Die Garagen von Chervonograd

Wednesday, 5 November 2014, 6:00pm - 7:00pm, IWM
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Die in den 1960er bis 1980er Jahren an Stadträndern entstandenen Garagenanlagen haben das Stadtbild der ehemaligen Sowjetunion maßgeblich und nachhaltig geprägt. Trotz einer genauen Normierung sind die Garagen äußerst individuell gestaltet worden.

Wie die Formen selbst, sind auch die Nutzungsarten vielfältig. Bereits seit ihrer Errichtung wurden viele Garagen zweckentfremdet, besonders nach der Wende Anfang der 90er Jahre. Aus den Garagen wurden Rückzugsorte aus dem Alltag, Treffpunkte mit Freunden, Künstler-Ateliers, Proberäume für Musiker, Orte für Liebesaffären, Fitnessräume, Lagerräumlichkeiten, Werkstätten aller Art, Orte für Alkohol- und Drogenherstellung, -handel und -konsum. Diese Entwicklung kann als eine Suche (überwiegend männlicher Bevölkerung) nach einer neuen Privatsphäre gegenüber der Familie und/oder dem Staat gesehen werden.

garagen3In der vorliegenden Fotoarbeit werden die Entstehung und Entwicklung individueller Freiheitsentwürfe im sowjetischen System und ihre Transformation unter postsowjetischen Bedingungen dokumentiert. Ein Thema, das am Institut für die Wissenschaften vom Menschen IWM) eine lange Tradition hat.

Anatoliy Babiychuk, 1975 in der ukrainischen Stadt Sosnivka (frühere UdSSR) geboren, lebt und arbeitet in Wien und Chervonograd. 2009 wurde er mit dem Theodor Körner Preis für Bildende Kunst und Kunstfotografie ausgezeichnet. Seine Werke waren bereits in mehreren Ausstellungen zu sehen – u.a. in Wien, Linz und St. Gallen (nähere Details auf www.babiychuk.com). Für die Aufnahme der hier gezeigten Bilder verwendete er eine Fachkamera. Die in der Dunkelkammer entwickelten Handabzüge heben sich ganz bewusst von der heutigen digitalen Bildproduktion ab.

Eyes On – Monat der Fotografie

Die Fotoausstellung mit insgesamt 15 Werken findet im Rahmen der Initiative Eyes On – Monat der Fotografie Wien statt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, das breite Spektrum der künstlerischen Fotografie in Museen und Ausstellungshäusern der Stadt, aber auch in Galerien, Off-Spaces und temporären Kunsträumen vorzustellen.

Laufzeit: 13.10.–30.04.2015

Vernissage: 5. November 2014, 18:00 Uhr

Öffnungszeiten: Mo-Do 10-12 und 14-16, Fr 10-12

Eintritt: frei

Mit freundlicher Unterstützung der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes

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