Rathkolb
Professor für Zeitgeschichte an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte