Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent

Thursday, 27 November 2014, 6:00pm - 7:30pm, IWM library

Philipp Ther_Neue OrdnungAls im November 1989 die Mauer fiel, begann ein Großexperiment kontinentalen Ausmaßes: Die ehemaligen Staaten des »Ostblocks« wurden binnen kurzer Zeit auf eine neoliberale Ordnung getrimmt und dem Regime der Privatisierung und Liberalisierung unterworfen. Philipp Ther war vor Ort, als die Menschen damals in Prag auf die Straße gingen, später lebte er mehrere Jahre in Tschechien, Polen und der Ukraine. In diesem Buch, das im Oktober 2014 bei Suhrkamp erscheint, legt er eine umfassende zeithistorische Analyse der neuen Ordnung auf dem alten Kontinent vor – und zwar erstmals in gesamteuropäischer Perspektive. Angereichert durch persönliche Erfahrungen, rekapituliert Ther den Verlauf der »verhandelten Revolutionen«. Er zeigt, dass der Umbau der mittel- und osteuropäischen Ökonomien auch auf Länder im Westen zurückwirkte, die Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Bundesregierung interpretiert er z. B. als »nachholende Modernisierung«.

Ther räumt mit einigen Mythen rund um »1989« auf und zieht eine Zwischenbilanz, die für breite Diskussionen sorgen wird: Was funktionierte besser – radikale Schocktherapien oder schrittweise Reformen? Welche Lehren lassen sich im Hinblick auf die gegenwärtige Krise der südeuropäischen Länder ziehen? Und warum wurde Berlin wirtschaftlich von Städten wie Warschau oder Prag überholt?

Philipp Ther ist Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. Zuvor war er u.a. John F. Kennedy Fellow an der Harvard University und Professor am European University Institute in Florenz.

Im Gespräch mit:

Ferdinand Lacina war von 1986 bis 1995 österreichischer Finanzminister. Zuvor war er Kabinettschef des langjährigen österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky und  Staatssekretär im Bundeskanzleramt. Von 1984 bis 1986 war Lacina Bundesminister für Verkehr.

János Mátyás Kovács ist Permanent Fellow am IWM und External Research Fellow am Institute of Economics an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest. Er leitet den Forschungsschwerpunkt Wirtschaftliche Ideen und Institutionen in Osteuropa.

In Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag und der Buchhandlung Orlando. orlandobuch

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