Gegebenheit und Hermeneutik

Monday, 16 September 2013, 6:00pm - 8:00pm, IWM library
Jean-Luc Marion, einst Schüler von Jacques Derrida, zählt heute zu den bedeutendsten lebenden Philosophen Frankreichs. Seinem philosophischen Schaffen widmet das IWM eine dreitägige Konferenz, die den Titel “Den Primat der Gegebenheit denken. Zur Transformation der Phänomenologie nach Jean-Luc Marion” trägt. Vom 16. bis zum 18. September werden hochkarätige Vertreter des Faches – darunter László Tengelyi, Emilie Tardivel und Thomas Alferi – die vielseitigen Facetten seiner Phänomenologie beleuchten. Jean-Luc Marion selbst wird die Keynote Speech am Eröffnungsabend halten.

Jean-Luc Marion ist Greeley Professor of Catholic Studies und Professor of the Philosophy of Religions and Theology an der University of Chicago, Professor emeritus an der Sorbonne (Paris IV), Professor am Institut catholique (Paris) und Mitglied der Académie Française.

Jean-Luc Marions Forschungsschwerpunkte sind die Philosophiegeschichte und die zeitgenössische Phänomenologie. Marion hat zahlreiche Publikationen zu Descartes‘ Ontologie, rationaler Theologie und Metaphysik, mit einem Fokus sowohl auf mittelalterliche Quellen sowie zeitgenössische Deutungsmuster (z.B. Sur le prisme métaphysique de Descartes, 1986), verfasst. Eine langfristige Untersuchung ist der Gottesfrage gewidmet, woraus L’idole et la distance (1977) und Dieu sans l’être (1982) hervorgingen. Marions phänomenologische Analyse der Gegebenheit fand in der Trilogie Réduction et donation (1989), Étant donné (1997) sowie De surcroît (2001) ihren Niederschlag und führte ihn zuletzt zu seiner Analyse Le phénomène érotique (2003). Neuere Buchpublikationen sind Au lieu de soi, l’approche de Saint Augustin (2008), Certitudes négatives (2010) und Figures de phénoménologie (2012). In deutscher Sprache erschienen sind u.a. Ruf und Gabe zum Verhältnis von Phänomenologie und Theologie (2000) und Das Erotische. Ein Phänomen (2010); Übersetzungen von Dieu sans l’être und De surcroît sind z.Z. in Vorbereitung. Gegenwärtig arbeitet Marion an einem Buch über die Dekonstruktion des Mythos des Cartesianischen Dualismus unter dem Titel Sur la pensée passive de Descartes.

Marion wurde unter anderem mit dem Karl-Jaspers-Preis (2008) der Stadt Heidelberg und Ruprecht-Karls-Universität sowie dem Grand Prix de philosophie de l’Académie française (1992) ausgezeichnet.

Anmeldung erbeten unter: events@iwm.at bzw. +43-1-313-58-0