Black Earth

Wednesday, 21 October 2015, 6:30pm - 8:00pm, Wien Museum Atrium

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Black_earth_cover_de_192_300Mit seinem vielfach preisgekrönten Bestseller Bloodlands hat Timothy Snyder die Topographie der Massenmorde in Europa neu vermessen. Jetzt stellt der brillante junge Historiker eine Frage, die längst beantwortet schien: Warum kam es zum Holocaust? Seine Antwort ist provozierend anders als die herrschende Lesart. Und sie fällt nicht nur historisch, sondern auch politisch aus: Denn Snyder zeigt, dass der Holocaust sich jederzeit wiederholen kann.
Wir wissen viel über den Holocaust und seine Ursachen. Aber haben wir wirklich die richtigen Schlussfolgerungen gezogen und es uns mit dem Antisemitismus allein nicht etwas zu einfach gemacht? Einmal mehr bürstet Timothy Snyder die Dinge gegen den gewohnten Strich. Der ebenso verblüffende wie furiose Auftakt des Buches deutet Hitlers Mein Kampf als Manifest einer „ökologischen Panik“. Anschließend wird Schritt für Schritt gezeigt, welche Elemente bei Massenmorden stets wiederkehren, darunter die „Zerstörung des Staates“ und die „Ethnisierung von Schuld“, zwei notwendige Voraussetzungen für den Holocaust, die bislang nur wenig in den Blick genommen worden sind. In der Tradition der großen Hannah Arendt geht Timothy Snyder aber in Black Earth energisch über die historische Darstellung hinaus. Sein Schlusskapitel „Unsere Welt“ wagt den Sprung in die Gegenwart und durchmustert mögliche Gewaltszenarien der nahen Zukunft. Selten ist der Holocaust so radikal aus dem Museum unserer ritualisierten Erinnerungskulturen herausgeholt und als aktuelle Warnung in Stellung gebracht worden wie in diesem emotional aufwühlenden und intellektuell provozierenden Buch.

Black Earth. Der Holocaust und warum er sich wiederholen kann (C.H.BECK Verlag) (Black Earth: The Holocaust as History and Warning, Tim Duggan Books, New York) published in September 2015.

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Timothy Snyder
Bird White Housum Professor of History, Yale University; IWM Permanent Fellow

im Gespräch mit

Dirk Moses, Professor für Global- und Kolonialgeschichte, European University Institute, Florenz

Philipp Ther, Professor für Geschichte Ostmitteleuropas, Universität Wien

 

In Kooperation mit

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